Er baut das größte Volksfest der Welt mit auf: Markus Wolf vom Oktoberfest-Bauhof feiert sein 25-jähriges Dienstjubiläum. Der gelernte Zimmerer Markus Wolf, der mit seiner Familie in Jetzendorf eine Auto- und Zugstunde nördlich von München lebt, ist seit 25 Jahren beim städtischen Oktoberfest-Bauhof.
Zum Einsatzbereich des gebürtigen Ismaningers gehören zum Beispiel der Auf- und Abbau der Buden der städtischen Volksfeste, wo später Lebkuchenherzen, Souvenirs oder andere Dultwaren verkauft werden. Wieviel von den Ständen er wohl - um den Daumen gepeilt - bereits hochgezogen hat? „An die 500 im Jahr werden es schon sein“, schätzt er. In dem eingespielten Team – ungefähr 6 Leute sind für eine Bude zuständig – weiß jeder, was er zu tun hat, und Arbeit gibt es genug. Denn bereits jetzt, während der Wiesn, baut er die ca. 90 Buden für die Kirchweihdult mit auf; dafür ist 2 Wochen Zeit.
Hinter die Kulissen geschaut: Vom Roh-Holz bis zur gezimmerten Bude, die bei den Fest-Beschickern so heiß begehrt ist, ist es ein weiter Weg. Da muss – auch ohne viel Worte – jeder Handgriff in dem Arbeitsprozess sitzen: Hobeln, fräsen, zuschneiden, auf das Maß herrichten, das man braucht, lasieren zum Schutz vor Witterung und „damit das einheitliche Bild stimmt“, wie Markus Wolf sagt, stapeln, verladen, und dann geht es an den Aufbau. Aber gelernt ist gelernt, und je länger man dabei ist, „desto mehr kriegt man das ins Gefühl“, so Markus Wolf.
Zu seinem Arbeitsalltag vor und nach der Wiesn gehört auch der Auf- und Abbau des Torbogens am Haupteingang, das Zimmern der Anzapfbox des Bürgermeisters, der Aufbau der Breznstandl, das Aufstellen der Schilder und Wegweiser oder der Toilettenanlagen, die obendrein mit Dachziegeln gedeckt sind. Natürlich fallen auch Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten an, denn Holz verwittert bekanntlich oder es wird beim Transport beschädigt.
Auch echte Notfälle gehören hin und wieder zu seinem Arbeitsalltag und erfordern seinen ganzen Einsatz – etwa wenn eine vom Orkan „auf den Kopf gestellte“ Bude – sie kann immerhin rund eine Tonne wiegen – wieder aufgestellt werden muss. Immer an der frischen Luft, bei Wind und Wetter arbeiten, das schätzt Markus Wolf an seiner Tätigkeit. Daß über's Jahr gesehen auch mal Wochenend-Schichten wie jetzt während der Wiesnzeit eingelegt werden müssen, sieht der Zimmerer vom Oktoberfest-Bauhof gelassen: „Das kann man akzeptieren“.
Schließlich hat er auch schon andere Arbeitszeiten kennengelernt – von 6 Uhr in der Früh bis 22 Uhr abends, als er noch Zimmerer auf Schalung war. Aber das war vor seiner Zeit bei der Landeshauptstadt München. Und das Gute bei den 25 Jahren, die er jetzt beim Oktoberfest-Bauhof arbeitet, ist außerdem: Durch die Arbeit ist man körperlich voll ausgelastet, „da braucht es kein Kraftsport-Training mehr“. (Bae)
Quelle: Tourismusamt München







