Neue Straßentunnel am Luise-Kiesselbach-Platz

Heckenstallertunnel, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal Während der Verkehr im Tunnel überwiegend flüssig läuft, kommt es an der Oberfläche zu Stauungen

Neue Verkehrsführung an der Tunnel-Oberfläche

(4.8.2015) Seit über einer Woche rollt der Verkehr durch den Luise-Kiesselbach- und den Heckenstallertunnel. Doch an der Oberfläche bilden sich wegen der noch laufenden Bauarbeiten immer wieder Staus. Um die Lage zu entspannen, gilt ab dem 5.8. bis Ende August eine neue Verkehrsführung im Kreuzungsbereich Heckenstaller-/Passauerstraße.

Staus an der Oberfläche wegen Bauarbeiten

Heckenstallertunnel, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Seit der Eröffnung vor einer Woche rollt der Verkehr durch den Luise-Kiesselbach-Tunnel. Doch an der Oberfläche kommt es noch zu Staus. Grund sind unter anderem Bauarbeiten im Kreuzungsbereich der Heckenstaller- und Passauerstraße. Zudem ist die Rampe von der Heckenstallerstraße in den neuen Tunnel noch nicht fertiggestellt - dies wird erst im Frühjahr 2016 der Fall sein. Um die Verkehrslage an der Oberfläche temporär zu entspannen, gilt ab dem 5.8. eine veränderte Verkehrsführung: Kraftfahrer, die aus dem Tunnel kommen, können an der Kreuzung Heckenstaller-/Passauerstraße vorerst nur nach links in die Passauerstraße abbiegen oder geradeaus zurück in den Tunnel fahren. Fahrzeuge auf der Heckenstallerstraße in Richtung Osten können hingegen nur geradeaus in den Tunnel fahren oder rechts in die Passauerstraße abbiegen. So soll der Verkehrsfluss sowohl an der Ampelanlage im Kreuzungsbereich als auch bei der Auffahrtsrampe an der Passauerstraße verbessert werden. Das Abbiegen in alle Richtungen soll Ende August wieder möglich sein.

Video: Großes Bürgerfest zur Tunnel-Eröffnung

Oberfläche: Bis 2017 entstehen Promenaden und ein Park

Visualisierung Luise-Kiesselbach-Platz, Foto: Baureferat/form 3d
Foto: Baureferat/form 3d So soll es am Luise-Kiesselbach-Platz aussehen

Die Anwohner am Luise-Kiesselbach-Platz, der nach einer bekannten Münchner Frauenrechtlerin benannt ist, sehnten sich schon lange danach, dass das Großbauprojekt zu einem Ende gelangt. Ruhiger wird es für sie schon alleine deswegen werden, weil von nun an weniger Verkehr vor ihren Fenstern fließt. Künftig werden etwa 120.000 Fahrzeuge pro Tag unter der Oberfläche fahren, darüber verbleiben noch rund 40.000. Die Bauarbeiten rund um den verkehrsreichen Platz sind aber noch nicht beendet, denn in den kommenden zwei Jahren gestaltet das Baureferat die Oberfläche neu. So wird etwa die Garmischer Straße um eine Spur verschmälert und bekommt in der Mitte eine breite Promenade mit vielen Bäumen. Am Luise-Kiesselbach-Platz selbst verschwinden ebenfalls einige Fahrbahnen, und es entsteht eine große Freifläche vor dem Altenheim St. Josef. Wie genau die Grünfläche aussehen soll, wird noch in einem Wettbewerb entschieden. Auch die Planungen für die Fläche über dem neuen Heckenstallertunnel versprechen viel Grün: Hier entsteht auf einer Fläche von über 27.000 Quadratmetern der neue Heckenstaller-Park mit einer großen Spiel- und Liegewiese und weiteren Freizeitangeboten. Bis zum Herbst 2017 sollen die letzten Arbeiten abgeschlossen sein. Ein wenig müssen sich die Anwohner also noch gedulden - doch die Wartezeit dürfte sich für sie lohnen...

Mehr Infos zu den Maßnahmen an der Oberfläche

Fotos: So feierten die Münchner im neuen Tunnel

Bürgerfest mit Live-Musik und Tunnelbegehung

Tunneleröffnung Luise-Kiesselbach-Platz, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Für Dieter Reiter ist der neue Tunnel eine Investition für die Zukunft. Zudem freute sich Münchens OB, dass das Projekt fristgerecht fertig geworden sei und zudem weniger Kosten verursacht habe, als geplant. Fast 400 Millionen investierte die Stadt und der Freistaat Bayern in den Luise-Kiesselbach-Tunnel. Genau genommen geht es sogar um zwei Tunnel. Denn an den 1,5 Kilometer langen Luise-Kiesselbach-Tunnel schließt gleich der 620 Meter lange Heckenstallertunnel an.

Zur Eröffnung kam auch Baureferentin Rosemarie Hingerl und der bayerische Minister für Verkehr Joachim Herrmann. Die beiden Tunnel seien „ein Meilenstein für Autofahrer und Anwohner”, so Herrmann. Er freute sich, dass einer der zentralen Verkehrsknoten der Landeshauptstadt nun entschärft ist. Bereits am Montagmorgen dürfen dann die Autofahrer durch die Röhren rollen.

Aus Anlass der Tunnelfertigstellung gab es am Luise-Kiesselbach-Platz ein großes Bürgerfest mit Festzelt, Tunnelbiergarten und Livemusik. Schon am Vormittag wurden die Besucher an der Oberfläche musikalisch begrüßt und konnten die Ansprachen aus dem Tunnel per Leinwand mitverfolgen. Ab 13:45 Uhr durften dann alle den Tunnel betreten und wurden dabei vom Posaunenchor begrüßt. Unten warteten nicht nur weitere Musik-Acts auf die Besucher, sondern auch ein Café und sogar ein Biergarten im Untergrund.

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Tunnellauf: Sechs Kilometer unter der Erde

Tunnellauf Luise-Kiesselbach-Tunnel 2015, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Ein echtes Sport-Ereignis nicht nur für die Teilnehmer, sondern auch für die Zuschauer am Streckenrand gab es vor der Tunneleröffnung bereits am Donnerstag. Rund 1.500 Läufer waren am 23.7.2015 beim Tunnellauf auf einer sechs Kilometer langen Strecke unterwegs. Die Plätze waren schon kurz nach Anmeldungsstart vergeben, und jeder, der es auf die Teilnehmerliste geschafft hatte, erhielt ein Funktions-Laufshirt vom Tunnellauf als Souvenir. Zuschauer konnten die Läufer übrigens oberirdisch an Start und Ziel anfeuern. Ein wahrlich einmaliges Sport-Erlebnis!

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Bilder vom Tunnellauf am 23.7.

So war die Party beim "Unwiederbringlichen Tunnelfest"

Party im neuen Heckenstallertunnel, Foto: Christian Scheiffele
Foto: Christian Scheiffele

Heftig gefeiert wurde übrigens bereits am 18. und 19.7. - zumindest im Heckenstallertunnel. Tausende kamen zu den "Unwiederbringlichen Tunnelfesten" und genossen es, in einmaligem Tunnel-Ambiente zu heißen Beats zu tanzen. Jeder Besucher wusste, dass es die Möglichkeit, in einer solchen Location zu feiern, wohl so schnell nicht mehr geben wird - entsprechend euphorisch war die Stimmung... 

Bilder von den "Unwiederbringlichen Tunnelfesten"

OB Dieter Reiter: "Anwohner können aufatmen"

Oberbürgermeister Dieter Reiter, Foto: SPD München - Konrad Ferterer
Foto: SPD München - Konrad Ferterer

Lange Jahre war der Luise-Kiesselbach-Platz ein Nadelöhr im Münchner Autoverkehr. Häufig stauten sich an der großen Straßenkreuzung in der Gegend des Altenheimes St. Josef die Autos. Lärm und Abgase belasteten die Anwohner. Doch nun, nach mehrjähriger Bauzeit, ist der neue Verkehrstunnel fertig. Mit einem Schlag verschwindet ein Großteil des Autoverkehrs im Untergrund. Und im Gegensatz zu so manch anderem Großbauprojekt wurden der 1500 Meter lange Luise-Kiesselbach-Tunnel und der 620 Meter lange Heckenstallertunnel früher als geplant fertig und haben weniger als das veranschlagte Budget gekostet. Darüber freute sich im Vorfeld auch Oberbürgermeister Dieter Reiter (Foto): "Nach sechs Jahren Bauzeit wird der Luise-Kiesselbach-Tunnel pünktlich für den Verkehr freigegeben. Das ist nicht nur für die Autofahrerinnen und Autofahrer - im wahrsten Sinne des Wortes - ein Licht am Ende des Tunnels. Vor allem auch die Anwohnerinnen und Anwohner in Sendling-Westpark können nach all den Jahren endlich aufatmen, wenn ab 27.Juli ein Großteil der Fahrzeuge nicht mehr am Wohnzimmer vorbei, sondern unterirdisch durch den Tunnel rollt", so der OB gegenüber muenchen.de.

Video: Probefahrt durch den neuen Straßentunnel

muenchen.de durfte bereits Wochen vor der Verkehrsfreigabe am 27.7. einen Blick in den Luise-Kiesselbach-Tunnel werfen und eine Probefahrt durch den Tunnel absolvieren...

800 Kilometer Kabel: Zahlen zum Projekt

Die Zahlen zum Projekt verraten, wie aufwendig die Arbeiten für das Tunnelbauwerk waren: Die Gesamtfläche des Tunnels beträgt 68.000 m2. Für die unterirdischen Arbeiten wurden 800.000 Kubikmeter Erde ausgehoben und 241.000 Kubikmeter Beton verlegt. Die Gesamtlänge der Markierungen im Tunnel beträgt 16 Kilometer, und noch weitaus länger ist die Kabelstrecke zur Stromversorgung und für die Steuerungstechnik: Sagenhafte 800 Kilometer! 100 Pannenbuchtleuchten weisen den Weg, den hoffentlich niemand benötigen wird, während 210 Videokameras den Verkehr im Tunnel überwachen.

Wichtige frühere Tunnelbauprojekte in München

Herbststimmung im Petuelpark, Foto: Mark Read
Foto: Mark Read Petuelpark: Hier rauschte früher der Verkehr durch

Der Luise-Kiesselbach- und Heckenstallertunnel bilden zusammen das dritte große Tunnelbauprojekt in München seit der Jahrtausendwende. Nachdem sich 1996 die Münchner im Bürgerentscheid "Drei Tunnel braucht der Mittlere Ring" mehrheitlich für den Bau von neuen Straßentunneln ausgesprochen hatten, wurde als erstes der Petueltunnel in Angriff genommen. Dieser wurde 2002 dem Verkehr übergeben, anschließend entstand auf der frei gewordenen Fläche der Petuelpark. Als nächstes Großbauprojekt ging der Richard-Strauss-Tunnel 2009 in Betrieb. Er entlastete die zuvor extrem verkehrsreiche Richard-Strauss-Straße bis zum Leuchtenbergring. Dann richtete sich der Fokus auf den Bau der Tunnel im Südwesten. Doch die Geschichte der Straßentunnels am Mittleren Ring reicht bereits über 30 Jahre zurück. 1984 wurde nach vier Jahren Bauzeit der Trappentreutunnel fertig gestellt, der die zuvor achtspurige Straße unter die Erde verbannte. Vier Jahre später ging der Brudermühltunnel in Betrieb, der bis heute eine wichtig Entlastungsfunktion für die Anwohner inne hat.

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