Babylon
Foto: Bayerische Staatsoper
Uraufführung im Nationaltheater. Am 27. Oktober öffnete sich zum ersten Mal der Vorhang für Jörg Widmanns "Babylon". Der erst 39-jährige Komponist aus München schuf das Werk im Auftrag der Bayerischen Staatsoper. Das Libretto stammt von dem Philosophen Peter Sloterdijk. Für die Inszenierung zeichnet Carlus Padrissa, Mitbegründer der legendären spanischen Theatergruppe La Fura de Baus, verantwortlich. Die musikalische Leitung hat Kent Nagano.
An der Schwelle zur neuen Weltordnung
Die Oper erzählt in sieben Bildern den Konflikt über die Liebe des jüdischen Exilanten Tammu und der babylonischen Priesterin Inanna. Schauplatz ist die monumentale Großstadt Babylon, die vom zivilisatorischen Umbruch im Moment des Aufeinanderprallens der Kulturen geprägt ist. Während der babylonische Priesterkönig die Naturgewalten mit Menschenopfer zu besänftigen sucht, steigt Inanna hinab in die Unterwelt, um den geopferten Tammu ins Leben zurück zu bringen und sich mit ihm zu vereinigen. Die Liebe der beiden Protagonisten besiegelt schließlich das Ende der Menschenopfer und leitet eine neue Weltordnung ein.
Das Nebeneinander der Unterschiede
Für Jörg Widmann steht Babylon als Methapher für Zivilisation und Kultur überhaupt. Ihren legendären Turm, ihre gigantomanischen Ausmaße und das Nebeneinander zahlreicher Kulturen prägten diese historische Stadt ebenso wie die multikulturellen Gesellschaftssysteme der Metropolen heutzutage. Die große Herausforderung bestand für den Komponisten darin, die Viefalt der Kulturen, das Nebeneinander der Unterschiede zusammen zu bringen und musikalisch auszudrücken: "Die faszinierende Disparatheit dieser babylonischen Welt, überhaupt die Disparatheit von Welt liefert die Fliehkräfte, die an meiner Musik zerren. Meine Aufgabe ist es, dies alles trotzdem zu einem stringenten Ganzen zusammen zu führen."
Die Bayerische Staatsoper
Künstlerisch tonangebend - wirtschaftlich erfolgreich: Mit Aufsehen erregenden Neuinszenierungen und hochkarätigen Künstlern schafft es die Bayerische Staatsoper immer wieder zu überraschen.
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