Tram St. Emmeram
Auf Erfolgskurs bei den Fahrgästen
Foto: MVG
Nachdem die Tram St. Emmeram im Oktober 2012 bereits vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung ausgezeichnet wurde („Vorbildcharakter für deutsche Straßenbahnstädte“), bestätigen nun die Fahrgäste selbst den erfolgreichen Kurs:
Ergebnisse der Fahrgastbefragung
Ein Jahr nach ihrer Eröffnung hat jetzt eine repräsentative Befragung von mehr als 1.000 Nutzern ergeben, dass 91,8 Prozent mit der Tramstrecke zwischen Effnerplatz und St. Emmeram zufrieden oder sehr zufrieden sind. Dies entspricht einer Note von 1,6 auf eine Skala von 1 (sehr zufrieden) bis 4 (unzufrieden). Die Befragung wurde von einem unabhängigen Marktforschungsinstitut im Auftrag der MVG durchgeführt. Mehr als 70 Prozent der Fahrgäste auf dieser Strecke sind mehrmals pro Woche mit der Tram St. Emmeram unterwegs und somit Stammkunden. Etwa die Hälfte kommt ohne Umsteigen mit der Straßenbahn direkt ans Ziel, viele nutzen auch die vorgesehene Umsteigemöglichkeit zur U4 am Arabellapark. Die meisten nehmen die Tram unter der Woche für den Weg zu ihrem Arbeits- oder Ausbildungsplatz (53 Prozent), nicht wenige aber auch für Freizeit-Fahrten (26 Prozent). Letztere dominieren am Wochenende (69 Prozent Freizeitwege).
Hohe Attraktivität von Strecke und Stadtteil
Die dynamische Entwicklung des Stadtteils Bogenhausen und die Attraktivität der gerade auch deswegen gebauten Tramstrecke verdeutlicht folgende Zahl: Nahezu jeder dritte Befragte (31,5 Prozent) hat den Weg mit gleichem Ausgangspunkt und Ziel vor der Inbetriebnahme der Tram noch nicht zurückgelegt, ist also Neukunde auf der Tramstrecke. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Fahrgäste, die erst in jüngster Zeit zugezogen sind oder einen neuen Arbeitsplatz in Bogenhausen angenommen haben. Dass sie von Anfang an die Tram nutzen, um an ihr Ziel zu kommen, bestätigt die hohe Akzeptanz der Straßenbahnlinie. Durch die große Nachfrage wird zusätzlicher Autoverkehr vermieden und das durch den Zuzug steigende Verkehrsaufkommen umweltfreundlich und stadtgerecht bewältigt.
Verbesserungsbedarf: Ausweitung des Angebots
Nach Verbesserungsvorschlägen gefragt, kam vor allem der Wunsch nach einer Ausweitung des Angebots. Die MVG plant dies für den Fahrplanwechsel Ende des Jahres. Ab dann soll der 5-Minuten-Takt in Abhängigkeit von der Fahrzeugverfügbarkeit und Finanzierbarkeit auch im Berufsverkehr am Nachmittag angeboten werden.
Quelle: MVG, 10.1.2013
Foto: Wolfram Becker
Der nordöstliche Münchner Stadtbezirk Bogenhausen hat seit 11. Dezember 2011 eine neue Straßenbahnverbindung: die Linie 16 wurde vom Effnerplatz nach St. Emmeram verlängert. Zum Fahrplanwechsel an diesem Tag ist die Trasse in Betrieb genommen worden.
Die etwa 4,3 Kilometer lange Neubaustrecke hat neun Stationen und führt über die Englschalkinger Straße und Cosimastraße bis in den Bezirksteil Oberföhring an die Stadtgrenze – die Fahrtzeit mit modernen Niederflurfahrzeugen auf einem kompletten Rasengleis beträgt ca. zehn Minuten. Am Effnerplatz unterquert die Tram das 52,5 Meter hohe Kunstwerk „Mae West“. Fahrgäste haben über die Haltestelle Arabellapark Anschluss an die U-Bahnlinie U4, die in ca. 15 Minuten den Hauptbahnhof erreicht.
Mit der Einführung dieses Trambahnnetzes beginnt die Linie 16 weiterhin am Romanplatz, fährt aber ab Sendlinger Tor künftig über Max-Weber-Platz zum Effnerplatz und weiter nach St. Emmeram.
Die Linie 18 vom Gondrellplatz endet weiterhin am Effnerplatz, führt nun jedoch über Maxmonument und Lehel. In den Morgenstunden bedient die Linie 18 zusätzlich als Verstärker ebenfalls die Strecke nach St. Emmeram, sodass ein 5-Minuten-Takt gewährleistet wird. Die Linie 17 fährt dafür nicht mehr zum Effnerplatz, sondern ab Müllerstraße Richtung Schwanseestraße.
Ein Tag vor Inbetriebnahme, am 10.12.2011, wurde die Trambahnlinie nach St. Emmeram mit einem Fest für alle Bürger offiziell eröffnet. Spatenstich für die Neubaustrecke war am 21. Mai 2010.