Tolle Stimmung beim Tanz der Marktweiber

Tanz der Marktweiber auf dem Viktualienmarkt
Leuchtende Kostüme, tolle Stimmung: Der Tanz der Marktweiber ist der Höhepunkt des Münchner Faschings (Archivbild)

Das war beim Höhepunkt des Münchner Faschings geboten

(28.2.2017) Der Höhepunkt des Münchner Faschings auf dem Viktualienmarkt: Am Faschingsdienstag tanzten die Marktweiber bereits zum dreißigsten Mal ihren traditionellen Reigen. Tausende Besucher waren gekommen und ließen sich auch vom durchwachsenen Wetter die gute Laune nicht verderben. Oberbürgermeister Dieter Reiter lobte die Faschingsbegeisterung der Münchner.

Tausende Faschingsfans feiern trotz durchwachsenem Wetter

Der Tanz der Marktfrauen auf dem Viktualienmarkt
Die Marktfrauen am Viktualienmarkt (Archivbild)

Leuchtende Kostüme, stimmungsvolle Musik und tausende begeisterte Besucher: Beim Tanz der Marktweiber zelebrierte das närrische Volk den traditionellen Höhepunkt des Münchner Faschings. Nur das Wetter wollte nicht mitspielen, aber die Faschingsfans ließen sich von grauem Himmel und Regen nicht abschrecken.

Wie immer begann der Tanz der Marktweiber mit dem Einzug des Münchner Faschingsprinzenpaares samt seinem „Gefolge“. Auch die Narrhalla-Garde zeigte, dass nicht nur die Marktweiber tanzen können. Mit einem wilden Medley aus irischem Jig, in das sich die Titelmelodie aus Pippi Langstrumpf und das „Knallrote Gummiboot“ mischte, begann die Veranstaltung.

Anschließend trat Oberbürgermeister Dieter Reiter ans Mikrofon und begrüßte die feiernde Menge: „Es ist einmalig! Wir zeigen bei dem Wetter, dass wir auch in München Fasching feiern können“, so Reiter. „Ich freue mich, dass ihr alle gekommen seid und wünsche euch einen schönen Faschingsdienstag.“

Hulapalu! Marktweiber präsentieren zehn neue Tänze

Der Tanz der Marktfrauen auf dem Viktualienmarkt
Der Tanz der Marktweiber ist alle Jahre ein buntes Spektakel (Archivbild)

Und dann war es endlich soweit: Die Marktweiber zogen unter dem Applaus des Publikums auf die Bühne am Viktualienmarkt. „Bei Sonne kann ja jeder tanzen“, so die kesse Ankündigung zu Beginn. Dass die Marktweiber das bei schmuddeligen Wetter ebenso beherrschen, bewiesen sie anschließend. Zehn neue Tänze hatten die Standlverkäuferinnen einstudiert, darunter Andreas Gabaliers Wiesnhit „Hulapalu“.

Nach rund zwanzig Minuten war das Tanzspektakel dann vorbei und nach und nach zerstreute sich närrische Volk. Denn am Nachmittag wird schließlich noch bei „München narrisch“ oder auf einer der Münchner Faschingspartys weitergefeiert.

Bilder: Der bunte Tanz der Marktweiber mit OB Dieter Reiter als Gast

Wie viele Tänzerinnen treten auf?

Dieses Jahr waren es 14 Tänzerinnen. Mal sind es ein, zwei mehr, mal weniger. Viele von den Tänzerinnen sind schon seit vielen Jahren in der Gruppe, und für eine ist es heuer das erste Mal. Frau Christa Lang, die Sprecherin der Truppe, ist schon seit 26 Jahren dabei, und einige ihrer Kolleginnen sogar noch länger.

Was bedeuten die Kostüme?

Tanz der Marktfrauen 2011

Die ausgefallende Kostüme repräsentieren den Stand: Die Kleider für den Auftritt werden so ausstaffiert, dass man erkennen kann, wer am Markt was verkauft - ob Bäckerin, Metzgerin, Blumenhändlerin. Christa Lang hat immer etwas zum Thema Obst oder Gemüse an ihrem Dress. Sie ging schon als Radi, als Karotte, Erdbeere oder Banane. Was es dieses Jahr ist, wird noch nicht verraten. Annemarie Doll hat oft echte Brezen am Gewand - unschwer zu erkennen, dass sie auf dem Viktualienmarkt Backwaren verkauft. Sie tanzt seit neun Jahren mit.

 

Wer macht die Musikauswahl zum Tanz?

Die Musikauswahl machen die Marktfrauen unter sich aus: Moderne Hits und auch ein, zwei ältere Schlager sowie Songs, zu denen man gut tanzen kann, ob Polka, Walzer oder Salsa. Auch ein aktueller Wiesn-Hit ist meistens dabei - dieses Jahr darf man sich auf Andreas Gabaliers "Hulapalu" freuen.

Wie wird der Tanz geprobt?

Der Tanz der Marktfrauen auf dem Viktualienmarkt

Die Vorbereitungen starten immer schon im Oktober. Und dann wird jeden Montagabend geprobt - im Pfarrsaal der Heilig-Geist-Kirche. Für das Programm werden jedes Jahr zehn neue Tänze einstudiert. Dabei steht man unter kundiger Anleitung des Tanzlehrers Christian Langer, der mit den Damen die Choreographie einstudiert. Der Auftritt macht also auch viel Arbeit. Aber eben auch viel Spaß. Spätestens bei der Generalprobe steigt dann der Adrenalinspiegel mancher Tänzerin: Es sei immer wieder aufregend, sagt Annemarie Doll, die seit neun Jahren mittanzt.

Nach monatelanger Vorbereitung ist es dann am Faschingsdienstag so weit! "Wir freuen uns immer sehr darauf", sagt Christa Lang. "Es ist alle Jahre wieder spannend und immer wieder ein Ereignis, wenn man dann auf der Bühne steht und die Menge des Publikums sieht."

Seit wann tanzen die Markweiber auf der Bühne?

Dieses Mal feierten die Damen 30-jähriges Bühnenjubiläum für den Tanz der Marktweiber. Vorher wurde einfach vor den Ständen getanzt. "Ein bisschen moderner ist es geworden", sagt Christa Lang im Rückblick auf ihre 26 Jahre auf der Bühne. Anfangs sei es noch etwas mehr bayerisch gewesen, jetzt kunterbunt, so dass für jeden etwas dabei ist, für jung und alt, traditionell und modern.

Was machen die Marktfrauen nach ihrem großen Auftritt?

Die Marktweiber gehen nach ihrem Tanz zusammen essen und laufen durch die Stadt. Abends haben sie dann noch einen Auftritt beim "Karneval wie dazumal" im Deutschen Theater. Die Proben und die langjährige Zusammenarbeit schweißen zusammen. Sie haben viel Spaß miteinander und verreisen sogar zusammen.

Video: So rasant war der Tanz der Marktweiber 2016

Und seit wann gibt es den Tanz der Marktweiber?

Tanz der Marktfrauen - so war es früher

Der Brauch des Markttanzes geht auf den Beginn des 19. Jahrhunderts zurück, wurde allerdings erstmals in den 50er Jahren schriftlich dokumentiert. In den 50er- und 60er Jahren war der Tanz noch ein echter Geheimtipp. Mit der Zeit wurde er zu einer großen und beliebten Veranstaltung.

Während die Damen, die sonst als Bäckerinnen, Käse- oder Fischverkäuferinnen den Markt um ihre Anwesenheit bereichern, bis in die 80er Jahre hinein vor und um ihre Stände herum tanzten, beglücken sie seither das Publikum von einer Bühne herab, die im Biergarten platziert ist.

2009 musste allerdings ein neues Konzept her: es ist ein bisschen ruhiger geworden und die Feier breitet sich nun über den ganzen Viktualienmarkt aus - der Tanz war zu beliebt und lockte zu viele Narren an, was den Spaß ein wenig "erdrückte". Mit frischem Schwung feiern die Marktweiber seitdem familienfreundlich und doch so ausgelassen wie früher.

Historische Bilder: So tanzten die Marktfrauen früher

Mehr zum Fasching in München

Top