Kaspar Wörle ist der Münchner Pferdemetzger. Nicht nur auf dem Viktualienmarkt sondern in ganz München ist seine Metzgerei einzigartig. Nirgendwo sonst in der Stadt kann man die hierzulande doch eher wenig bis kaum verbreitete Fleischsorte „Pferd“ bekommen. Es liegt auf der Hand, dass Pferdefleisch zu den umstrittenen Nahrungsmitteln in Deutschland zählt und für viele das Pferd mehr das geliebte Haus- und Reittier, als ein zum Verzehr geeignetes Nutztier ist. In Frankreich, Belgien und der Schweiz hingegen ist Pferdefleisch nichts ungewöhnliches, sogar in Supermärkten kann man es dort meist tiefgekühlt kaufen.

Ob Filets, Gulasch, Wurstwaren aller Art, luftgetrocknet oder geräuchert, Leberkäs, ja sogar Weißwürste - aus Pferdefleisch kann Wörle fast alle Spezialitäten zubereiten, die man auch von den gängigen Fleischarten kennt. Weil Pferd aber viel magerer ist als Schwein oder Rind und somit der Geschmackträger Fett fehlt, muss bei der Wurstverarbeitung kräftiger gewürzt werden. An sich hat das dunkelrote Muskelfleisch aber ein kräftigeres Aroma als z.B. Rind. Sollte es jedoch, wie oft behauptet wird, mehr nach Wild schmecken, ist das Fleisch sehr wahrscheinlich überlagert und sollte besser nicht mehr verspeist werden, so der Fachmann.
Wenn man Kaspar Wörle zuhört wie er über seinen Beruf spricht, merkt man schnell, dass es sich bei ihm um eine Berufung handelt, der er mit äußerster Sorgfalt und Leidenschaft nachgeht. Seine zahlreichen Stammgäste, unter ihnen auch viele Prominente wie man an den Autogrammkarten an der Ladenpinnwand sieht, halten ihm seit 18 Jahren die Treue. Auf die Frage nach seinem Leibgericht, muss er nicht lange nachdenken. Einen gut gemachten Sauerbraten oder ein schönes Filet vom Pferd lässt er sich nicht zweimal anbieten
Autor: St.St.




