Tagessieg beim Münchner Weltcup geht erstmals an einen deutschen Athleten

Jan Hojer beim Boulderweltcup, Foto: DAV/Nils Nöll
Jan Hojer überzeugte beim Boulderweltcup München mit einer grandiosen Leistung

Saisonfinale im Olympiastadion - mit Europameisterschaft

(20.8.2017) Zwei Goldmedaillen und eine Silbermedaille holten sich die deutschen Herren bei der Europameisterschaft im Bouldern am Samstag im Olympiastadion. Erstmals ging zudem der Tagessieg beim Münchner Weltcup an einen deutschen Athleten: Jan Hojer überzeugte mit einer grandiosen Leistung.

Jan Hojer ist Doppel-Europameister und holt den Tagessieg

282 Athleten waren beim Weltcup in München angemeldet, 40 von Ihnen schafften es ins Halbfinale. Parallel zum Halbfinale wurde auch die Europameisterschaft ausgetragen. Die besten Europäer des Halbfinales wurden automatisch auch Europameister - und das waren Jan Hojer vom Deutschen Alpenverein Frankfurt/Main und Alex Megos vom Deutschen Alpenverein Erlangen - Hojer gewann Gold und Megos Silber bei der EM.

Die zusätzliche Wertung „EM Combined“, die an die besten Europäer in den Kletterdisziplinen Lead, Speed und Bouldern geht, konnte Jan Hojer ebenfalls für sich entscheiden. Zu diesem doppelten EM-Titel konnte er dann zusätzlich am Abend noch den Boulderweltcup-München-Titel gewinnen. Zweiter wurde Tomoa Narasaki und auf den dritten Platz schaffte es Taisei Ishimatsu – beide Athleten kommen aus Japan. Den Gesamtweltcup sicherte sich Jongwon Chon aus Korea.

Bei den Damen qualifizierte sich nur Johanna Holfeld vom Sächsichen Bergsteigerbund für die Europameisterschaft. Sie wurde 20. Die Goldmedaille gewann Janja Garnbret aus Slowenien, die auch im Boulderweltcup-Finale erfolgreich war und den Tagessieg holte. Zweite wurde die Serbin Stasa Gejo und Dritte die Schweizerin Petra Klinger.

Bouldern unter dem Zeltdach

Boulder-Worldcup im Olympiastadion, Foto: Marcus Gschwendtner

Zwei Tage voller Kletteraction auf höchster Schwierigkeitsstufe warteten auf die Athleten, bis die Sieger im Bouldern festanden. Seit sieben Jahren steigt der Boulderweltcup als Abschluss der Weltcupsaison nun bereits im Münchner Olympiastadion.

"Seit dem ersten Boulderweltcup, den der DAV in München 2010 veranstaltet hat, hat sich viel verändert“, sagt Christoph Gabrysch vom Ressort Leistungssport beim Deutschen Alpenverein (DAV). So sind etwa die Wettkampfwände erheblich vergrößert worden. "Heute können wir zwei 4,50 Meter hohe und 15 Meter breite Wände einsetzen", sagt Gabrysch. Die Routenbauer benötigen zum Aufbau circa fünf Tage.

"Der BWC München gehört mittlerweile zu den besten Events im Weltcup", sagt Gabrysch. So wird dieses Jahr auch eine Premiere gefeiert: Parallel zum letzten Wettkampf der Saison wird dieses Jahr hier im Bouldern auch die Europameisterschaft ausgetragen - daher haben sich die Programmzeiten jetzt noch einmal geändert.

Im Starterfeld waren mehr als 220 Athletinnen und Athleten aus rund 35 Ländern. "In München fiebert das Publikum richtig mit und die Stimmung ist einzigartig. Es ist ein wahnsinniges Gefühl, vor diesem Publikum klettern zu dürfen", sagt die amtierende deutsche Meisterin im Bouldern, Monika Retschy.

Bouldern: Akrobatik ohne Seil

Boulder Weltcup 2015, Foto: DAV / Marco Kost

Beim Bouldern wird ohne Seil bis zu einer Absprunghöhe von circa vier Metern geklettert. Die Kletterer versuchen die von Überhängen und vertrackten Winkeln erschwerten Routen mit möglichst wenigen Versuchen zu durchsteigen. Dafür brauchen sie eine enorme Körperbeherrschung, Kreativität und oft akrobatische Bewegungen. Weichbodenmatten federn eventuelle Stürze ab.

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