Münchner Brauereien auf der Wiesn

Panorama der Wirtsbudenstraße beim Oktoberfest, Foto: Exithamster

Die sechs großen Münchner Brauereien schenken Bier auf dem Oktoberfest aus. Wir verraten Euch, was die Traditionshäuser so besonders macht.

Augustiner: Stilecht aus dem Holzfass

Augustiner Brauerei Logo, Foto: Augustiner Brauerei

So eine langjährige Brauertradition gibt es wirklich selten. Das erste Foto, auf dem nachweislich frisches Augustiner auf dem Oktoberfest serviert wird, stammt bereits von 1867. Aber für die älteste Brauerei Münchens sind diese 150 Jahre ja nur eine kurze Episode, denn die erste namentliche Nennung des Augustiners geht auf das Jahr 1328 zurück.

Oktoberfestbier von Augustiner wird ausschließlich aus dem "Hirschen" genannten 200-Liter-Holzfass ausgeschenkt. Dass die Brauer im Laufe der Jahrhunderte ihre Kunst perfektioniert haben, bestätigen aber nicht nur Wiesn-Besucher. Auch in unzähligen Münchner Gastwirtschaften und einigen Biergärten wird das Bier mit dem markanten Mönch-Logo ausgeschenkt. Das Stammhaus befindet sich übrigens mitten im Herzen der Fußgängerzone, in der Neuhauser Straße. Und wir verraten kein Geheimnis, wenn wir sagen: Es ist so gut wie immer voll. Qualität spricht sich halt herum...

Fakten zu Augustiner

Wusstet Ihr schon? Das Brauwasser bezieht die Brauerei aus einem 230 Meter tiefen Brunnen
Wiesn-Festzelte mit Augustiner-Bier: Augustiner Festhalle, Fischer-Vroni, Festzelt Tradition
Eigentümer: Mehrheitlich Edith-Haberland-Wagner-Stiftung, restliche Anteile im Besitz der Familie Inselkammer
Gegründet im Jahr: 1328

Hacker-Pschorr: Die himmlische Brauerei

Logo Hacker Pschorr, Foto: Hacker Pschorr

Himmel der Bayern – so heißt das Hacker-Festzelt auf der Wiesn. Und jeder, der das süffige Wiesnbier dort schon mal getrunken hat, wird die Bezeichnung „himmlisch“ bestätigen. Das sehen längst nicht nur Bayern so - die Hacker Brauerei ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Im Jahr 1876 wurde die Braukunst von Hacker-Pschorr auf der Weltausstellung in Philadelphia als bestes Bier ausgezeichnet. Erstmals erwähnt wurde die Brauerei im Jahr 1417, schon damals wurde im alten Brauhaus an der Ecke Sendlinger-/ Hackenstraße Hacker-Bier hergestellt.

Heute steht dort das Alte Hackerhaus, in dem Bierkenner immer noch den traditionsreichen Gerstensaft der Münchner Brauerei genießen. Auch im Pschorr direkt am Viktualienmarkt gibt’s natürlich Hacker-Bier, und das moderne Wirtshaus in Münchens "Guter Stube" zieht Einheimische wie Besucher in Scharen an.

Fakten zu Hacker-Pschorr

Wusstet Ihr schon? Der Name Hacker-Pschorr geht auf das Ehepaar Maria-Theresia Hacker und Joseph Pschorr zurück, die sich im Jahr 1793 das „Ja“-Wort gaben.
Wiesn-Festzelte mit Hacker-Bier: Hacker Festzelt, Pschorr-Bräurosl, Herzkasperl Festzelt
Eigentümer: Paulaner Brauerei Gruppe GmbH & Co. KGaA (70 Prozent der Anteile daran hält die Schörghuber-Unternehmensgruppe, 30 Prozent die niederländische Brauerei Heineken)
Gegründet im Jahr: 1417

Hofbräu: Das Bier mit der adligen Note

Hofbräu Logo, Foto: Hofbräu

Schwer zu sagen, was berühmter ist: Das Hofbräuzelt auf dem Oktoberfest oder das weltbekannte Hofbräuhaus am Platzl? Eines haben beide jedenfalls gemeinsam, hier wird das Bier der „Blaublüter“ ausgeschenkt.

Wie der Name schon vermuten lässt, geht die Gründung auf einen Herzog, genauer Wilhelm V. zurück, der 1589 den Bau des Brauhauses veranlasste. Als Bayern im Jahr 1806 ein eigenes Königreich wurde, wurde auch das Hofbräuhaus zum „Königlichen Hofbräuhaus“ aufgewertet. Heute ist es mit der offiziellen Bezeichnung „Staatliches Hofbräuhaus“ zwar namentlich wieder eine Nummer kleiner, aber das macht das Hofbräu-Bier keineswegs schlechter.

Im Gegenteil, wer sich einmal selbst vom fürstlichen Geschmack überzeugen will, hat neben der Wiesn und dem weltberühmten Haus am Platzl mit dem Hofbräukeller am Wiener Platz eine etwas ruhigere Option – übrigens mit einem traumhaften Biergarten. Oder man fährt nach Las Vegas, Dubai oder St. Petersburg, denn auch dort stehen „Hofbräuhäuser“ – selbstverständlich lizensiert vom Münchner Original.

Fakten zu Hofbräu

Wusstet Ihr schon? Das ursprüngliche Hofbräuhaus befand sich im Alten Hof, ein paar Meter entfernt von der heutigen Lokalität. Erst 1808 zog die Brauerei in das Gebäude am Platzl.
Wiesn-Festzelte mit Hofbräu-Bier: Hofbräu Festzelt
Eigentümer: Staatsbetrieb des Freistaates Bayern
Gegründet im Jahr: 1589

Löwenbräu: Bier mit Wappentier

Löwenbräu Logo, Foto: Löwenbräu

Nein, einfach Vorbeirauschen ist praktisch unmöglich – wenn der riesige mechanische Löwe am Löwenbräu-Zelt brüllt, geht das auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück. Denn erstmals wurde im Jahr 1524 ein gewisser Bierbrauer namens Jörg Schnaitter in München erwähnt. Er rührte seinen Gerstensaft – wie sollte es anders sein – in der Löwengrube 17 zusammen.

Das ist der sagenumwobene Ursprung des Löwenbräu-Bieres, denn der eigentliche Name „Löwenbräu“ taucht erst über 200 Jahre später erstmals im Münchner Biersudverzeichnis auf. Im Jahr 1883 eröffnete die Brauerei dann den Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz – bis heute einer der beliebtesten Münchner Biergärten und Treffpunkt.

Eine besondere Rekordmarke hat Löwenbräu unter den Münchner Brauereien aufgestellt, die für immer in den Geschichtsbüchern bestehen bleibt. Als erstes Münchner Brauhaus hat Löwenbräu im Jahr 1928 über eine Million Hektoliter Bier produziert – und die Wiesn war sicher nur ein Grund dafür, warum der Gerstensaft schon damals so reißenden Absatz fand.

Fakten zu Löwenbräu

Wusstet Ihr schon? Der mechanische Löwe auf der Wiesn hatte ab dem Jahr 1952 „Brüll-Verbot“. Aber bereits im Jahr 1954 wurde dieses Verbot wieder aufgehoben.
Wiesn-Festzelte mit Löwenbräu-Bier: Löwenbräu Festzelt, Schützenfestzelt
Eigentümer: Anheuser-Busch InBev
Gegründet im Jahr: 1524

Paulaner: Die jüngste Traditionsbrauerei

Logo von Paulaner, Foto: Paulaner

Die Paulaner Brauerei hat mit dem Winzerer Fähndl das größte Festzelt auf der Wiesn – und das, obwohl sie eigentlich die jüngste der Münchner Traditionsbrauereien ist. Ihre erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1634 ist durchaus kurios.

Die Mönche des Klosters Neudeck ob der Au verschenkten ihr überschüssiges Bier an die Armen oder verkauften es in den Klosterschänken. Da das Bier in München immer beliebter wurde, beschwerten sich die Privatbrauer bei der Stadt – in diesem Schreiben wird der Name Paulaner zum ersten Mal überhaupt offiziell genannt.

Das Bier, das die Mönche brauten, hieß übrigens damals schon „Salvator“. Heute ist es Freunden des Starkbieres vor allem vom Nockherberg bekannt. Hier befindet sich auch das Stammhaus von Paulaner, wobei die Brauerei selbst mittlerweile in Langwied produziert. Ein weiteres sehr traditionsreiches Münchner Wirtshaus, in dem Paulaner ausgeschenkt wird, ist das 1450 gegründete „Zum Spöckmeier“ in der Innenstadt. Also selbst wenn es hier um die jüngste Münchner Traditionsbrauerei geht: Auf eine lange Geschichte blickt auch Paulaner zurück.

Fakten zu Paulaner

Wusstet Ihr schon? Paulaner hat 1986 mit dem Watzinger Weißbier das erste alkoholfreie Weißbier der Welt gebraut.
Wiesn-Festzelte mit Paulaner-Bier: Winzerer Fähndl, Armbrustschützenzelt, Käfer Wiesn-Schänke, Kufflers Weinzelt
Eigentümer: Paulaner Brauerei Gruppe GmbH & Co. KGaA (70 Prozent der Anteile daran hält die Schörghuber-Unternehmensgruppe, 30 Prozent die niederländische Brauerei Heineken)
Gegründet im Jahr: 1634

Spaten: "Lass Dir raten, trinke..."

Spaten Logo, Foto: Spaten

„O’zapft is!“ – wenn der legendäre Ruf durch das Schottenhamel Festzelt hallt, dann ist die erste Maß Spaten-Bier nicht mehr weit. Denn traditionell kommt das erste Festbier auf dem Oktoberfest für den bayerischen Ministerpräsidenten von Spaten.

Die zweitälteste Münchner Brauerei blickt vor allem im 19. Jahrhundert auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Spaten war im Jahr 1807 die kleinste Münchner Brauerei - aber schon 1867 die größte. Das lag vor allem an der Familie Sedlmayer, die die Brauerei geschickt vergrößerte.

Der legendäre Werbespruch „Lass Dir raten, trinke Spaten“ stammt aus dem Jahr 1924 und wird bis heute verwendet. Besonders schön lässt sich das Bier im Spatenhaus an der Oper trinken. Aber auch viele kleinere Lokale und Wirtschaften schenken das traditionsreiche Münchner Bier aus.

Fakten zu Spaten

Wusstet Ihr schon? Das erste Weißbier der Spaten-Brauerei feierte auf dem Oktoberfest 1964 Premiere. Damals noch unter dem etwas gewöhnungsbedürftigen Namen „Champagner-Weiße“.
Wiesn-Festzelte mit Spaten-Bier: Schottenhamel, Ochsenbraterei, Marstall
Eigentümer: Anheuser-Busch InBev
Gegründet im Jahr: 1397

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