Sicherheitskonzept für das Oktoberfest 2016 beschlossen

Im Gespräch mit muenchen.de zählt Bürgermeister Josef Schmid die Kernpunkte des überarbeiteten Oktoberfest-Sicherheitskonzepts auf.

Verbot von großen Taschen und Rucksäcken, flexibler Zaun

Aufgrund der jüngsten Entwicklungen wird das Sicherheitskonzept für das Oktoberfest 2016 angepasst. Nach der Vorstellung der Maßnahmen am 17.8. wurde die neue Oktoberfestordnung einstimmig vom Feriensenat des Stadtrats beschlossen. So wird es unter anderem ein Verbot von Rucksäcken und großen Taschen sowie einen flexiblen Zaun an der Hangkante zur Theresienhöhe geben.

Neues Zutrittskonzept für das mittlere Wiesn-Wochenende

Der Haupteingang auf das Oktoberfest.
Wiesn-Eingang auf der Theresienwiese

(22.9.2016) Aufgrund des zu erwartenden höheren Besucherandrangs am mittleren Wiesn-Wochenende (24. und 25.9.) wird das Zutrittskonzept angepasst. Ziel ist es, einen reibungslosen Zugang auf das Festgelände zu gewährleisten und gleichzeitig das Verbot von Rucksäcken und großen Taschen mit einem Fassungsvermögen von mehr als drei Litern zu überwachen.
Mehr zum Zutrittskonzept für das mittlere Wiesn-Wochenende
 

Die wesentlichen Neuerungen für die Wiesn 2016 in der Übersicht:

  • es wird ein Verbot von Rucksäcken und schweren Taschen ausgesprochen
  • eine entsprechende Kontrolle wird an allen Eingängen durchgeführt
  • zusätzlich können dort Personenkontrollen und (bei kleineren Taschen) Gepäckkontrollen erfolgen
  • die offene Flanke an der Hangkante entlang der Theresienhöhe wird mit einem Sicherheitszaun geschlossen, um eine Umgehung der Kontrollen zu verhindern
  • der Eingang am U-Bahnhof Theresienwiese wird so geändert, dass von dort keine Gäste unkontrolliert auf das Gelände gelangen

Einige wenige Ausnahmen werden bei der Taschen-Kontrolle gemacht. Versehen mit der „Security Check-Banderole“ können so zum Beispiel notwendiges medizinisches Gerät und Wickeltaschen für Kleinkinder mitgeführt werden.

Keine Gepäckstücke mit Fassungsvermögen über 3 Liter erlaubt

So schön ist die Wiesn , Foto: David-Pierce Brill

Nach dem Amoklauf am OEZ und vor allem den Bombenanschlag in Ansbach wurde das Sicherheitskonzept für das Oktoberfest 2016 einer eingehenden Prüfung unterzogen. Die Sicherheitsexperten entschieden sich dafür, ein generelles Verbot von Rucksäcken und Taschen einzuführen, die ein Fassungsvermögen von 3 Litern überschreiten. Um dieses Verbot zu kontrollieren, wird die letzte offene Stelle des Geländes an der Hangkante zur Theresienhöhe durch einen flexiblen Sicherheitszaun geschlossen. Dieser Zaun kann in weniger als einer Minute geöffnet werden. An den Zugängen wird das Rucksack- und Taschenverbot von den Ordnungskräften kontrolliert, zu diesem Zweck werden zusätzliche Sicherheitsleute eingestellt. In Spitzenzeiten werden bis zu 450 Ordner gleichzeitig im Einsatz sein.

Aufbewahrungsstationen rund um die Theresienwiese

Wiesn-Eingang U-Bahnhof, Foto: SWM/MVG
Der U-Bahn-Eingang Theresienwiese.

Das Verbot gilt nicht für Leute mit einem sogenannten berechtigten Interesse wie etwa Wiesn-Bedienungen oder Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Ausnahmen gibt es daneben nur in begründeten Fällen, z.B. für den Transport erforderlicher medizinischer Geräte und Arzneimittel. Rund um das Festgelände werden Gepäckaufbewahrungsstationen eingerichtet, an denen die Oktoberfestbesucher ihre Rucksäcke und Taschen einschließen können. Auch die Situation beim U-Bahn-Eingang Theresienwiese wird neu geordnet. Die Wiesngänger werden durch Ordner, Wegweiser und einen Zaun auf den Bavariaring umgeleitet, von wo aus sie dann zu den bekannten Eingängen kommen.

Hier geht es zum Wiesn-Übersichtsplan mit den Standorten für Gepäckaufbewahrung

Ordnungsdienst zu Durchsuchungen berechtigt

Oktoberfest 2014, Foto: Katy Spichal

Um die Sicherheit auf dem Festgelände zu gewährleisten, ist der Ordnungsdienst berechtigt, Rucksäcke und Taschen jeglicher Größe sowie mitgeführte Gegenstände zu kontrollieren. Auch dürfen die Mitarbeiter Personen, die verbotene Gegenstände auf das Festgelände bringen wollen, zum Verlassen des Geländes auffordern. Verboten ist das Mitbringen von Glasflaschen, Gassprühdosen mit schädlichem Inhalt, ätzenden oder färbenden Substanzen und von Gegenständen, die als Hieb-, Stoß- oder Stichwaffen verwendet werden können. Das Mitbringen von Kinderwagen bleibt wie bisher zu manchen Zeiten erlaubt. An Samstagen und am „Tag der Deutschen Einheit“ ist es ganztägig verboten. Dasselbe gilt für alle übrigen Tage ab 18 Uhr.

Bürgermeister Schmid: "Schlüssiges Sicherheitskonzept erarbeitet"

„Ich bin froh darüber, dass es uns im Konsens aller Beteiligten gelungen ist, ein schlüssiges Sicherheitskonzept für die Wiesn zu erarbeiten“, so der Leiter des Referats für Arbeit und Wirtschaft, Bürgermeister Josef Schmid. „Mit dem angepassten Konzept ziehen wir die Lehren aus den jüngsten Ereignissen, ohne den Charakter der Wiesn grundsätzlich zu verändern. Das notwendige Taschen- und Rucksackverbot kann nur durchgesetzt werden, wenn es keinen unkontrollierten Zugang auf die Wiesn gibt.“ Und Kreisverwaltungsreferent Dr. Thomas Böhle ergänzt: „Gemeinsames Ziel war es, in dieser neuen Situation die Sicherheit auf dem Oktoberfest zu erhöhen. Das Verbot großer Taschen und Rucksäcke auf dem Festgelände ist dafür ein wichtiger Baustein. Absolute Sicherheit gibt es auf dieser Welt leider nicht."

Die komplette Oktoberfest-Verordnung PDF, 3432 KB

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