Ein Festival, das die Vielfalt alternativer Lebensentwürfe feiert: Vom 12. bis 15.10.2017 findet an mehreren Orten das 2. Queer Film Festival München statt. Filme und Dokumentationen beschäftigen sich mit komplexen Themen wie Selbstbestimmung und der eigenen Identität – ein Schwerpunkt liegt dabei auf der jüngeren Generation.

Starke Frauen und raue Landschaften

Als Auftaktfilm läuft die vielschichtige Studie „Bar Bahar“ (OmdU) am 12.10. um 19 Uhr in der HFF. Die israelisch-französische Koproduktion begleitet drei arabisch-stämmige Frauen in ihrem WG-Alltag in Tel Aviv. Eine erfolgreiche Anwältin, eine lesbische DJane und eine strenggläubige Muslima finden nach und nach heraus, dass sie gar nicht so verschieden sind. Doch die Gesellschaft und damit verknüpfte Erwartungshaltungen machen das Leben der drei Frauen zunehmend kompliziert. Regisseurin Maysaloun Hamoud ist ebenfalls vor Ort, im Anschluss steigt noch die große Opening Party in der Minna Thiel.

Der 2. QueerScope-Debütfilmpreis geht in diesem Jahr an den hochgelobten Streifen „God's Own Country“ (Foto), der am 13.10. um 19 Uhr im Neuen Maxim läuft. Regisseur Francis Lee setzt sich in seinem ersten Film mit seiner englischen Heimat West Yorkshire auseinander. Verpackt in Bildern, die die raue Landschaft der britischen Provinz perfekt widerspiegeln, erzählt Lee von zwei Männern, die nach und nach ihre Gefühle füreinander entdecken.

Hochpolitische Dokus und eine queere Podiumsdiskussion zum Abschluss

Hochpolitisch wird es in der Doku „Political Animals“ (Foto) von Jonah Markowitz, die am 14.10. um 14:15 Uhr im Neuen Maxim zu sehen ist. Er gibt einen Einblick in die harten Bürgerrechtskämpfe im Kalifornien der 90er Jahre. Die vier Protagonistinnen Sheila Kuehl, Carole Midgen, Jackie Goldberg und Christine Kehoe setzten sich damals gegen Diskriminierung und für Gleichberechtigung ein – und ließen sich auch von zahlreichen Niederlagen und Anfeindungen nicht unterkriegen.

Am letzten Tag des 2. QFFM findet im Kunstverein München noch eine Podiumsdiskussion zum Thema „Queer in München?!“ statt (15.10., 19 Uhr). Was heißt es eigentlich, in München queer zu sein? Gibt es ein spezielles Münchner Queer-Gefühl und wie geht man am besten mit Phobien um?

Anschließend läuft dann noch ein „Best of“ des Xposed International Film Festivals Berlin, unter anderem mit den Kurzfilmen „Man“ von Maja Borg und Rodrigo Almeidas „Casa Forte“.

Hier gibt’s das komplette Programm des 2. Queer Film Festivals München

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