Das Oktoberfest-Tagebuch 2017

Impressionen vom letzten Wiesntag, Foto: muenchen.de/Katy Spichal

Auch 2017 hatten wir wieder eine herrliche Wiesn! Wer nochmal an die Stimmung erinnert werden will, kann in unserem Oktoberfest-Tagebuch nachlesen, was los war. Schließlich schreibt das größte Volksfest der Welt immer noch die besten Geschichten.

Fotos: So schön war der letzte Wiesn-Tag am 3.10.2017

Dienstag, 3.10.: Böllerschießen, Wiesnhit und traumhaftes Wetter

Böllerschießen auf der Wiesn, Foto: muenchen.de/Katy Spichal

Der letzte Wiesn-Tag fing zwar etwas verregnet an, aber am Nachmittag wurde es dann traumhaft schön. Sogar die Sonne ließ sich zum Wiesn-Ausklang noch mal blicken. So regnete es zunächst auch beim diesjährigen Böllerschießen stark, als   sich die Wiesn knallend von ihren Gästen verabschiedete und die Schützen um Punkt 12 Uhr mit einer Blaskapelle das Ende des Oktoberfests einläuteten. Kurz darauf wurde man wohl von Petrus erhört und die Regenwolken verschwanden.

 

 

Schönes Wetter am letzten Wiesn-Tag, Foto: muenchen.de

7,5 Millionen getrunkene Maß Bier, 127 verspeiste Ochsen, 4.055 Fundstücke - diese Zahlen entstammen dem vorläufigen Oktoberfest-Schlussbericht, den die Festleitung am Mittag bei einer Pressekonferenz bekannt gab. "Es ist eine gmiatliche Wiesn, eine wunderbare Wiesn, eine Wiesn zum Flanieren, eine Wiesn zum Genießen", sagte Festleiter Josef Schmid. Und es gibt einen neuen, alten Wiesnhit: „Hulapalu“ von Andreas Gabalier. Zum großen Finale am Abend wurde es in den Zelten noch einmal emotional, als das 184. Oktoberfest mit einem Lichtermeer und den schönsten "Rausschmeißer"-Songs gebührend verabschiedet wurde.

Montag, 2.10.: Es "münchnert" wieder auf der Wiesn

Der Münchner Vogelpfeifer auf der Wiesn, Foto: muenchen.de/Dan Vauelle

So langsam treten die Touristen die Heimreise an - das lockt vor allem die Münchner noch mal auf die Wiesn. Zeit, um die eingesessenen Institutionen zu besuchen: Im Bild schaut Wiesngängerin Sophia aus München bei Peter Berger, einem der Münchner Vogelpfeifer, vorbei. Seine Familie ist mittlerweile seit 80 Jahren auf dem Oktoberfest - und nicht nur Sophia ist begeistert davon, wie er die Vogelstimmen imitiert. Wenn Ihr miterleben wollt, wie er "einen zwitschert": Ihr findet den Stand gegenüber vom Toboggan.

Münchner auf dem Oktoberfest, Foto: muenchen.de/Dan Vauelle

Es ist eine ganz besondere Atmosphäre, wenn das Oktoberfest austrudelt und sich die Leute auch mehr Zeit mitnehmen. Absichtslos umherschlendern, einfach mal in den Wiesntag hineinleben - das tritt nun an die Stelle von hektischem Nacheinander von allem, was man sich vorgenommen hat. Die Stimmung ist wirklich superentspannt, finden auch Alexander, Jane, Theresa und Johannes (im Bild von links). Und wenn es ihnen irgendwann dann doch zu voll werden sollte, weichen sie einfach auf die Oide Wiesn aus.

Bilder: Impressionen vom dritten Wiesn-Wochenende

Sonntag, 1.10.: OB Reiter fordert das Teufelsrad

Besucher auf dem Oktoberfest 2017, Foto: muenchen.de/Dan Vauelle

Mit der Polizei auf's Teufelsrad: Oberbürgermeister Dieter Reiter stellte sich heute mit Bravour dieser Herausforderung und ließ die Welt mit einem kurzen Video an seiner Challenge teilhaben. Bei solchen Bildern kommt schon etwas Wehmut darüber auf, dass die Wiesn bald vorüber ist. Doch trifft man Wiesn-Besucher wie Tom und Brad aus England kommt sofort wieder gute Stimmung auf. Die beiden tanzten sich bei den heute etwas kühleren Temperaturen warm. Das müssen sie auch schon deswegen, weil sie im Cheerleader-Style erschienen sind. Und als Hommage ans Wiesn-Bier, das sie offenbar mögen, bezeichnen sie sich als „Beer-Leader“.

Samstag, 30.9.: Viele Besucher, großartige Stimmung, Seilspringen

Impressionen vom dritten Wiesnwochenende, Foto: muenchen.de / Mónica Garduño

Zum Auftakt des letzten Wiesnwochenendes strahlte die Sonne – wohl auch einer der Gründe warum so viele Besucher kamen. Schon vor sieben Uhr morgens standen die Menschen heute Schlange am Festgelände. Die Stimmung war großartig! Auch als eine Gruppe aus der Schweiz spontane Wiesn-Gäste zum Seilspringen animierte. Mit ihrem Seil seien die Schweizer jedes Jahr auf der Wiesn, erzählen sie. Zum Spaßfaktor kommt dabei noch ein sportlicher Aspekt: So konnten die Seilartisten mit ihren Hüpfern wohl das ein oder andere Hendl wieder abtrainieren. Wer nicht in die die Fänge des Sprungseils gekommen ist, kann sich alternativ bei unserer Wiesn-Olympiade einige Disziplinen aussuchen.

Freitag, 29.9.: Ein bisserl Melancholie muss erlaubt sein

Mutter und Tochter im Dirndl-Partnerlook, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

Natürlich wollen wir es nicht wahrhaben. Aber was hilft es schon, wenn der Kalender es uns ins Gesicht schreit: Das letzte Wiesn-Wochenende steht vor der Tür. Ein bisserl Melancholie muss da auch mal erlaubt sein - aber natürlich machen wir das Beste draus. Das Festgelände ist schon am Vormittag gut gefüllt und die Stimmung so gut wie das Wetter. Nur bei der jungen Dame rechts im Bild noch nicht so ganz - trotz der reizenden Dirndl-Dopplung mit Mama. Das mit dem Lachen üben wir nochmal - oder ahnt die Kleine etwa auch schon, dass die Wiesn bald vorbei ist?

Donnerstag, 28.9.: Gut gelaunte Trachtler und ein Rumäne mit Hendlhut

Verschiedene junge Trachtenvereine aus dem Gebiet Simssee, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

Bei wieder einmal allerbestem Wetter blieben die Trachtenjacken heute tagsüber im Schrank. Um so besser, denn so konnten wir die Trachtenvereine aus dem Simssee-Gebiet in voller Pracht bewundern. Bevor sie im Festzelt Tradition Schuhplattler tanzten, unternahmen die Gruppen einen Wiesnbummel und posierten gerne für uns. Dass sich der lustige Rumäne Stello dazu mogelte und einem Trachtler seinen Hendlhut aufsetzte, konnte die gute Laune nicht trüben. Das ist gelebte Völkerverständigung auf der Wiesn!

Oktoberfest-Panorama, Foto: Exithamster

Es zählte sicher nicht zu den existenziellen Problemen der Menschheit, dass der Begriff "Wiesn" bislang nicht im Duden zu finden war. Aber schade war es halt doch. Spätestens nach der zweiten Maß könnte jeder von uns Begriffe aufzählen, die es weit weniger verdient haben, im Wörterbuch zu stehen. Wie dem auch sei: Seit heute ist Abhilfe in Sicht. Denn der Duden will die Wiesn tatsächlich in die nächste Ausgabe des Lexikons aufnehmen - dann haben wir endlich etwas, das wir all jenen unter die Nase halten können, die noch immer beharrlich "Wiesen" schreiben...

Wiesn Fundbüro, Foto: muenchen.de/Katy Spichal

Mittlerweile beginnt allmählich der Wiesn-Endspurt, und es lohnt sich, einen Blick ins Fundbüro zu werfen. Dort landen jedes Jahr die abenteuerlichsten Sachen, bei denen man sich nicht selten fragt, wer um alles in der Welt so etwas aufs Oktoberfest mitnimmt. Dieses Jahr ist zwar noch kein Schwert und auch noch keine Armbrust abgegeben worden - beides gab es schonmal - aber die Sammlung an kuriosen Fundstücken kann sich trotzdem sehen lassen. Vermisst jemand seine Tuba? Hier gibt's Eindrücke vom Fundbüro.

Wiesnwurstprobe, Foto: muenchen.de/Mónica Garduño

Manche behaupten ja, auf der Wiesn geht es jeden Tag um die Wurst. Heute traf das aber auch im wörtlichen Sinn zu. Denn wie jedes Jahr testete eine hochkarätig besetzte Jury die Qualität der Wiesnwürstl. Getestet wurden bei der Wurstprüfung Geschmack, Konsistenz, Aussehen und Geruch. Denn das Auge isst mit - und die Nase auch. Gewonnen hat übrigens die Wurst von Vinzenzmurr. An Guadn!

Mittwoch, 27.9.: Promi-Spotting und wilde Testfahrten

Arnold Schwarzenegger feiert auf dem Oktoberfest im Schützenfestzelt, Foto: picture alliance

Wie beginnt so ein Wiesntag eigentlich? Vielleicht damit, dass man sich über das wieder einmal schöne, milde Spätsommerwetter freut. Und dann erstmal die einschlägigen Quellen checkt, welche Promis denn in den letzten Stunden schon wieder auf der Theresienwiese gesichtet wurden. Was, Arnold Schwarzenegger war da? Und hat im Schützenzelt Trompete gespielt? So, jetzt noch kurz drüber ärgern, dass man gestern zur falschen Zeit am falschen Ort war - und dann auf ins Getümmel. Vielleicht ist heute ja Leonardo DiCaprio auf der Wiesn unterwegs?

Bei so viel Augenmerk auf die Superstars entgehen Euch aber womöglich andere lustige Anblicke. Zum Beispiel Feuerwehrbeamte, die lachend im Kinderkarussell fahren. Das ist aber tatsächlich harte Arbeit. Denn die Feuerwehr muss jeden Tag die Fahrgeschäfte prüfen - so einen Job hätte man auch gern! Den Test hat das Karussell übrigens bestanden.

Dienstag, 26.9.: Gruppenfotos, Gespanne und Gedenken

Gruppenfoto der Angestellten des Ammer-Festzelts auf der Wiesn, Foto: muenchen.de / Leonie Liebich

"Bitte recht freundlich", hieß es für die rund 80 Angestellten der Hühner- und Entenbraterei Ammer. Am frühen Morgen, als die Wiesn gerade erwachte, versammelten sie sich zum Gruppenfoto vor dem Festzelt. Dabei handelt es sich um eine schöne Tradition: Nach Ende des Oktoberfests bekommen alle Bedienungen, Köche und sonstigen Mitarbeiter zusammen mit ihrer Abrechnung auch das besagte Foto als Andenken überreicht. Ideal für kalte Winterabende, an denen man sich nostalgisch an den Spätsommer zurückerinnern möchte...

Der TSV 1860 München auf der Wiesn, Foto: muenchen.de/Katy Spichal

Der Abstieg aus der zweiten Liga ist fast schon vergessen - der TSV 1860 thront in der Regionalliga als Tabellenführer und die Fan-Liebe brummt im Grünwalder. Grund genug für die Spieler der Löwen den traditionellen Wiesn-Besuch im Hacker-Festzelt ausgelassen zu feiern. Sogar der ausgewiesene Bayern-Fan Oberbürgermeister Dieter Reiter stieß mit der Mannschaft und den Funktionären auf die sportliche Situation an. Wer dabei war, wie die Löwenspieler aussahen - wir haben Bilder mitgebracht...

Bernhard Hopps mit dem imposanten Löwenbräu-Gespann, Foto: muenchen.de/Lukas Fleischmann

Absolutes Kaiserwetter am Dienstag - da kann man schon mal mit dem Karren posieren. So wie Bernhard Hopps, der stolz das Löwenbräu-Gespann vor dem Armbrustschützenzelt präsentiert. Und im Hintergrund dreht die Bavaria ganz bestimmt zumindest ein bisschen den Kopf nach dem imposanten Anblick.

Impressionen vom Gedenken 2017 an das Oktoberfest-Attentat, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

Der 26. September ist ein Datum, das sich für immer in das kollektive Oktoberfest-Gedächtnis eingebrannt hat. Zum 37. Jahrestag des Oktoberfest-Attentats erinnerte heute eine würdevolle Gedenkveranstaltung an die Opfer, Verletzten und Hinterbliebenen. Neben Oberbürgermeister Dieter Reiter kam mit Robert Höckmayr auch ein Überlebender von damals zu Wort. Doch natürlich nahm auch an einem solchen Tag das Oktoberfest normal seinen Betrieb auf und blieb bis zum Abend, was es schon immer war: Ein Fest der Lebensfreude.

Montag, 25.9.: Ein Sonnengruß zum Wochenstart

Junggesellenabschied auf der Wiesn, Foto: muenchen.de / Dan Vauelle

Am Montagmorgen erinnerte nichts mehr an Blitz und Donner vom Vorabend. Strahlender Sonnenschein lockte schon kurz nach Öffnung des Geländes zahlreiche Besucher an. Darunter sicher auch einige, die das Wahlergebnis bei einer Maß Bier ausgiebig diskutieren und verarbeiten wollten. Und einen Engländer in fragwürdigem Outfit. Der 25-jährige Luke feierte seinen Junggesellenabschied und wurde von seinen Kumpels in ein Dirndl gesteckt. Bei weiblichen Wiesn-Besucherinnen sorgte er damit für Lacher - und seine künftige Ehefrau Rahel muss davon ja nichts mitbekommen.

Natalie Schmid mit Seniorin Maria Regina, Foto: muenchen.de / Dan Vauelle

Absolut blendende Laune hatte auch Maria Regina. Die 93-jährige Rentnerin war eine von 60 bedürftigen Senioren, die der Verein Münchner für Münchner gemeinsam mit den Schaustellern ins Museumszelt eingeladen hatte. Dort gab es Speis und Trank. Natalie Schmid, Gattin von Wiesnchef Josef Schmid, hieß sie willkommen. "Ich freue mich so, dabei zu sein", sagte Maria Regina, die seit ihrem ersten Lebensjahr in München lebt, "Und das Oktoberfest ist wunderbar." Wer möchte einer Dame da widersprechen?

Basti und Janina auf dem Oktoberfest, Foto: muenchen.de / Dan Vauelle

Das ist der Zauber des Oktoberfests: sogar an einem Montag sind alle gut drauf. Auch bei Basti und Janina liegt Liebe in der Luft. Das Paar aus Nürnberg hat eine klare Vorstellung vom perfekten Wiesntag: Gebrannte Mandeln, die gute Stimmung im Hackerzelt, und natürlich eine frische Maß im Biergarten. Klingt verlockend! Und wenn sich der Wetterfrosch nicht täuscht, werden die nächsten Tage mit viel Sonne, wenig Wolken und über 18 Grad ähnlich schön wie der Montag (hier die Aussichten). Nicht, dass wir noch die Werbetrommel für die Wiesn rühren müssen, aber: Am Dienstag ist Familientag mit verbilligten Preisen für die Kleinen...

Sonntag 24.9.: Ein äußerst taktvoller Sonntag

Oberbürgermeister Dieter Reiter dirigiert beim Standkonzert auf dem Oktoberfest am 24.9.2017, Foto: muenchen.de / Mónica Garduño

Ein Münchner Oberbürgermeister muss nicht nur gut Bierfässer anzapfen können - er muss auch taktvoll sein. Dieter Reiter dirigierte heute beim Standkonzert zu Füßen der Bavaria die Festkapellen. Bei schönstem Sonnenschein genossen die Wiesn-Besucher bayrische Volksmusik. Das wunderbare Wetter war allerdings an diesem Sonntag nicht von Dauer, ein Unwetter überschwemmte am Abend mehrere Straßen des Festgeländes. Außerdem schlugen Blitze ein und beschädigten ein Fahrgeschäft. Glücklicherweise hatten die Schausteller den Betrieb der Fahrgeschäfte rechtzeitig eingestellt und sie konnten fast alle nach dem Unwetter den Betrieb wieder aufnehmen

Bürgermeister Josef Schmid begrüßt die Einsatzkräfte aus Italien und Frankreich, Foto: muenchen.de / Mónica Garduño

Wiesn-Chef und Bürgermeister Josef Schmid hatte heute alle Hände voll zu tun. Nicht nur, dass er ebenfalls beim Standkonzert den Taktstock in der Hand hatte - er präsentierte später noch die offizielle Halbzeitbilanz zur Wiesn. Über drei Millionen Besucher waren bereits auf der Theresienwiese. Das Oktoberfest macht wieder einmal sehr viel Spaß, was auch daran liegt, dass so viele Sicherheitskräfte auf die Besucher aufpassen. Traditionell waren an diesem Wochenende auch Beamte aus Italien und Frankreich im Einsatz. Ihnen dankte Josef Schmid im Namen der Festleitung und überreichte Geschenke: Lebkuchenherzen und Maßkrüge. Wir sagen: Grazie, merci und bis zum nächsten Mal!

Wiesn-Besucher aus New York, Foto: muenchen.de / Dan Vauelle

Dass Leute aus aller Welt das Oktoberfest besuchen, ist natürlich kein Geheimnis. Aber einen so weiten Weg wie Jennifer (im Bild links vorne) und ihre Freunde nehmen dann doch nur wenige auf sich. Die Gruppe ist extra aus New York angereist und schwer begeistert vom größten Volksfest der Welt: "Das Bier schmeckt super - und der Kaiserschmarrn ist auch toll", erzählte uns Jennifer im Festzelt Tradition. Weniger bekömmlich war offenbar das Essen eines externen Dienstleisters, mit dem sich nach Angaben der Feuerwehr rund 20 Ordnungsdienst-Mitarbeiter des Oktoberfests den Magen verdarben. Der Sanitätsdienst hatte alle Hände voll zu tun. Wir wünschen "Gute Besserung".

Samstag, 23.9.: Das Italienerwochenende beginnt

Italienerwochenende auf der Wiesn: Diese beiden im Hofbräu Festzelt sind aus Mailand, und zwar von links Leonardo und Matheo, Foto: muenchen.de / Dan Vauelle

Vor allem am zweiten Wochenende heißt die Wiesn inoffiziell "Festa d'ottobre". Und München wird ja oft auch als "nördlichste Stadt Italiens" bezeichnet! Das Wetter empfängt die Gäste zum Italienerwochenende heute mit Himmel in weiß-blau! Offenbar bringen die Südländer angenehmes Wetter mit. Da sie sich wohl auf viel Sonne einstellen, erkennt man viele schon an der dunklen Sonnenbrille. Weitere Indizien dafür, dass es sich um italienische Wiesn-Besucher handelt, sind das Italia-Shirt und der große Anhang: Denn die weite Reise über den Brenner treten die Italiener meist mit zahlreichen Freunden und Familienmitglieder an. Und sogar italienische Polizisten sind im Einsatz, um ihre deutschen Kollegen zu unterstützen.

Die Fußballspieler des FC Bayern München, Rafinha (l-r), James Rodriguez, Corentin Tolisso, David Alaba, Franck Ribery and Kingsley Coman, stehen am 23.09.2017 während des Oktoberfestes vor dem Käferzelt in München, Foto: Alexandra Beier/FC Bayern München/dpa

Auch ein prominenter Italiener erschien passenderweise am Italienerwochende: Bayern-Coach Carlo Ancelotti. Er, seine Mannen und deren Frauen feierten in Käfer’s Wiesnschänke. Trotz des ernüchternden 2:2 gegen die Wolfsburger am Vorabend, war die Stimmung bei den meisten Bayern-Stars beim diesjährigen Wiesn-Besuch gut - auch wenn Bayerns Präsident Uli Hoeneß von einem "Wermutstropfen" sprach. Immerhin sprach Ancelotti trotzdem kein Bierverbot aus und erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass er nicht der Papa, sondern der Trainer der Jungs sei.

Gruppenbild mit Zwillingen, Foto: muenchen.de/ Dan Vauelle

Und dann waren da auf einmal ganz viele Zwillinge! Wir trauten unseren Augen kaum. Aber das war nicht doppelt gesehen - sondern da waren wirklich so viele Zwillinge! 17 Zwillingspaare haben sich auf dem Oktoberfest getroffen und gemeinsam gefeiert. Abschluss war dann im Festzelt Tradition auf der Oidn Wiesn. Wir haben Fotos gemacht und O-Töne gesammelt.

Freitag, 22.9.2017: Was Wiesn-Polizisten alles erleben

Schönstes Wiesnwetter überm Café Kaiserschmarrn, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

Am ersten Wiesn-Freitag setzte das große Italiener-Spotting ein. Schließlich stand das inoffiziell so genannte "Italiener-Wochenende" vor der Tür, und der ein oder andere Ragazzo hatte den Weg über den Brenner schon gefunden. Das Wetter fühlte sich jedenfalls in Teilen schon italienisch an, auch wenn die Sonne sich immer wieder hinter den Wolken versteckte. Alles andere als versteckt arbeitete heute die Polizei auf der Wiesn. Von 12 bis 24 Uhr twitterte sie unter dem Hashtag #Wiesnwache fleißig aus ihrem Wiesn-Alltag. Das Ganze auf sehr humorige Weise. So erfuhr der eifrige Leser etwa, dass die Wiesnpolizei in einem streng geheimen Forschungsprojekt neue Fortbewegungsmethoden ausprobiert.

Tanngrindler Musikantenstammtisch spielt vorm Herzkasperl Festzelt, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

Mit vollem Einsatz dabei war auch der Tanngrindler Musikantenstammtisch vor dem Herzkasperl-Zelt (Foto). Schon am Freitagvormittag war die Stimmung hier am Kochen, so wie überhaupt das Festgelände schon früh recht gut besucht war. Kein Wunder, bei dem Wetter. In den Biergärten außerhalb der Festzelte wurde eifrig Völkerverständigung geübt, und der ein oder andere Ur-Münchner polierte seine Italienischkenntnisse binnen kürzester Zeit auf. Hoaßt des jetz un Maß oder una Maß? Hach, ist es nicht schön, das "Festa d'ottobre"...

Donnerstag, 21.9.: Diese Kehrmaschine brennt für die Wiesn

Feuerwehr löscht Kehrmaschine auf dem Oktoberfest, Foto: Feuerwehr München

Mei, is des schee: Am Donnerstag lachte schon frühmorgens die Sonne über der Theresienwiese, und selbst pathologische Morgenmuffel liefen bestens gelaunt über das Festgelände. Den kleinen Schreck in den frühen Morgenstunden hatten sie zum Glück noch gar nicht mitbekommen: Gegen 7:45 Uhr hatte nämlich eine Kehrmaschine Feuer gefangen. Die Wiesnwache war aber umgehend vor Ort und machte den Brandherd unschädlich. Spektakulär anzusehen war das Ganze mit Sicherheit - aber Gefahr bestand für niemanden. Danach nahm die Wiesn normal ihren Betrieb auf - nur halt bei absolutem Bilderbuchwetter.

Wiesnbedienungen flechten sich die Haare, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

Die beiden Bedienungen Denise und Jannike nutzten das tolle Wetter und die frühmorgendliche "Ruhe vor dem Sturm", um sich vor dem Schützenzelt gegenseitig die Haare zu flechten. Schließlich muss jedes Detail sitzen. So ruhig blieb es aber nicht lange auf der Theresienwiese. Als Publikumsmagnet entpuppte sich heute einmal mehr der neue XXL Racer - scheinbar lieben die Wiesngäste den Adrenalinkick...

Das Münchner Kindl auf der Oidn Wiesn, Foto: muenchen.de/Dan Vauelle

Eine ganz andere Spannung hatte die kleine Estelle zu bewältigen, der heute eine besondere Ehre zu Teil wurde: Sie wurde auf dem Oktoberfest getauft. Beim traditionellen Wiesngottesdienst schlug sich die Kleine wacker und hat ihren Freundinnen in einigen Jahren sicher viel zu erzählen. Und das war kindermäßig noch nicht das Ende der Fahnenstange: Das Münchner Kindl Viktoria Ostler besuchte das Festzelt Tradition auf der Oidn Wiesn und machte viele junge Wiesnbesucher glücklich. Denn die durften währenddessen umsonst vom Limobrunnen trinken. Wer wäre da nicht nochmal gerne jung?

Mittwoch, 20.9.: Ein Lederhosen-Fail sorgt für gute Laune

Als Polizist auf der Wiesn hat man sicher schon viel gesehen. Aber eben noch nicht alles. Das beweist ein lustiger Tweet der Münchner Polizei vom heutigen Tag. Entweder sitzt bei dem Herrn in der Mitte der Oberkörper falschrum oder die Lederhose. Wir können uns da nicht ganz entscheiden. Der Blick des linken Polizeibeamten sagt jedenfalls mehr als tausend Worte.

So ist die Stimmung im Marstall-Festzelt auf der Wiesn., Foto: Yasemin Merx

Traditionell trafen sich heute die Altschausteller und Senioren der Marktkaufleute mit Bürgermeister Josef Schmid. Beim Altschausteller-Stammtisch im Marstallzelt wurde natürlich viel über alte Zeiten geredet. Und so mancher altgediente Schausteller erinnert sich vielleicht wehmütig daran, dass es auch schon mal weniger kalt war auf dem Oktoberfest. Das mag stimmen, aber die Temperaturen haben zum Glück noch nie darüber entschieden, wie schön eine Wiesn ausfällt. Auch heute war wieder einiges los auf der Theresienwiese. Mittags spitzte sogar kurz die Sonne durch die Wolken, und glaubt man den Prognosen, so steht ab Donnerstag echtes Biergarten-Wetter mit viel Sonne an.

Dienstag, 19.9.: Keine Angst vor dem Hendlhut

Drei Souvenirverkäuferinnen vor dem Schottenhamel Festzelt, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

Heute war absolutes Trachtenjacken-Wetter, was der Laune der zahlreichen Wiesnbesucher aber nicht im geringsten schadete. Und das freute wiederum die fleißigen Andenken-Verkäuferinnen mit ihren Bauchläden, die alle Hände voll zu tun hatten. Vor dem Schottenhamel Festzelt haben wir drei von ihnen gefragt,  was sich heuer besonders gut verkauft. Bei diesen Temperaturen kaum verwunderlich: Der Hendlhut. Kann man zwar nicht essen, hält aber warm.

Die drei Verkäuferinnen Celeste, Jenny und Anika arbeiten ohnehin meistens im Inneren des Schottenhamel-Zelts - und brauchen da ganz bestimmt keinen Hendlhut. Schon die großartige Musikkapelle sorgt dafür, dass den Besuchern warm wird. Wir waren heute beim "Prosit der Gemütlichkeit" live auf der Bühne und wollen Euch das selbstverständlich nicht vorenthalten.

Impressionen von der Oidn Wiesn, Foto: muenchen.de/Katy Spichal

Am ersten von zwei Familientagen musste niemand Angst vor einem Sonnenstich haben. Aber wenigstens blieb es trocken, und die gemeinsame Zuckerwatte mit Mama und Papa schmeckte den Kleinen bei 12 Grad sicher genauso gut. Verbilligte Preise bei vielen Fahrgeschäften und weiteren Ständen taten ihr übriges.

Nicht ganz so viel Glück hatte der Betreiber eines Mandelstandes auf der Wiesn: Vermutlich am frühen Morgen streifte ein Lieferfahrzeug laut Polizeiangaben das Vordach und drückte es ein. Geschätzter Sachschaden: 2.000€. Wie vielen Tüten Mandeln das entspricht? Jedenfalls genug für ein ordentliches Bauchweh.

Montag, 18.9.: Kind müsste man sein!

Vorschulkinder auf der Wiesn, Foto: muenchen.de/Katy Spichal

Für Weihnachten ist's zwar noch ein bisserl früh. Trotzdem passte dieser weihnachtliche Liedtext wie die Faust aufs Auge: "Heute, Kinder, wird's was geben!" Ja,  es gab was für etwa 1.000 Vorschulkinder. Sie scharten sich am Fuße der Bavaria um Wiesn-Chef Josef Schmid und bekamen sogar noch etwas geschenkt. Außerdem waren auch 1.500 bedürftige Münchner, darunter viele Senioren, auf Einladung der Stadt auf der Wiesn. Sie wurden auf Kosten der Wiesnwirte verköstigt und hatten Zeit für Gespräche mit Oberbürgermeister Dieter Reiter.

Impressionenn vom ersten Wiesnwochenende, Foto: muenchen.de / Mónica Garduño

Abgesehen davon war heute ein sehr schlechter Tag für Nörgler. Was sollen diese armen Menschen nur mit sich anfangen? Nicht einmal über das Wetter konnten sie heute schimpfen! Das war nämlich spätestens ab der Mittagszeit herrlich sonnig. Und die Stimmung in den Biergärten und Zelten? War gelöst, entspannt, friedlich. Eine Runde Mitleid für die Nörgler und der dringende Wunsch, dass es so schön weitergeht.

Sonntag, 17.9.: Von Trachten und Fischen

Trachten- und Schützenzug zur Theresienwiese 2017, Foto: Mónica Garduño

So, einmal kurz die Glieder gestreckt, eine Tasse Kaffee zum Wachwerden - und dann raus zum Trachten- und Schützenzug. Der gehört schon längst zur Wiesn dazu wie, nun ja, Dirndl und Lederhosen. Bei den rund 9.000 Teilnehmern aus aller Welt sucht Ihr billige Trachtenimitate allerdings vergebens. Hier ist alles so authentisch wie das Münchner Bier in den Festzelten.

Impressionen vom ersten Wiesnwochenende, Foto: muenchen.de/Katy Spichal

Und das ist ja eine Überleitung aus dem Bilderbuch. Denn das Bier floss heute in Strömen - ganz im Gegensatz zum Regen. Nach dem eher mäßigen Wetter zum Auftakt war heute alles eitel Sonnenschein. Na ja, ein bisschen Optimierungspotenzial ist schon noch vorhanden. Aber am Nachmittag wurde es recht sonnig, und prompt waren mitten im September Frühlingsgefühle zu sehen.

Prominente auf der Wiesn 2017, Foto: Schneider Press

Entsprechend gut gelaunt zeigten sich die Promis beim jährlichen Almauftrieb im Käfer-Zelt. Sogar H.P. Baxxter von Scooter war in Tracht dabei - auf seine Frage "How much is the fish?" hat er im Käferzelt sicher eine überzeugende Antwort erhalten. Bleibt noch Zeit für die Bilanz: Am ersten Wochenende kamen rund 600.000 Besucher auf die Wiesn - mehr als im Vorjahr.

Samstag, 16.9.: O'zapft is' - auch am Himmel

Impressionenn vom ersten Wiesnwochenende, Foto: muenchen.de / Mónica Garduño

Nimmt man den ersten Wiesn-Tag zum Maßstab, so wird das Regencape der ultimative Trachtentrend in diesem Jahr. Jedenfalls kübelte es zum Auftakt der 184. Wiesn ordentlich vom Himmel herunter. Doch weil bekanntlich nicht einmal ein schlecht aufgelegter Petrus die Vorfreude auf die "fünfte Jahreszeit" trüben kann, war die Stimmung rund um den Anstich im natürlich prall gefüllten Schottenhamel-Festzelt bestens.

Oktoberfest-Anstich 2017, Foto: Michael Nagy/Presseamt München

Sicher habt Ihr darauf gewettet, dass OB Dieter Reiter heuer nur einen einzigen Schlag braucht, um das erste Fass anzuzapfen. Es waren dann doch wieder zwei, was allerdings trotzdem eine überragende Leistung ist. Und ein bisserl Luft nach oben muss sich auch ein Münchner OB noch lassen.

Impressionenn vom ersten Wiesnwochenende, Foto: muenchen.de / Mónica Garduño

Wer vor dem Anstich nicht beim traditionellen Wirteeinzug zuschaute, besetzte schon in aller Früh die Sitzplätze in den Zelten und feierte einen großartigen ersten Wiesntag. Dass das Wetter im Laufe des Tages besser wurde, erwähnen wir hier nur am Rande. Die Hauptsache ist doch: O'zapft is'!

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