Paris Saint-Germain zu abgezockt für die Bayern

Thomas Müller von Bayern geht nach dem Tor zum 2:0 über den Platz., Foto: dpa
Thomas Müller geht nach dem Tor von Paris zum 2:0 über den Platz.

0:3-Niederlage des FC Bayern in der Champions League

(28.9.2017) Der FC Bayern hat mit einer Niederlage gegen Paris Saint-Germain das Debakel der Bundesligaclubs in der Champions League komplettiert. Der deutsche Fußball-Meister ging am Mittwoch im Pariser Prinzenpark-Stadion mit 0:3 (0:2) unter. Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge kündigte Konsequenzen an.

Dani Alves (2. Minute), Edinson Cavani (31.) und Neymar (63.) erzielten die Tore für  PSG, die von der brüchigen Münchner Defensive nicht aufzuhalten waren. Die höchste Niederlage in einem Vorrundenspiel der Königsklasse war eine Demütigung für die Münchner - und besonders auch für Carlo Ancelotti. Der Trainer hatte eine verblüffende Aufstellung gewählt, die floppte. Besonders der Verzicht auf das Weltmeister-Duo Mats Hummels und Jérôme Boateng im Abwehrzentrum verwunderte.

Dafür agierte neben Javi Martinez der unerfahrene Niklas Süle. Und vorne spielten anstatt Arjen Robben und Franck Ribéry Thomas Müller und James Rodriguez. Dagegen stand die PSG-Bestformation mit dem Traumtrio Neymar, Edinson Cavani und Kylian Mbappé. Für Julian Draxler blieb da natürlich nur die Bank.

Und 222-Millionen-Mann Neymar sorgte gleich für einen Paukenschlag, zog an Thiago vorbei in den Strafraum und spielte quer auf den völlig freistehenden Alves. Der vollendete nach rund 90 Sekunden gegen Bayern-Keeper Sven Ulreich. Aber die Bayern erholten sich schnell von diesem Schock, nahmen das Spiel in die Hand und erarbeiteten sich optisch ein Übergewicht. Viele Eckbälle und Halbchancen von Müller (12. Minute) und Martinez (19.) sprangen dabei heraus.

Auch Rudy und Coman können das Blatt nicht wenden

Der Eindruck verflüchtigte sich aber schnell, weil PSG gnadenlos die fehlende Kompaktheit der Bayern in der Rückwärtsbewegung ausnutzte. Mit schnellen Pässen und Läufen spielten sich die Gastgeber große Chancen heraus. Neymar verstolperte nach einem Konter das mögliche 2:0 (22.), Cavani verzog wenig später (27.).

Dann aber zeigte der Uruguayer seine Weltklasse, als er nach Ablage von Mbappé mit einem Schuss aus 16 Metern das 2:0 erzielte. In der Folge zeigten sich in der Defensive des deutschen Meisters fast Auflösungserscheinungen. Ulreich verhinderte gegen Cavani das mögliche 0:3 (37.). Und Neymar kam Schritt zu spät (38.). Die Bayern waren mit dem Zwei-Tore-Rückstand zur Pause bestens bedient.

Zur zweiten Halbzeit brachte Ancelotti Sebastian Rudy und Kingsley Coman für die wirkungslosen James und Corentin Tolisso. Damit wechselte er die vermeintlichen Topzugänge aus. Bei den Bayern ragte nur Martinez heraus, der vorne Chancen hatte und hinten ausbügelte, was er konnte. Ausfälle waren hingegen Thiago und Arturo Vidal. Die Demütigung war das 0:3, als Mbappé sich durch die Bayern-Abwehr spielte und Neymar abstaubte. Robben auf Bayern- und Draxler auf PSG-Seite kamen rein, als das Spiel entschieden war.

Rummenigge kündigt nach "bitterer Niederlage" Konsequenzen an

Karl-Heinz Rummenigge vor dem Abflug zum Spiel gegen Atletico Madrid, Foto: Eric Deyerler
Karl-Heinz Rummenigge.

Nach der Niederlage will die Vereinsführung der Bayern nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. "Ich glaube, es war eine ganz bittere Niederlage", sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge in der Nacht zum Donnerstag in seiner Bankettrede im Teamhotel, die der Verein auf seiner Website veröffentlichte.

Rummenigge sprach auf der vereinsinternen Veranstaltung von einer Niederlage, "über die es zu sprechen gilt, die es zu analysieren gilt und aus der wir auch in Klartextform Konsequenzen ziehen müssen". Welche das sein könnten, sagte der Vorstandschef nicht. Es könnte aber durchaus auch für Trainer Carlo Ancelotti ungemütlich werden.

"Ich denke, das, was wir heute Abend gesehen haben, war nicht Bayern München", erklärte Rummenigge. Er beendete die kurze Ansprache mit einer deutlichen Forderung: "Es ist wichtig, dass wir schnell nach diesem Spiel wieder die Kurve kriegen und uns als Bayern München präsentieren. Und dann eben auch zeigen, dass wir eine Mannschaft sind, die in den letzten Jahren in Europa und auch national für Furore gesorgt hat, und dass wir da wieder anschließen."

muenchen.de/dpa

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