Viktualienmarkt zum immateriellen Kulturerbe Bayerns erklärt

Viktualienmarkt München, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Landesverzeichnis in der Residenz vorgestellt

(16.10.2015) Er gehört zu München wie die Frauenkirche oder das Oktoberfest und ist auch eine Touristenattraktion ersten Ranges: Der Viktualienmarkt. Nun wurde der traditionsreiche, feste Markt in der Altstadt vom bayerischen Wissenschaftsministerium in das Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle stellte das Verzeichnis im Rahmen einer Feierstunde in der Residenz vor.

Seit 1807 ein fester Bestandteil des Münchner Lebens

Viktualienmarkt München, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Für die allermeisten Münchner ist ihre Stadt ohne den Viktualienmarkt ebenso wenig denkbar wie für die zahlreichen Besucher, die an jedem Markttag zwischen den Buden flanieren, sich die Angebote ansehen oder ein frisch gezapftes Bier im kleinen Biergarten zu sich nehmen. Seit dem Jahr 1807 befindet sich der Viktualienmarkt an seiner jetzigen Stelle zwischen Heiliggeistkirche und Schrannenhalle. Täglich außer an Sonn- und Feiertagen werden hier auf rund zwei Hektar Marktfläche Waren und Lebensmittel feilgeboten. Diese lange Tradition bescherte dem Viktualienmarkt nun die Aufnahme in das Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes, das Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle im Rahmen einer Feierstunde in der Residenz vorstellte.

"Verkörpert in besonderer Weise urbane Markttradition"

In der Begründung heißt es: "Als ständiger, vorwiegend aus festen Buden bestehender Markt für Lebensmittel in der Altstadt von München verkörpert der Viktualienmarkt in besonderer Weise die urbane Markttradition. Aufgrund der mit dem Markt unmittelbar verbundenen gesellschaftlichen Komponente handelt es sich um weitaus mehr als einen bloßen Ort des Handeltreibens." Neben dem traditionsreichen Münchner Markt wurden noch zwölf weitere bayerische Feste, Bräuche und Handwerkstraditionen aufgenommen, zum Beispiel die Oberammergauer Passionsspiele, das historische Festspiel "Der Meistertrunk" in Rothenburg ob der Tauber – und nicht zuletzt die bayerische Bierbrautradition nach dem Reinheitsgebot. Bei der Feierstunde erklärte Kultusminister Spaenle die Absicht hinter dem Landsverzeichnis des immateriellen Kulturerbes wie folgt: „Als Kulturstaat wollen wir das immaterielle Kulturerbe Bayerns dokumentieren, aber auch das Bewusstsein der Menschen für unsere großartigen und vielfältigen Traditionen schärfen. Diese tragen vor Ort in besonderer Weise dazu bei, Identität zu stiften“. Die Kultusministerkonferenz des Bundes wird aus den Länderverzeichnissen übrigens zwei immaterielle Kulturerben zur Aufnahme in die Liste der UNESCO vorschlagen. Vielleicht schafft der Viktualienmarkt ja auch noch das.

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