Münchner Kammerspiele Kammer 1

Maximilianstr. 26-28
80539 München

Die Kammerspiele werden besetzt

Ganz schön gewagt: In der Performance „1968“ die vom 8.2. bis zum 14.3.2018 an den Münchner Kammerspielen aufgeführt wird, geht es um die bewegenden Ereignisse des Jahres 1968. Regisseure und Künstler-Teams besetzen die Kammer 1 und verbinden Themen von damals mit dem Wissen von heute.

Mehrere Kurzinszenierungen à 15 Minuten

Das ist der Hintergrund
Was für ein Skandal an den Münchner Kammerspielen! 1968 sammelten Schauspieler im Stück „Viet Nam Diskurs“ Geld für Waffenspenden an den Viet Cong. Die Empörung war groß, das Stück wurde vom damaligen Chef August Everding letztlich abgesetzt. 50 Jahre später haben die Kammerspiele Künstler eingeladen, die sich mit der bewegten Zeit um 1968 auseinandersetzen sollen. Dazu steuern sie jeweils einen Teil zur Performance „1968“ mit experimentellen Kurzinszenierungen bei. Die Kammer 1 verwandelt das Architektenbüro Raumlabor Berlin in einen offenen Raum, der von den Gruppen für jeweils 15 Minuten "besetzt" wird - und dabei soll die Fantasie an die Macht gelangen.  

Wer macht mit? 
Das Künstler-Team der Regisseurin Leonie Böhm, denkt die legendäre Spendensammlung am Ort des Geschehens neu. Im Beitrag von Regisseur Alberto Villarreal verarbeitet dieser die Olympischen Spiele in Mexiko. Der polnische Regisseur Wojtek Klemm widmet sich Dokumenten des Widerstands und die Schriftstellerin Elfriede Jelinek ist auf Video bei einer reinszenierten Aktion zu sehen. Über die sexuelle Befreiung der Frau philosophiert das Kollektiv Henrike Iglesias, an den Antikolonialisten Frantz Fanon erinnert die Gruppe Gintersdorfer/Klassen und das Collectif Catastrophe baut an einer Maschine der Fantasie.

Teach-Ins und Infoveranstaltungen zur Performance

Um die Performances zu verstehen, werden vor den Vorstellungen "Teach-Ins" abgehalten. Außerdem begleiten Diskussions- und Informationsveranstaltungen die Aktionen, teilweise mit anschließenden Publikumsgesprächen.

Unter anderem trägt am 9.2. um 18:30 Uhr Thomas Zacharias aus seinem unveröffentlichten Manuskript „Akademie und Irrwitz“ vor. Zacharias war von 1966 – 1995 Professor an der Akademie der Bildenden Künste München und somit einer der Akteure der 68er Studierendenproteste.

Gretchen Dutschke, die Witwe des 1979 verstorbenen Repräsentanten der 68er-Bewegung Rudi Dutschke, ist am 19.2. zu Gast.

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