Jungmetzger gehen beim Metzgersprung baden

(11.9.2016) Am Sonntag war es wieder soweit: Alle drei Jahre springen die Jungmetzger in München in den Fischbrunnen am Marienplatz. Dahinter verbirgt sich eine Art Taufe, die den Abschluss der Lehrzeit feiert. Eine historische Handwerkstradition, die zu den ältesten Bräuchen der Stadt München gehört.

OB Dieter Reiter: "Handwerk gehört zu München"

Metzgersprung, Foto: Metzger-Innung München
Ab in den Brunnen, Foto: Metzger-Innung München
Metzgersprung am Fischbrunnen, Foto: muenchen.de/ Dan Vauelle
Oberbürgermeister Dieter Reiter gratuliert den Metzgergesellen., Foto: muenchen.de/ Dan Vauelle

"Ich find's toll, dass hier in München Handwerk noch so gefeiert wird", freute sich Münchens OB Dieter Reiter über das Spektakel am Marienplatz. "Handwerk gehört zu München - und die Münchnerinnen und Münchner lieben ihr Handwerk", so der Oberbürgermeister weiter. "Das merkt man heute hier". Vor dem nassen Schauspiel starteten die Festlichkeiten mit einem Umzug zur Kirche „Alter Peter“. Dort stand ein feierlicher Gottesdienst auf dem Programm. Danach zogen die Metzger und Gäste mit einem Festzug über die Weinstraße, Landschaftsstraße, Dienerstraße hin zum alten Rathaus am Marienplatz.

Nach der Begrüßung durch den Obermeister der Metzger-Innung München, Andreas Gaßner und den Grußworten von Oberbürgermeister Dieter Reiter forderte das Münchner Kindl zum Metzgersprung auf. Bei sonnigem Wetter und spätsommerlichen Temperaturen ließen sich die Metzgergesellen nicht lange bitten und sprangen in Gewändern mit Kälberschwänzen in den Fischbrunnen. Nach dieser Reinigung sprach der Altgeselle in einer feierlichen Zeremonie die Jungmetzger von ihren "Sünden" frei. Anschließend begab sich die Festgesellschaft weiter zum Hofbräuhaus, wo es natürlich feucht-fröhlich weiter ging.

Der Metzgersprung – Ein Brauch mit historischem Hintergrund

Metzgersprung am Fischbrunnen, Foto: muenchen.de/ Dan Vauelle

Der Metzgersprung ist ein Initiationsritus, durch den sich die Lehrlinge von ihren Jugendsünden freiwaschen. In München hat er zudem eine ganz eigene Bedeutung: Nach der Pestseuche vor 450 Jahren waren es die Metzger mit ihrem ausgelassenen Toben im Fischbrunnen, denen es gelang, Lebensfreude zu verbreiten und die zurückgezogenen und verängstigten Menschen wieder auf die Straßen zu locken. Über Jahrhunderte genossen die Metzger die Ehre, im Fischbrunnen an diese Tat zu erinnern, immer am Rosenmontag tauften sie ihre Gesellen mit dem festlichen Metzgersprung - bis die Tradition 1954 für längere Zeit erstarb. Seit 1995 hält die Innung den Metzgersprung alle drei Jahre im September ab.

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