Oktoberfest-Halbzeitbericht 2011

Die Wiesn glänzt im Altweibersommer und kommt mächtig in Fahrt! Nach einem wechselhaften Auftakt mit Sonne und kräftigem Regen bescherte ab Donnerstag ideales Volksfestwetter dem 178. Oktoberfest großen Publikumszuspruch, vor allem aus München. Herrlicher Altweibersommer sorgte für ein bärenstarkes zweites Wiesn-Wochenende, an dem auch verstärkt die auswärtigen Gäste kamen.

Nach Schätzung der Festleitung kamen insgesamt 3,5 Millionen Gäste (2010: 3,5 Millionen) auf die Theresienwiese. Analog zur Tourismusstatistik besuchte wieder ein internationales Publikum das Oktoberfest: Die Gäste kamen aus den europäischen Nachbarländern, besonders aus Italien, aber auch aus Kanada, Russland, Spanien, den USA, und Asien. Es fiel auf, dass Gäste auch ihre eigene Landestracht stolz ausführten, zum Beispiel eine Gruppe aus Liechtenstein, aus den Niederlanden mit Holzpantoffeln, Schotten im Kilt oder Südtiroler in den typischen blauen Schürzen.

Der Trend zur bayerischen Tracht hält weiterhin an. Das Bewusstsein für ein hochwertiges Dirndl-Outfit ist gestiegen. Die jüngere Generation liebt hingegen die freche Trachten-Variante mit Knallfarben und Minirock. Auch internationales Publikum kleidet sich in Dirndl und Lederhose.

Allgemein ist alles Bayerische oder typisch Münchnerische hoch im Kurs, sei es in der Gastronomie, bei den Schaustellern oder im Souvenirbereich. Spürbar ist ein bewusstes Ausgabeverhalten bei weitgehend stabilen Umsätzen im Vergleich zum Vorjahr.
 
Insgesamt waren Festleitung, Schausteller, Marktkaufleute und Wirte mit dem bisherigen Verlauf der Wiesn zufrieden.
 
Oide Wiesn
Die Oide Wiesn, das Volksfest im Stil der Nostalgie auf dem Südteil der Theresienwiese, ist der Sehnsuchtsort der Münchner. Es wird gezielt von Familien und älteren Jahrgängen aufgesucht, die die heiter-entspannte Stimmung in den beiden Festzelten und auf dem Gelände genossen. Aber auch junge Leute genießen das besondere Flair und die gute VolXmusik im Schönheitsköniginnen-Zelt. Die Aufforderung zum Tanzen und Mitsingen wurde begeistert aufgenommen. Spezialitäten aus der Küche der guten alten Zeit waren zum Beispiel Rehragout oder Hechtkraut, die Leibspeise von Ludwig II. 
 
Die besondere Sogwirkung der Oidn Wiesn hat viele Liebhaber gefunden und beansprucht ab sofort einen festen Platz im Münchner Volksfestkalender.
 
Essen & Trinken
Die Schmankerl der bayerischen Küche fanden auch in diesem Jahr starken Zuspruch. Weißwürste, Hendl und Schweinsbraten wurden gerne geordert. Besonders bei den jungen Leuten lief die Currywurst den Schweinswürstln den Rang ab. Insgesamt blieb die Wiesn-Gastronomie umsatzmäßig im Vergleich zum Vorjahr stabil.
 
In der Ochsenbraterei wurden 58 Ochsen (2010: 61) verspeist. Die Kalbskuchl meldet einen Verzehr von 27 Kälbern. Der Bierkonsum zur Wiesn-Halbzeit belief sich wie im Vorjahr auf rund 3,4 Millionen Maß Bier Der Umsatz von alkoholfreien Getränken blieb ebenfalls gegenüber dem Vorjahr stabil.
 
Zuckerwatte erlebt eine Renaissance, gut verkauft wird auch das nostalgische Magenbrot. Der Trend zu schwarzer Schokolade bei Schokofrüchten hält an. Beliebt sind „Himbeeren in Schokoguß“.
 
Chapeau!
Schicke Accessoires machen den Trachtenauftritt besonders der Münchnerin perfekt. Verkaufsschlager sind Bettelarmbänder, Edelweiß-Anstecker aus Filz, kecke Trachtenhüte oder trachtiger Haarschmuck. Tracht schlägt T-Shirt: Zu dem durchgestylten Auftritt in Dirndl und Lederhose wollen Juxhüte oder Witz-T-Shirts ganz und gar nicht passen. Eher werden sie als Souvenirs mit nach Hause genommen. Waren im letzten Jahr kleine Lebkuchenherzerl der letzte Schrei,sind heuer XXLLebkuchenherzen der Renner. Bevorzugt werden Herzen mit „Gruß vom Oktoberfest“ oder als zuckersüßes Liebesbekenntnis.
 
Das Oktoberfest-Plakatmotiv mit seinem tanzendes Trachtenpärchen in Retro-Stickerei schmückt den Sammlerkrug, der sich sehr gut verkauft. Auch die Logo-Tasse ist ein beliebtes Mitbringsel.
 
Schaustellerei zwischen Hightech und Tradition
Das Oktoberfest bot bei der großen Bandbreite an Volksfestattraktionen für jeden etwas. Fans von Hightech-Fahrgeschäften suchten den Thrill bei „Starflyer“, „Power Tower“, „High Energy“, „Cyberspace“ und der auch sehr gut laufenden Neuheit „Monster“. Die ältere Generation schätzte die „sanfte Wiesn“ mit Krinoline, Teufelsrad oder Toboggan, die es nur noch auf der Wiesn gibt. Auch die auswärtigen Gäste suchten die Fahrgeschäfte auf, für die das Münchner Oktoberfest berühmt ist. Die familientaugliche Novität „Rio Rapidos“ war bei den Gästen gut nachgefragt.
 
Retro auch beim Wiesn-Hit 2011
Auch in diesem Jahr zeichnet sich bis jetzt noch kein Wiesn-Hit ab. Gespielt werden die bewährten Lieder wie „Hey Baby“, „Highway to Hell“, „Sweet Caroline“, „Flieger-Lied“ oder auch der Gefangenenchor aus der Oper „Nabucco“. Neu im Renner sind „Schatzi schenk mir ein Foto“ von Mickie Krause und „I sing a Liad für di“ von Andreas Gabelier.
 
Aus dem Behördenhof
Polizei
Die Polizei spricht „von einem normalen Verlauf“ der Wiesn und lobt die gute Sicherheitspartnerschaft aller zuständigen Behörden und Beschicker.
 
BRK
Auch das Bayerische Rote Kreuz berichtet von einem normalen Verlauf der Wiesn.
 
Fundsachen
Das Wiesn-Fundbüro zählte bis Samstagabend 2.200 Fundsachen (2010: 2.200), darunter 780 Kleidungsstücke, 460 Ausweise, 260 Geldbeutel, 225 Schlüssel, 160 Taschen/Rucksäcke/Beutel, 135 Handys, 135 Brillen, 77 Schirme, 58 Schmucksachen, 42 Kameras, mehrere Eheringe, iPhones und Blackberrys sowie einen Wikinger-Helm, ein Koffer mit Musiknoten, ein Rucksack mit zwei Campingstühlen, ein Rollator und eine Krücke.
 
Quelle: Tourismusamt