Wo sich Münchens Indie-Szene trifft

Hier gibt’s handgemachte Musik mit ganz viel Gitarre & Gesang

Zugegeben: Die langhaarigen Headbanger aus vergangenen Zeiten sind in München eine aussterbende Spezies. Das heißt aber noch lange nicht, dass Alt-Rocker in Lederkluft und Jung-Indieaner mit Hipster-Bart beim Weggehen darben müssen.

BACKSTAGE: Still alive!

Die seit 27 Jahren wacker kämpfende Institution für Konzertgänger und Partysanen mit alternativem Musikgeschmack hat zwar einige Umzüge hinter sich, aber Regulars wie die Rockers-Party am Donnerstag, der „Crossing Friday“ oder der Samstags-Dauerbrenner „Freak Out“ auf drei Areas sind aus der Stadt kaum mehr wegzudenken.
Backstage

CORD CLUB: Wohnzimmer am Stachus

Herrlich unprätentiöses Feier-Wohnzimmer mit Sonnenstraßen-Panoramablick. Einfach hinauf in den 1. Stock und dann unter der mit Glühbirnen gefütterten Holzdecke im Karussell-Look zu Indie-Knallern die Beine ausschütteln. Sehr amüsant ist auch die offene Bühne für selbsternannte Rampenlichtgestalten am Freitag.
Cord Club

CRASH: rockiges Relikt der 68er

Das Crash ist ein echtes Alt-68er-Überbleibsel und kann stolz auf ein halbes Jahrhundert zurückblicken. Die Gäste hingegen sind vergleichsweise jung. Am Donnerstag stehen die Studenten Schlange bei der Ladies Night, für alle Mädels gibt‘s ein Freigetränk nach Wahl. Am Wochenende rocken die DJs wie eh und je.

EDDY‘S ROCK CLUB : Party mit Kicker

Das neue Werkviertel rockt! Im Erdgeschoss des Werk 3 hat Eddy Graf sein offenes Wohnzimmer für Livemusik und Rockpartys eingerichtet. Die Sound-Palette reicht von Blues über Pop und Rock bis hin zu Heavy Metal. Auch die monatliche Depeche-Mode-Party hat hier ein neues Zuhause gefunden. Und ein Kicker wartet natürlich auch auf Drehmomente.

KISTE: Live Gigs bis zum Abriss

Kunst, Musik und Alkohol – nicht mehr und nicht weniger gibt‘s nach eigener Auskunft in diesem Flachbau Nähe Münchner Freiheit, der angeblich auch schon bald zu den Gentrifizierungsopfern zählen soll. Aber so lange die Bagger noch nicht anrollen, baggern wir lieber selbst und rock’n’rollen bei Live-Gigs oder zucken vorm Electro-DJ.
Kiste

MILLA: Livebands und Longdrinks

Keine optische Täuschung! Der Raum ist wirklich leicht gekrümmt und fällt zur Bühne hin ab. Also Vorsicht bei hohem Promille-Pegel! Bier und Longdrinks gibt‘s am oberen Ende der Feierbanane. Für Stimmung sorgen erst Livebands, später übernehmen die DJs das Zepter. Ex-Fußballer Mehmet Scholl wurde auch schon am Mischpult gesichtet.
Milla

STROM: Alles für alle!

Auch hier stehen Konzertfans und Partygänger gleichermaßen unter Strom und lassen sich von der gut austarierten Soundanlage das Zwerchfell massieren. Am Wochenende packen die DJs einen echt tanzbaren Mix aus Alternative, Indie, Punkrock, Britpop und elektronischen Beats auf die Plattenteller.

SUBSTANZ: Feiern und dichten

Nicht mehr lange, dann feiert auch das Substanz seine persönliche Ü30-Party. Der Club gegenüber vom KVR ist eine Münchner Institution. Okay, die Livekonzerte sind im Vergleich zu früher seltener geworden, aber die DJs legen immer noch substanziellen Sound auf. Und der legendäre Dichter-Wettstreit „Poetry Slam“ ist ein Must.


Text: Alex Wulkow
Fotos: Lionman

Januar 2018

 

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