Starkbierzeit und Starkbierfeste in München

Starkbierfest im Augustinerkeller
Gute Laune beim Starkbierfest im Augustinerkeller

Starkbiersaison in München ab März

In München beginnt Anfang März die Starkbiersaison: Die großen Brauereien schenken ihr Starkbier aus und Prominente werden beim Anstich "derbleckt". Höhepunkt ist die Salvatorprobe auf dem Nockherberg. Im Special erfahren Sie mehr über die Starkbierfeste, was es mit der Geschichte des Starkbieres auf sich hat und welche Sorten es gibt...

Starkbierfeste und Derblecken - Termine

Bilder von den Starkbierfesten in München

Was ist das Derblecken?

Luise Kinseher als Mama Bavaria beim Starkbieranstich am Nockherberg 2016
Luise Kinseher derbleckt als "Bavaria" auf dem Nockherberg

Heutzutage sind die Starkbierfeste in den Münchner Brauereiwirtshäusern legendär und weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt. Zum Auftakt gibt es bei einigen Festen ein sogenanntes "Derblecken". Der Ausdruck stammt aus der Zeit, als es noch Brauch der Wirte war, ihre Stammgäste persönlich mit derben Sprüchen zu begrüßen. Die "Opfer" mussten sich das mit Humor gefallen lassen, denn eine beleidigte Reaktion führte zu noch mehr Belustigung.

Das Derblecken auf der Starkbierprobe am Nockherberg ist heuer am 8.3. der Höhepunkt der Starkbiersaison - Politiker aus München, Bayern und Berlin werden hier in der Fastenrede und dem Singspiel mit humorvollen Worten und Darstellungen bedacht. Weitere große Starkbierfeste mit Musik gibt es im Augustinerkeller, im Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz und in der Perlacher Forschungsbrauerei.

Münchner Starkbiersorten

Vorsicht: Das Starkbier hat einen höheren Alkoholgehalt als herkömmliches Bier. Umso verantwortungsvoller sollte es konsumiert werden!

Salvator: 18,3% Stammwürze, 7,9% Alkohol. Kräftiger, typisch malziger Geschmack. Paulaner-Brauerei.

Triumphator: 18,2% Stammwürze, 7,6% Alkohol. Malziger, leicht süßlich-karamellartiger Geschmack. Löwenbräu/Spaten-Brauerei (auch in den Hofbräu-Häusern).

Maximator: Stammwürze unbekannt, 7,5% Alkohol. Süffiger, dunkler Doppelbock klösterlichen Ursprungs. Augustiner-Brauerei.

Gottfried Jakobs Blonder Bock: 18% Stammwürze, 7,6% Alkohol: „Das einzige blonde Frühjahrs-Starkbier“. Forschungsbrauerei Jakob, Perlach.

Animator: 19% Stammwürze, 8,1% Alkohol. Das Stärkste in München von Hacker-Pschorr.

Innovator: Stammwürze unbekannt, 7,3% Alkohol. Giesinger Bräu - gebraut in einer Sonderaktion mit der Lutherkirche

Geschichte des Starkbiers

Salvatorausschank am Nockherberg

Nach dem Ende des Faschings beginnt in Bayern die Zeit des Starkbiers, die anno dazumal die Fastenzeit erträglicher machen sollte. Deshalb musste ein Bier her, das stärker war als alle anderen, stark und kalorienreich genug, um die Zeit der Enthaltsamkeit überbrücken zu können. Für den Ursprung des Starkbiers gibt es verschiedene Quellen. Die gängigste Geschichte ist wohl die, dass das kräftige Bier während der Fastenzeit von Salvatormönchen gebraut wurde. Denn wenn schon gefastet werden muss, dann soll es zumindest nicht an flüssiger Nahrung fehlen.

Die Paulanermönche, die aus Italien nach München kamen, brauten bereits 1629 ihr erstes Starkbier nach dem Rezept des Maibocks, nur noch stärker (Doppelbock) und tauften es „Sankt Vater“. Später machte der Volksmund daraus den Namen „Salvator“. Um 1700 pilgerten die Münchner zum Bier trinken in das Kloster vor den Toren der Stadt, obwohl die Paulaner gar kein offizielles Braurecht besaßen. Bier durfte bis dahin nur an Personen ausgeschenkt werden, die zum Kloster gehörten. Erst der bayerische Kurfürst Karl Theodor lockerte 1780 die strengen Regeln zum Bierausschank, die von den findigen Mönchen eher locker gehandhabt wurden. Die Starkbierzeit endet spätestens an Ostern. Danach folgt die Maibock-Saison, mit der man standesgemäß den Frühling begrüßt.

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