Öko-Wiesn

Umweltschonende Wiesn-Gaudi

Dass sich ausgelassene Volksfeststimmung und ökologische Verträglichkeit nicht ausschließen müssen, beweist das Münchner Oktoberfest seit vielen Jahren. Mit der erfolgreichen Umsetzung von Öko-Richtlinien entwickelt sich die Wiesn in dieser Hinsicht immer mehr zum Vorzeigeprojekt.

Abfallreduzierung vor Ort

Umweltschonende Maßnahmen beginnen bereits bei der Abfallvermeidung. So ist auf dem Oktoberfest seit 1991 ausschließlich Mehrweggeschirr und -besteck zugelassen. Zum einen trägt dies erheblich zur Müllvermeidung bei, zum andern ist dies natürlich auch ein erheblicher Gewinn für die Esskultur: Hendl, Steckerlfisch und Ochs vom Spieß schmecken auf Porzellangeschirr serviert eben gleich viel besser als auf Papptellern.

Was dennoch an Abfällen übrig bleibt, wird vor Ort sortiert. Die Wertstoffe werden in die dafür vorgesehenen Sammelbehälter gebracht, die das Tourismusamt in Zusammenarbeit mit dem städtischen Abfallwirtschaftsbetrieb München aufgestellt hat. Altglas wird von den gastronomischen Großbetrieben über eigene Container entsorgt, Küchen- und Speisereste werden getrennt erfasst und der gesonderten Verwertung zugeführt.

Wasser-Recycling-Projekt

Auch der Wasserverbrauch konnte seit 1998 mit Hilfe eines Recycling-Projektes erheblich reduziert werden. Immer mehr Zelte leiten das Wasser aus den Bierkrugspülmaschinen nicht direkt in den Abwasserkanal, sondern verwenden es noch einmal als Brauchwasser in den Zelttoiletten. Allein im vergangenen Jahr konnten durch diese Maßnahme 6400 Kubikmeter Wasser eingespart werden.

Öko-Strom "M-Natur"

Der Stromverbrauch auf dem größten Volksfest der Welt ist natürlich enorm. Umso besser ist es da, dass sich mittlerweile schon mehr als die Hälfte aller Schausteller und Wirte für die Verwendung von Ökostrom entschieden haben. Die Festleitung geht mit gutem Beispiel voran: Seit 2000 werden alle öffentlichen Bereiche der Wiesn, die Wiesn-Straßen und die öffentlichen Toiletten mit Öko-Strom versorgt.

Mit dem Öko-Strom-Angebot der Stadtwerke "M-Natur" erhalten die Wiesn-Anbieter Strom, der ausschließlich in SWM-eigenen Wasserkraftwerken erzeugt wird.

Trotz des Aufpreises lohnt sich die Umstellung, denn das Bewertungssystem für die Zulassung der Bewerber um die Wiesn-Teilnahme wurde 1995 um den Punkt "ökologische Verträglichkeit" erweitert.

Dieses Umdenken fördert auch neue Ideen: Energiesparlampen in den Fahrgeschäften und Solaranlagen auf den Zeltdächern sind nur einige von vielen Möglichkeiten für die Teilnehmer, langfristig Kosten und Energie gleichermaßen einzusparen.

Leckere Bio-Wiesn-Schmankerl

Seit sieben Jahren sind auf dem Oktoberfest Wiesn-Schmankerl in Bio-Qualität im Angebot. Besonders in den kleineren Betrieben stehen zunehmend auch ökologisch zertifizierte Lebensmittel auf der Speisekarte. Deftige Grill-Hendl oder Bratwürste dürfen dabei natürlich ebenso wenig fehlen wie Mandeln, Waffeln, glasierte Bio-Früchte und andere süße Wiesn-Schleckereien.