Italienerwochenende
Für zwei Tage heißt die Münchner Wiesn inoffiziell "Festa alla birra"! Das zweite Wochenende des Oktoberfestes (in diesem Jahr am 29. und 30. September) gehört traditionell den Italienern, die zu Zehntausenden in die Festzelte strömen. Damit die Kommunikation zwischen Polizisten und Feiernden reibungslos klappt, unterstützen Südtiroler Beamte die Einsatzkräfte in München.
Die feierfreudigen Touristen aus dem Süden quartieren sich meist auf den Campingplätzen in und um die Landeshauptstadt ein, die schon Monate im Voraus ausgebucht sind. Viele Italiener sind bereits wahre Wiesnexperten. Den meisten gefällt der erste Oktoberfestbesuch so gut, dass sie jedes Jahr wieder kommen. Sie wissen auch, wer erst mittags auf die Festwiese kommt, kann Probleme haben, noch einen Platz im Zelt zu kommen. Im Vorjahr fuhren insgesamt 250.000 Italiener über die Alpen zum Besuch auf dem "festa alla birra".
Sicherheit auf "Italienisch"
Die Münchner Polizei ist mit ihren fünf Südtiroler Kollegen gut gerüstet für den südländischen Oktoberfest-Ansturm. Dabei sorgen die Bozener Staatspolizisten nicht nur am zweiten, sondern auch am letzten Wiesn-Wochenende für mehr Sicherheit und einen möglichst reibungslosen Ablauf bei der Kommunikation mit Gästen und Gastgebern. Seit 2005 hat sich die Zusammenarbeit mit den italienischen Polizisten bewährt, die weitgehende Befugnisse haben und - was niemand hofft - auch ihre Waffe einsetzen dürfen. Dafür wurde eigens eine Ausnahmeregelung im bayerischen Polizeigesetz geschaffen. Sollte es von italienischen Besuchern zu Straftaten kommen, sind jedoch weiterhin die deutschen Behörden für die Strafverfolgung zuständig.
Auch für die Münchner Feuerwehr kommt Unterstützung aus Südtirol. Wegen der guten Erfahrungen mit diesem Service im vergangenen Jahr reisen jeweils drei Berufsfeuerwehrleute ebenfalls aus Bozen an und sorgen an den beiden letzten Wochenenden dafür, dass bei Einsätzen und Telefonaten weniger Missverständnisse mit den italienischen Touristen aufkommen.
