Fund in der Residenz: Münchens ältestes Grab entdeckt

Fundstücke der Grabungen in der Münchner Residenz., Foto: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Foto: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

(München – 2.7.2014) Es ist sicher ein Fund, den man nicht alle Tage macht: Der „älteste Münchner“ wurde bei Kanalbauarbeiten im Apothekenhof der Münchner Residenz entdeckt. Wobei diese Aussage mit Vorsicht zu genießen ist, denn momentan lassen die 3000 Jahre alten Überreste der Leiche noch nicht einmal eine Einschätzung zu, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt – geschweige denn ob die Person wirklich aus dem Gebiet des heutigen München stammte.

Fundstücke der Grabungen in der Münchner Residenz., Foto: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Foto: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

Sicher ist jedenfalls, dass man es hier mit dem ältesten Grab, das je auf dem Münchner Stadtgebiet entdeckt wurde, zu tun hat. In der drei Meter langen Grube förderten die Archäologen verbrannte Skelettreste, Spuren eines Scheiterhaufens und Grabbeigaben zutage, darunter Keramikscherben, Vorratsgefäße, eine Bronzezwinge und ein Griffplattenmesser vom Riegsee-Typ. Diese Beigaben sind ein Hinweis darauf, dass die Person in der späten Bronzezeit (1350 - 1200 v.Chr.) hier begraben wurde. Die verbrannten Skelettreste wurden neben den Beigaben verstreut und nicht in einer Urne bestattet. Die Praxis der Leichenverbrennung ist für die späte Bronzezeit nicht ungewöhnlich.

Wissenschaftliche Analyse in Zusammenarbeit mit der LMU

Fundstücke der Grabungen in der Münchner Residenz., Foto: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Foto: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

Die Skelettreste und die Grabbeigaben werden nun vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege erfasst und konserviert. Anschließend kümmert man sich in Kooperation mit dem ArchaeoBioCenter der LMU um die wissenschaftliche Analyse. Ohne Zweifel handelt es sich hierbei um einen spektakulären Fund. Vor allem wenn man bedenkt, dass die im 14. Jahrhundert errichtete Residenz in den letzten 600 Jahren ständig umgebaut wurde. Doch die Grabstelle blieb dabei offenbar von allen Baumaßnahmen unberührt.

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