Das Mädchen und der Messerwerfer/AfterLight/Broken Fall/Las Hermanas (Kenneth MacMillan/Russell Maliphant/Simone Sandroni)
Foto: Wilfried Hösl
Mit zeitgenössischen Balletten von Simone Sandroni und Russell Maliphant sowie Kenneth MacMillans meisterhafter Choreographie eines Theaterstücks von Federico García Lorca feiert das Bayerische Staatsballett im neuen Jahr seine erste Premiere im Prinzregententheater: Die Tanzstücke Das Mädchen und der Messerwerfer/AfterLight/Broken Fall/Las Hermanas vereinen Traditionen mit Modernem und suchen nach neuen Ausdrucks- und Bewegungsformen jenseits des klassischen Balletts.
Simone Sandronis schneller, physisch betonter Stil erfordert von seinen Tänzern höchste Konzentration. Nach dem Grundprinzip Reaktion-Gegenreaktion lehnen sich seine Sequenzen u.a. an die Dynamik von Kampftechniken. Die daraus entstehende ständige Alarmbereitschaft der Tänzer verknüpft Sandroni thematisch mit dem Gedichtzyklus Das Mädchen und der Messerwerfer von Wolf Wondratschek aus dem Jahr 1997. Er erzählt die Geschichte eines Mädchens, das selbstbewusst und stolz einem Mann vertraut, der jeden Abend mit Messern auf sie wirft und dadurch die Spannung und Intensität ihrer Beziehung beeinflusst.
Eine klassische Ausbildung an der Royal Ballet School in London und sein späteres Studium zeitgenössischer Tanzformen prägten den Stil des englischen Choreographen Russell Maliphant, der in seinen Werken Tradition und Avantgarde vereint, um daraus neue Ideen zu entwickeln. Im Rahmen dieses Abends zeigt das Bayerische Staatsballett ein Solo, das Maliphant aus einer Auseinandersetzung mit dem Ballets Russes und der Person Nijinskys entwickelte.
Im Jahr 1963 nahm sich der damals noch junge Kenneth MacMillan Federico García Lorcas Theaterstück "Bernarda Albas Haus" vor, um ein 25-minütiges Tanzstück mit der Musik des Schweizer Komponisten Frank Martin zu choreographieren. Das daraus entstandene Meisterwerk des Engländers beeindruckt formal durch die Erweiterung von Ausdrucks- und Bewegungsmöglichkeiten des klassischen Balletts. MacMillan schafft es dabei die beklemmende "Tragödie von den Frauen in den Dörfern Spaniens" auf faszinierende Weise choreographisch zu übersetzen.
Die Bayerische Staatsoper
Künstlerisch tonangebend - wirtschaftlich erfolgreich: Mit Aufsehen erregenden Neuinszenierungen und hochkarätigen Künstlern schafft es die Bayerische Staatsoper immer wieder zu überraschen.
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