Starkbierzeit und Starkbierfeste in München

Starkbierfest im Augustinerkeller, Foto: muenchen.de/Maria Romanska
Gute Laune beim Starkbierfest im Augustinerkeller

Die Starkbiersaison 2018 beginnt in der Fastenzeit nach Fasching. Im Special erfahren Sie mehr über die Geschichte des Starkbieres und welche Sorten es gibt...

Bilder von den Starkbierfesten in München

Was ist das Derblecken?

Luise Kinseher als Mama Bavaria beim Starkbieranstich am Nockherberg 2016, Foto: picture alliance / dpa
Luise Kinseher derbleckt als "Bavaria" auf dem Nockherberg

Heutzutage sind die Starkbierfeste in den Münchner Brauereiwirtshäusern legendär und weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt. Zum Auftakt gibt es bei einigen Festen ein sogenanntes "Derblecken". Der Ausdruck stammt aus der Zeit, als es noch Brauch der Wirte war, ihre Stammgäste persönlich mit derben Sprüchen zu begrüßen. Die "Opfer" mussten sich das mit Humor gefallen lassen, denn eine beleidigte Reaktion führte zu noch mehr Belustigung.

Das Derblecken auf der Starkbierprobe am Nockherberg ist stets der Höhepunkt der Starkbiersaison - Politiker aus München, Bayern und Berlin werden hier mit humorvollen Worten und Darstellungen bedacht. Am 28.2.2018 knöpft sich "Mama Bavaria" Luise Kinseher in ihrer Fastenrede die Großkopferten vor, anschließend folgt die Aufführung eines Singspiels mit Politiker-Doubles. Weitere große Starkbierfeste mit Musik gibt es im Augustinerkeller, im Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz und in der Perlacher Forschungsbrauerei.

Münchner Starkbiersorten

Vorsicht: Das Starkbier hat einen höheren Alkoholgehalt als herkömmliches Bier. Umso verantwortungsvoller sollte es konsumiert werden!

Salvator: 18,3% Stammwürze, 7,9% Alkohol. Kräftiger, typisch malziger Geschmack. Paulaner-Brauerei.

Triumphator: 18,2% Stammwürze, 7,6% Alkohol. Malziger, leicht süßlich-karamellartiger Geschmack. Löwenbräu/Spaten-Brauerei (auch in den Hofbräu-Häusern).

Maximator: Stammwürze unbekannt, 7,5% Alkohol. Süffiger, dunkler Doppelbock klösterlichen Ursprungs. Augustiner-Brauerei.

Animator: 19% Stammwürze, 8,1% Alkohol. Das Stärkste in München von Hacker-Pschorr.

Andere Starkbiersorten, die in München gebraut werden

St. Jakobus Blonder Bock: 18% Stammwürze, 7,6% Alkohol: „Das einzige blonde Frühjahrs-Starkbier“. Forschungsbrauerei Jakob, Perlach

Innovator: Stammwürze unbekannt, 7,3% Alkohol. Giesinger Bräu - gebraut in einer Sonderaktion mit der Lutherkirche

Aviator: 18% Stammwürze, 7,7% Alkohol. Airbräu am Münchner Flughafen

Video: Paulaner-Chef Andreas Steinfatt im Gespräch über Nockherberg und Starkbier

Endlich wieder Starkbierzeit! Wir haben mit Paulaner-Chef Andreas Steinfatt darüber gesprochen, was das süffige Bier so besonders macht. Außerdem verrät er uns, wie der Abend der Starkbierprobe auf dem Nockherberg für ihn abläuft und was es mit dem neuen Paulaner-Salvator-Preis auf sich hat...

Geschichte des Starkbiers

, Foto: muenchen.de
Salvatorausschank am Nockherberg

Nach dem Ende des Faschings beginnt in Bayern die Zeit des Starkbiers, die anno dazumal die Fastenzeit erträglicher machen sollte. Deshalb musste ein Bier her, das stärker war als alle anderen, stark und kalorienreich genug, um die Zeit der Enthaltsamkeit überbrücken zu können. Für den Ursprung des Starkbiers gibt es verschiedene Quellen. Die gängigste Geschichte ist wohl die, dass das kräftige Bier während der Fastenzeit von Salvatormönchen gebraut wurde. Denn wenn schon gefastet werden muss, dann soll es zumindest nicht an flüssiger Nahrung fehlen.

Die Paulanermönche, die aus Italien nach München kamen, brauten bereits 1629 ihr erstes Starkbier nach dem Rezept des Maibocks, nur noch stärker (Doppelbock) und tauften es „Sankt Vater“. Später machte der Volksmund daraus den Namen „Salvator“. Um 1700 pilgerten die Münchner zum Bier trinken in das Kloster vor den Toren der Stadt, obwohl die Paulaner gar kein offizielles Braurecht besaßen. Bier durfte bis dahin nur an Personen ausgeschenkt werden, die zum Kloster gehörten. Erst der bayerische Kurfürst Karl Theodor lockerte 1780 die strengen Regeln zum Bierausschank, die von den findigen Mönchen eher locker gehandhabt wurden. Die Starkbierzeit endet spätestens an Ostern. Danach folgt die Maibock-Saison, mit der man standesgemäß den Frühling begrüßt.

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