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Museum Mensch und Natur: Braunbär Bruno

Brunobär

In München ist der Bär los. Allerdings nur als Museumsstück, handelt es sich doch um den in 1400 Arbeitsstunden präparierten "Bruno", der im Sommer 2006 als überaus lebendiger Braunbär Berühmtheit erlangte. Bruno war ein Jungtier aus Italien, das mehrmals in bayerisches Gebiet einwanderte, als gefährlich eingeschätzt und erschossen wurde. Damit Bruno nicht in Vergessenheit gerät, kann man dem stattlichen Tier im Museum Mensch und Natur einen Besuch abstatten.

Bruno, auch als JJ1 oder "Problembär" bekannt, war das erste frei laufende Exemplar seiner Art in Deutschland seit 1835. Sein offizieller Name JJ1 rührt von seinen Eltern "Joze" und "Jurka" her, deren Erstgeborener er war, den Spitznamen Bruno gaben ihm die österreichischen Medien.

Geboren wurde Bruno 2004 im Naturpark Adamello-Brenta im italienischen Trentino, begab sich aber auf Wanderschaft durch Österreich und überquerte schließlich im Mai 2006 mehrmals die bayerische Grenze. Da er mehrere Schafe und Ziegen riss sowie Verhaltensauffälligkeiten zeigte, wurde von offizieller Seite Jagd auf ihn gemacht. Nachdem es nicht gelang, ihn lebendig einzufangen, wurde der Braunbär schließlich zum Abschuss frei gegeben und am 26. Juni 2006 erlegt. Nach seinem Tod übernahm der Freistaat Bayern die sterblichen Überreste und übergab Bruno dem Museum Mensch und Natur, das ihn sorgfältig präparieren ließ. Original ist an dem Ausstellungsstück allerdings nur das Bruno-Fell, Zähne und Skelett wurden zu Forschungszwecken weitergereicht.

In der Ausstellung im Museum Mensch und Natur trifft Bruno auf seinen Vorgänger: Der letzte Braunbär Bayerns, der vor über 170 Jahren in Ruhpolding geschossen wurde, ist ebenfalls dort ausgestellt. Das Museum im Schloss Nymphenburg ist eine würdige Ruhestätte für Bruno, widmet es sich doch der oftmals schwierigen Beziehung zwischen Mensch und Umwelt. Mit seinen wissenschaftlichen Präsentationen sorgt es zugleich für fundierte Bildung und lehrreiche Unterhaltung. So wird Bruno in eine umfassende Schau über Wildtiere eingebunden und nicht bloß als liebloses Anschauungsobjekt präsentiert.

Bruno ist also nicht umsonst gestorben. Davon können sich nun die Museumsbesucher ein Bild machen - ohne in Gefahr zu geraten, dass ihnen dabei ein Bär aufgebunden wird...