Das Oktoberfest-Tagebuch 2017

Auf eine herrliche Wiesn! Das größte Volksfest der Welt schreibt die besten Geschichten. Was auf der Theresienwiese los ist, verrät Euch unser Oktoberfest-Tagebuch.

Freitag, 22.9.2017: Was Wiesn-Polizisten alles erleben

Schönstes Wiesnwetter überm Café Kaiserschmarrn, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

Am ersten Wiesn-Freitag setzte das große Italiener-Spotting ein. Schließlich stand das inoffiziell so genannte "Italiener-Wochenende" vor der Tür, und der ein oder andere Ragazzo hatte den Weg über den Brenner schon gefunden. Das Wetter fühlte sich jedenfalls in Teilen schon italienisch an, auch wenn die Sonne sich immer wieder hinter den Wolken versteckte. Alles andere als versteckt arbeitete heute die Polizei auf der Wiesn. Von 12 bis 24 Uhr twitterte sie unter dem Hashtag #Wiesnwache fleißig aus ihrem Wiesn-Alltag. Das Ganze auf sehr humorige Weise. So erfuhr der eifrige Leser etwa, dass die Wiesnpolizei in einem streng geheimen Forschungsprojekt neue Fortbewegungsmethoden ausprobiert.

Tanngrindler Musikantenstammtisch spielt vorm Herzkasperl Festzelt, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

Mit vollem Einsatz dabei war auch der Tanngrindler Musikantenstammtisch vor dem Herzkasperl-Zelt (Foto). Schon am Freitagvormittag war die Stimmung hier am Kochen, so wie überhaupt das Festgelände schon früh recht gut besucht war. Kein Wunder, bei dem Wetter. In den Biergärten außerhalb der Festzelte wurde eifrig Völkerverständigung geübt, und der ein oder andere Ur-Münchner polierte seine Italienischkenntnisse binnen kürzester Zeit auf. Hoaßt des jetz un Maß oder una Maß? Hach, ist es nicht schön, das "Festa d'ottobre"...

Donnerstag, 21.9.: Diese Kehrmaschine brennt für die Wiesn

Feuerwehr löscht Kehrmaschine auf dem Oktoberfest, Foto: Feuerwehr München

Mei, is des schee: Am Donnerstag lachte schon frühmorgens die Sonne über der Theresienwiese, und selbst pathologische Morgenmuffel liefen bestens gelaunt über das Festgelände. Den kleinen Schreck in den frühen Morgenstunden hatten sie zum Glück noch gar nicht mitbekommen: Gegen 7:45 Uhr hatte nämlich eine Kehrmaschine Feuer gefangen. Die Wiesnwache war aber umgehend vor Ort und machte den Brandherd unschädlich. Spektakulär anzusehen war das Ganze mit Sicherheit - aber Gefahr bestand für niemanden. Danach nahm die Wiesn normal ihren Betrieb auf - nur halt bei absolutem Bilderbuchwetter.

Wiesnbedienungen flechten sich die Haare, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

Die beiden Bedienungen Denise und Jannike nutzten das tolle Wetter und die frühmorgendliche "Ruhe vor dem Sturm", um sich vor dem Schützenzelt gegenseitig die Haare zu flechten. Schließlich muss jedes Detail sitzen. So ruhig blieb es aber nicht lange auf der Theresienwiese. Als Publikumsmagnet entpuppte sich heute einmal mehr der neue XXL Racer - scheinbar lieben die Wiesngäste den Adrenalinkick...

Das Münchner Kindl auf der Oidn Wiesn, Foto: muenchen.de/Dan Vauelle

Eine ganz andere Spannung hatte die kleine Estelle zu bewältigen, der heute eine besondere Ehre zu Teil wurde: Sie wurde auf dem Oktoberfest getauft. Beim traditionellen Wiesngottesdienst schlug sich die Kleine wacker und hat ihren Freundinnen in einigen Jahren sicher viel zu erzählen. Und das war kindermäßig noch nicht das Ende der Fahnenstange: Das Münchner Kindl Viktoria Ostler besuchte das Festzelt Tradition auf der Oidn Wiesn und machte viele junge Wiesnbesucher glücklich. Denn die durften währenddessen umsonst vom Limobrunnen trinken. Wer wäre da nicht nochmal gerne jung?

Mittwoch, 20.9.: Ein Lederhosen-Fail sorgt für gute Laune

Als Polizist auf der Wiesn hat man sicher schon viel gesehen. Aber eben noch nicht alles. Das beweist ein lustiger Tweet der Münchner Polizei vom heutigen Tag. Entweder sitzt bei dem Herrn in der Mitte der Oberkörper falschrum oder die Lederhose. Wir können uns da nicht ganz entscheiden. Der Blick des linken Polizeibeamten sagt jedenfalls mehr als tausend Worte.

So ist die Stimmung im Marstall-Festzelt auf der Wiesn., Foto: Yasemin Merx

Traditionell trafen sich heute die Altschausteller und Senioren der Marktkaufleute mit Bürgermeister Josef Schmid. Beim Altschausteller-Stammtisch im Marstallzelt wurde natürlich viel über alte Zeiten geredet. Und so mancher altgediente Schausteller erinnert sich vielleicht wehmütig daran, dass es auch schon mal weniger kalt war auf dem Oktoberfest. Das mag stimmen, aber die Temperaturen haben zum Glück noch nie darüber entschieden, wie schön eine Wiesn ausfällt. Auch heute war wieder einiges los auf der Theresienwiese. Mittags spitzte sogar kurz die Sonne durch die Wolken, und glaubt man den Prognosen, so steht ab Donnerstag echtes Biergarten-Wetter mit viel Sonne an.

Dienstag, 19.9.: Keine Angst vor dem Hendlhut

Drei Souvenirverkäuferinnen vor dem Schottenhamel Festzelt, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

Heute war absolutes Trachtenjacken-Wetter, was der Laune der zahlreichen Wiesnbesucher aber nicht im geringsten schadete. Und das freute wiederum die fleißigen Andenken-Verkäuferinnen mit ihren Bauchläden, die alle Hände voll zu tun hatten. Vor dem Schottenhamel Festzelt haben wir drei von ihnen gefragt,  was sich heuer besonders gut verkauft. Bei diesen Temperaturen kaum verwunderlich: Der Hendlhut. Kann man zwar nicht essen, hält aber warm.

Die drei Verkäuferinnen Celeste, Jenny und Anika arbeiten ohnehin meistens im Inneren des Schottenhamel-Zelts - und brauchen da ganz bestimmt keinen Hendlhut. Schon die großartige Musikkapelle sorgt dafür, dass den Besuchern warm wird. Wir waren heute beim "Prosit der Gemütlichkeit" live auf der Bühne und wollen Euch das selbstverständlich nicht vorenthalten.

Impressionen von der Oidn Wiesn, Foto: muenchen.de/Katy Spichal

Am ersten von zwei Familientagen musste niemand Angst vor einem Sonnenstich haben. Aber wenigstens blieb es trocken, und die gemeinsame Zuckerwatte mit Mama und Papa schmeckte den Kleinen bei 12 Grad sicher genauso gut. Verbilligte Preise bei vielen Fahrgeschäften und weiteren Ständen taten ihr übriges.

Nicht ganz so viel Glück hatte der Betreiber eines Mandelstandes auf der Wiesn: Vermutlich am frühen Morgen streifte ein Lieferfahrzeug laut Polizeiangaben das Vordach und drückte es ein. Geschätzter Sachschaden: 2.000€. Wie vielen Tüten Mandeln das entspricht? Jedenfalls genug für ein ordentliches Bauchweh.

Montag, 18.9.: Kind müsste man sein!

Vorschulkinder auf der Wiesn, Foto: muenchen.de/Katy Spichal

Für Weihnachten ist's zwar noch ein bisserl früh. Trotzdem passte dieser weihnachtliche Liedtext wie die Faust aufs Auge: "Heute, Kinder, wird's was geben!" Ja,  es gab was für etwa 1.000 Vorschulkinder. Sie scharten sich am Fuße der Bavaria um Wiesn-Chef Josef Schmid und bekamen sogar noch etwas geschenkt. Außerdem waren auch 1.500 bedürftige Münchner, darunter viele Senioren, auf Einladung der Stadt auf der Wiesn. Sie wurden auf Kosten der Wiesnwirte verköstigt und hatten Zeit für Gespräche mit Oberbürgermeister Dieter Reiter.

Impressionenn vom ersten Wiesnwochenende, Foto: muenchen.de / Mónica Garduño

Abgesehen davon war heute ein sehr schlechter Tag für Nörgler. Was sollen diese armen Menschen nur mit sich anfangen? Nicht einmal über das Wetter konnten sie heute schimpfen! Das war nämlich spätestens ab der Mittagszeit herrlich sonnig. Und die Stimmung in den Biergärten und Zelten? War gelöst, entspannt, friedlich. Eine Runde Mitleid für die Nörgler und der dringende Wunsch, dass es so schön weitergeht.

Sonntag, 17.9.: Von Trachten und Fischen

Trachten- und Schützenzug zur Theresienwiese 2017, Foto: Mónica Garduño

So, einmal kurz die Glieder gestreckt, eine Tasse Kaffee zum Wachwerden - und dann raus zum Trachten- und Schützenzug. Der gehört schon längst zur Wiesn dazu wie, nun ja, Dirndl und Lederhosen. Bei den rund 9.000 Teilnehmern aus aller Welt sucht Ihr billige Trachtenimitate allerdings vergebens. Hier ist alles so authentisch wie das Münchner Bier in den Festzelten.

Impressionen vom ersten Wiesnwochenende, Foto: muenchen.de/Katy Spichal

Und das ist ja eine Überleitung aus dem Bilderbuch. Denn das Bier floss heute in Strömen - ganz im Gegensatz zum Regen. Nach dem eher mäßigen Wetter zum Auftakt war heute alles eitel Sonnenschein. Na ja, ein bisschen Optimierungspotenzial ist schon noch vorhanden. Aber am Nachmittag wurde es recht sonnig, und prompt waren mitten im September Frühlingsgefühle zu sehen.

Prominente auf der Wiesn 2017, Foto: Schneider Press

Entsprechend gut gelaunt zeigten sich die Promis beim jährlichen Almauftrieb im Käfer-Zelt. Sogar H.P. Baxxter von Scooter war in Tracht dabei - auf seine Frage "How much is the fish?" hat er im Käferzelt sicher eine überzeugende Antwort erhalten. Bleibt noch Zeit für die Bilanz: Am ersten Wochenende kamen rund 600.000 Besucher auf die Wiesn - mehr als im Vorjahr.

Samstag, 16.9.: O'zapft is' - auch am Himmel

Impressionenn vom ersten Wiesnwochenende, Foto: muenchen.de / Mónica Garduño

Nimmt man den ersten Wiesn-Tag zum Maßstab, so wird das Regencape der ultimative Trachtentrend in diesem Jahr. Jedenfalls kübelte es zum Auftakt der 184. Wiesn ordentlich vom Himmel herunter. Doch weil bekanntlich nicht einmal ein schlecht aufgelegter Petrus die Vorfreude auf die "fünfte Jahreszeit" trüben kann, war die Stimmung rund um den Anstich im natürlich prall gefüllten Schottenhamel-Festzelt bestens.

Oktoberfest-Anstich 2017, Foto: Michael Nagy/Presseamt München

Sicher habt Ihr darauf gewettet, dass OB Dieter Reiter heuer nur einen einzigen Schlag braucht, um das erste Fass anzuzapfen. Es waren dann doch wieder zwei, was allerdings trotzdem eine überragende Leistung ist. Und ein bisserl Luft nach oben muss sich auch ein Münchner OB noch lassen.

Impressionenn vom ersten Wiesnwochenende, Foto: muenchen.de / Mónica Garduño

Wer vor dem Anstich nicht beim traditionellen Wirteeinzug zuschaute, besetzte schon in aller Früh die Sitzplätze in den Zelten und feierte einen großartigen ersten Wiesntag. Dass das Wetter im Laufe des Tages besser wurde, erwähnen wir hier nur am Rande. Die Hauptsache ist doch: O'zapft is'!

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