Die Fotografien des kürzlich verstorbenen Stefan Moses verraten mehr als dicke Geschichtsbücher: Genau 50 Jahre nach der sogenannten „Zeitenwende 1968“ widmet sich das Literaturhaus der Zeit der politischen Konflikte und Flower-Power-Generation mit der Ausstellung „Blumenkinder“. Noch bis 25.2.2018 sind unbekannte Schätze aus dem Moses-Archiv zu sehen.

Trauer um Stefan Moses - OB Reiter kondoliert Witwe des Verstorbenen

Selbstporträt Stefan Moses, Foto: Stefan Moses/Literaturhaus

Der Fotograf Stefan Moses ist tot. Er starb am 3.2.2018 im Alter von 89 Jahren in seinem Haus in München, wie seine Ehefrau Else Bechteler-Moses bestätigte. Moses (Foto: Selbstportrait) gehörte zu den bedeutendsten deutschen Fotografen, viele seiner Arbeiten zeigen einen „Human Touch“, wie ihn etwa die US-Zeitschrift „Life“ und das deutsche Magazin „Stern“ geprägt haben.

"Mit Stefan Moses verliert die Kunstmetropole München einen großen Fotografen, der über mehr als sechs Jahrzehnte einen einzigartigen Bilderkosmos der Menschen in Deutschland geschaffen hat", so Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter. "Einen Chronisten mit der Kamera, der unsere Gesellschaft ins Objektiv nahm und psychologisch präzise Portraits von Schauspielerinnen und Schauspielern, von Schriftstellerinnen, von Philosophen und Politikern schuf, die in die Kunstgeschichte Einzug gehalten haben."
Hier finden Sie das komplette Kondolenzschreiben von Oberbürgermeister Reiter

Viele der Motive und groß angelegten Bildzyklen drehten sich um das Thema „Deutschland und die Deutschen“, darunter vor allem sein Projekt „Ostdeutsche Porträts“ aus den Jahren der Wiedervereinigung 1989 und 1990. „Ich bin ein Menschenfotograf“, beschrieb sich der 1928 im schlesischen Liegnitz geborene Moses einst.

(dpa/muenchen.de)
 

Wenn Alltägliches historisch wird

Ausstellung Blumenkinder: Stefan Moses, Foto: Stefan Moses/Stiftung Literaturhaus

Man nehme ein einfaches Leintuch und inszeniere Menschen in ihrem (scheinbar) alltäglichen Auftreten – heraus kommen historische Dokumente, die mehr über eine Zeit verraten als viele Geschichtsbücher. Der in München lebende Fotograf Stefan Moses gilt als einzigartiger Chronist – seine Porträts großer Persönlichkeiten wie Thomas Mann oder Peggy Guggenheim machten ihn berühmt.

Die Ausstellung „Blumenkinder“ zeigt eine Auswahl bekannter und unbekannter Schätze des Fotokünstlers aus einer bewegten Münchner Zeit – der 68er Generation. Die Jugendszene steht besonders im Zentrum, wobei viele Fotosequenzen zum ersten Mal zu sehen sind. Kleine Serien verdeutlichen in Diptychen oder Triptychen die neue Freiheit der Generation und einen kompletten Lebenswandel – in Privatwohnungen, Kunsthappenings oder ekstatischen Zusammenkünften.

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