Aktuelle Kinotipps für München

Szene aus dem Film "High Society", Foto: 2016 Warner Bros. Ent.

Mode-Püppchen im Plattenbau und düstere Intrigen in Kairo

Eine verwöhnte High-Society-Tochter bekommt einen Reality-Check, ein einsamer Wolf ermittelt in Kairo, und ein verliebter Milchmann irrt durch den Krieg: Unterschiedlicher könnten die Hauptfiguren der aktuellen Münchner Filmhighlights kaum sein. Warum Ihr sie nicht verpassen solltet, verraten wir hier...

High Society: Ein Mode-Püppchen im Plattenbau

Dass man sich unvermittelt in einem ganz anderen Leben wiederfindet, ist ein Klassiker unter den Filmerzählungen - der aber immer noch funktioniert. So ist zuletzt "High Society" mit dem bewährten Rezept auf Platz Eins der Charts geschossen. Die verwöhnte, wohlbetuchte Anabel wurde als Baby vertauscht - und wie das Schicksal zumindest im Drehbuch so spielt, ausgerechnet mit Aura, die aus einem Plattenbau-Viertel stammt. Während Anabel sich bei ihrer wahren Familie einem harten Realitätscheck unterzieht, erlebt Aura keinen minderen Kulturschock bei ihrer Einführung in die gehobene Gesellschaft. Wie sich unschwer erahnen lässt, läuft das Ganze keineswegs klischeefrei ab, für ein paar solide Gags reicht das Aufeinanderprallen der unterschiedlichen Lebenswelten aber allemal.

Düstere Intrigen in Kairo

Szene aus dem Film "Die Nile Hilton Affäre", Foto: Port au Prince Pictures 2017

Eine beklemmende, düstere Bildsprache, ein Netz aus Korruption, das sich auftut, während sich die Fäden um den einsamen Ermittler immer enger ziehen: Kaum ein Genre der Filmgeschichte ist mit seinen Erzählmitteln prägender als der Film Noir. In dieser Tradition dreht sich Die Nile Hilton Affaire um Noredin, der den Schmerz über den Verlust seiner Frau mit allen Mitteln zu ertränken versucht - bis er den Fall einer ermordeten Sängerin übernimmt. Während er der Wahrheit immer näher kommt und die Spur zu immer wichtigeren Persönlichkeiten führt, erkennt er die Chance, zumindest seine Würde zurückzubekommen. Dass das Ganze nicht im San Francisco der 1940er spielt, sondern 2011 in Kairo, nimmt dem Sundance-Gewinner nichts von seinem zynischen Biss - im Gegenteil.

Alles Kopfsache: Der schräge Liebesfilm "On the Milky Road"

Szene aus "On the Milky Road", Foto: Weltkino Filmverleih

Dass ein Film von Emir Kusturica etwas schräg daherkommt, überrascht ungefähr so sehr wie das Auftauchen von "Griechischer Wein" auf der Setliste einer Oktoberfest-Kapelle. Wer "Schwarze Katze, weißer Kater" oder andere Werke des serbisch-französischen Allroundtalents kennt, ahnt schon, in welche Richtung sein neuer Film "On the Milky Road" geht. Es ist eine Liebesgeschichte im Krieg - mal anrührend, mal skurill.

Kusturica selbst spielt den Milchmann Kostja, der auf seinem Esel zu den verfeindeten Soldaten reitet, um ihnen Milch zu verkaufen. Zuhause erwartet ihn seine zukünftige Frau, doch als er auf eine italienische "Femme Fatale" (Monica Bellucci) trifft und sich in sie unsterblich verliebt, beginnen die Probleme. Denn auch ein eifersüchtiger General ist der schönen Italienerin verfallen. "On the Milky Road" geizt nicht mit tollen Bildern und witzigen Szenen.

Eine Actionheldin räumt auf - Atomic Blonde

Szene aus Atomic Blonde, Foto: Universal

Uma Thurman begeisterte uns als Racheengel in „Kill Bill“, Scarlett Johansson als Science Fiction-Kämpferin „Lucy“ – jetzt dürfen wir eine neue blonde Actionheldin auf der Leinwand anhimmeln. Die kühle Blonde mit der Knarre, diesmal gespielt von Charlize Theron, steht im Zentrum des actiongeladenen Thrillers „Atomic Blonde“.

Darin räumt die britische Geheimagentin Lorraine Broughton 1989 im geteilten Berlin mit gegnerischen Agenten auf - Krisenbewältigung im Kalten Krieg. David Leitchs neuem Streifen mangelt es nicht an sexy Frauenpower: Von Beginn an ist Lorraine im Visier von Killern und umgeben von dubiosen Gestalten. Völlig allein muss sich die Protagonistin durch ein regelrechtes Minenfeld bewegen. Auch wenn manches Euch vielleicht vorhersagbar vorkommt, allein um Therons Top-Filmstunts zu sehen – und das auch noch im lässigen 80er-Jahre Outfit, lohnt sich dieser Film. Und Kultsongs wie „Personal Jesus“ und „99 Luftballons“ sind ja wohl auch keine schlechten Argumente.

Was Humorvolles mit Essen und Mord - Grießnockerlaffäre

Szene aus Grießnockerlaffäre, Foto: Constantin Filmverleih
Franz und Rudi beim "professionellen Ermitteln"

Mit schrägen kulinarischen Wortschöpfungen überzeugen schon die Filmtitel der Eberhofer-Krimis immer wieder. Nach "Dampfnudelblues" oder "Schweinskopf al dente" steht diesmal eine „Grießnockerlaffäre“ auf der Speisekarte. Was Ihr Euch darunter vorstellen müsst?

Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) wird höchstpersönlich des Mordes verdächtigt, nachdem man sein Messer in einer Leiche findet. Blöd auch, dass es sich beim Opfer ausgerechnet um den ihm verhassten Barschl handelt. Dass seine Oma ihre Jugendliebe wieder trifft und auf einmal nur noch Grießnockerlsuppe kocht, gibt ihm den Rest. Los geht die Spurensuche, die der suspendierte Franz wie gewohnt mit seinem schrulligen Kompagnon Rudi (Simon Schwarz) aufnimmt. Der Humor ist gewohnt bayerisch-deftig und die Pointen sitzen perfekt - genau das Richtige für einen launig-unterhaltsamen Kinonachmittag.

 

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