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Archäologische Staatssammlung München:<br>Welterbe Limes – Roms Grenze am Main (Anzeige)

Welterbe Limes – Roms Grenze am Main

Leider ist die Ausstellung "Welterbe Limes – Roms Grenze am Main" in München bereits vorbei. Die Archäologische Staatssammlung München widmete unter diesem Titel vom 4. April bis 14. September 2008 einer besonders reizvollen Sektion entlang des Mains eine eigene Ausstellung. Worum es in der Ausstellung ging, kann man hier noch einmal nachlesen:

Tacitus verwendet das Wort "Limes" zum ersten Mal in der Bedeutung "Grenze des Reichs". Doch hinter der so sachlichen Bezeichnung steht ein faszinierender Abschnitt der antiken Geschichte Deutschlands und Europas.

Seit jeher hat die Erde, auf der einst die Grenzmauern und Palisaden des Limes standen, spektakuläre Funde aus der Römerzeit preisgegeben. Kultgegenstände und Opferaltäre, Kriegsgerät, Masken, Münzen und antike Kunstobjekte: Immer wieder überraschen Archäologen die Öffentlichkeit mit neuen verblüffenden Erkenntnissen aus der Vergangenheit. Seit 2005 gehören die beeindruckenden Überreste der Nordgrenze des römischen Reichs zum Unesco-Welterbe der Menschheit.

 
Welterbe Limes

Etwa 550 Kilometer lang verlief die befestigte Grenzlinie vom Rhein bei Koblenz bis an die Donau bei Regensburg. Die Funktion des Limes war einerseits die eines militärischen „Frühwarnsystems“, um die nördlichen Provinzen Germania Superior und Raetia vor den Barbaren zu schützen. Andererseits wurden die Grenzübergänge als Zollstellen und rege besuchte Handelsplätze genutzt. Das Leben am Limes war geprägt von militärischem Alltag, merkantiler Geschäftigkeit und der bunten Vielfalt einer multikulturellen Bevölkerung. Die archäologischen Funde der Archäologischen Staatssammlung ermöglichten daher einen überraschend facettenreichen Blick in die Lebenswelt der Römerzeit und des nachfolgenden Mittelalters.

 
Bronzenes Salbgefäß mit Reliefdekor aus Obernburg

Eine der spektakulärsten Entdeckungen der letzten Zeit ist eine antike Polizeistation in Obernburg am Main. Das nach mediterranem Vorbild errichtete Gebäude grenzte an einen Kultbezirk an, der in den letzten sieben Jahren freigelegt wurde. Die Archäologische Staatssammlung präsentierte erstmals die sensationellen Funde dieser Grabung der interessierten Öffentlichkeit. Zu den Höhepunkten gehörte ein vollständig rekonstruierter Innenhof mit Brunnenanlage und ein vergoldetes Silbervotiv, das dem Gott Merkur gewidmet war. Die Ausstellung war als Rundgang konzipiert, der die Besucher durch das Szenario eines typischen Truppenstandorts bis in die "Welt der Toten" zwischen mannshohen Grabsteinen führte. Den Menschen von damals, ihren Schicksalen und ihrer von verschiedenen Göttern bevölkerten Glaubenswelt wurde so wieder Leben eingehaucht. Die Ausstellung "Welterbe Limes – Roms Grenze am Main" zeigte insgesamt 25 Tonnen steinerner Originalfunde und machte so das monumentale Erscheinungsbild der Kastellstandorte am Limes greifbar.

Die Archäologische Staatssammlung befasste sich jedoch nicht nur mit der Römerzeit, sondern informierte über insgesamt 120 000 Jahre Siedlungsgeschichte in Bayern und darüber hinaus. In Dauer- und Sonderausstellungen wurden Zeugnisse vom ersten Auftreten des Menschen bis zur Zeit Karls des Großen präsentiert. Wertvolle Funde aus den frühen Kulturen des Mittelmeerraumes und des Vorderen Orients gehörten ebenso zum Angebot, wie rätselhafte Kunstobjekte keltischer Kulturen des letzten vorchristlichen Jahrtausends. In ihren zentral gelegenen Räumen am Englischen Garten stellte die Archäologische Staatssammlung Wissens- und Sehenswertes für Laien und Experten, Erwachsene und Kinder aus. Veranstaltungsdaten: 4. April bis 14. September 2008 Archäologische Staatssammlung München