Gesundheitsreport München 2012
Die Münchner können sich freuen: sie gehören zu den gesündesten Bürgern in ganz Bayern. Die Zahl der Krankschreibungen in München ist innerhalb der letzten Jahre konstant geblieben ist. Weniger erfreulich dagegen: die Zahl der Krankheitstage hat zugenommen und psychische Erkrankungen sind weiter auf dem Vormarsch.
Münchens Bürger liegen laut Gesundheitsreport der DAK mit 2,6 Prozent der Arbeitsunfähigkeiten bayernweit auf Platz drei. Nur die Stadt Starnberg (2,3 Prozent) und der Landkreis München (2,5 Prozent) konnten Münchnen "überholen". Wenn es die Münchner mal erwischt, liegt ein bekanntes Leiden an erster Stelle: 19 Prozent der Erkrankungen sind auf Beschwerden des Muskel-Skelett-Systems wie Rückenbeschwerden oder Bandscheibenvorfälle zurückzuführen.
Die Krankheiten der Beschäftigten in München (2011), Quelle: DAK
Danach folgen mit 17,8 Prozent die klassischen Erkältungskrankheiten und auf dem dritten Platz liegen bereits mit 16,4 Prozent die psychischen Erkrankungen, zu denen Depressionen oder Burnout gehören. Speziell bei diesen Krankheiten haben die Patientenzahlen bedenklich zugenommen. So stieg im Jahr 2011 die Zahl der psychischen Leiden bei den DAK-Versicherten um 28 Prozent.
Insgesamt bleiben die Münchner im Krankheitsfall aber nicht lange zu Hause: Maximal drei Tage fehlt ein Großteil der Beschäftigten, bevor er wieder zur Arbeit erscheint.
Ein weiterer Schwerpunkt des Reports sind Herz-Kreislauf Erkrankungen. Die Zahl der tödlichen Herzinfarkte ist in Bayern erfreulicherweise gesunken. 8325 Personen starben 2010 in Bayern an einem Herzinfarkt, 55 Prozent davon Männer. Einer der Gründe hierfür liegt in den verbesserten medizinischen Rettungsmaßnahmen, ein weiterer in der Prävention: viele Herz-Erkrankungen beginnen bereits in jungen Jahren.
Durch den umfassenden Nichtraucherschutz, verbesserte Diagnostik und Therapien können heute immer mehr Herzinfarkte vorausgesagt und behandelt werden. Neben den bekannten Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht und Bluthochdruck zeichnet sich auch immer häufiger Stress als Ursache für Herzprobleme verantwortlich.
Viele Münchner Arbeitnehmer beklagen, dass ihre Arbeit zu wenig anerkannt und belohnt wird. Faktoren wie Zeitdruck, zu viel Verantwortung und Überstunden gehören zu den häufigsten Stressverursachern. Gleichzeitig wünschen sich die Angestellten, dass ihre Arbeit mehr gewürdigt wird, sei es z. B. in Form von Lob durch Vorgesetzte und Kollegen oder durch ein besseres Gehalt. Dieses Ungleichgewicht von Verausgabung und Belohnung wird auch als Gratifikationskrise bezeichnet und fördert stressbedingte Erkrankungen.
Arbeitgeber könnten hier Prävention leisten: Stressvermeidung, Programme zur Rauchentwöhnung und Aufklärung über die Krankheitsrisiken würden einen entscheidenden Beitrag für die Gesundheit der Münchner Bürger leisten.
Die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) betreut über 6,6 Mio. Versicherte und veröffentlicht seit 1999 jedes Jahr ihren Gesundheitsreport mit Zahlen und Fakten zu den einzelnen Bundesländern.