SWM führen Seismik-Messungen in München durch

Seismik-Messungen durch die SWM, Foto: SWM
Foto: SWM

Fernwärme: SWM bauen regenerative Energien weiter aus

(09.11.2015) Die Stadtwerke München führen seit November 2015 umfangreiche Vibro-Seismik-Messungen im Süden des Münchner Stadtgebiets durch. Bis März 2016 fahren Vibro-Messfahrzeuge (Foto) durch Münchens Süden und erstellen ein zusammenhängendes Bild des Untergrundes. Mit Hilfe auffälliger, orangefarbener Kabel wollen die SWM weitere Standorte für Geothermieanlagen ausfindig machen und weiter an ihrer Fernwärme-Vision arbeiten: Bis 2040 soll München die erste Großstadt werden, in der Fernwärme zu 100 Prozent aus regenerativen Energien gewonnen wird.

Gewaltige Heißwasservorkommen im Münchner Boden

Unter München befindet sich ein gewaltiges Heißwasservorkommen, das sich hervorragend für das Heizen verwenden lässt. Dieses Potenzial wollen die SWM im Rahmen ihrer Fernwärme-Vision nutzen. Kürzlich begannen als erster Schritt die Bohrarbeiten für die Geothermieanlage im neuen Stadtteil Freiham. Im Rahmen erster 2D-Seismik-Messungen konnten die SWM bereits herausfinden, dass im Münchner Südwesten und Südosten Thermalwasservorkommen von bis zu 100 Grad Celsius lagern, und zwar ab etwa 2.200 Meter bzw 3.200 Metern unter der Erde. Weitere Messlinien aus 2D- und 3D-Seismik sollen nun die genauen Lagen der Thermalquellen und damit die idealen Standorte für weitere Geothermieanlagen ermitteln helfen. Deshalb rollen ab dem 9.11.2015 spezielle Vibro-Messfahrzeuge durch die Straßen im Münchner Süden sowie Teile der Nachbargemeinden Putzbrunn, Ottobrunn und Neubiberg.

Schwingungen werden aufgezeichnet und ausgewertet

Seismik-Messungen durch die SWM, Foto: SWM
Foto: SWM

Das Vorgehen gestaltet sich dabei wie folgt: Die speziellen Messfahrzeuge bewegen sich auf festgelegten Straßen von Ost nach West durch das Gebiet. Sie erzeugen dabei Schwingungen, die mittels eines sogenannten Geophons gemessen und aufgezeichnet werden. Die Geophone liegen ebenfalls in einem Linienraster auf der Oberfläche. Mit ihnen sind Messkabel verknüpft, die an einem Messwagen zusammenlaufen, der wiederum anhand der Daten ein dreidimensionales Bild des Untergrunds erzeugt. Da sich die Vibro-Messfahrzeuge nur langsam fortbewegen und alle 50 Meter stehenbleiben, um Vibrationen auszulösen, wird der Konvoi hinten und vorne durch Verkehrssicherungsfahrzeuge begleitet. Das Auslegen der Messkabel hat schon am 29.10 begonnen., die eigentlichen Messungen starten am 9.11.2015. Bis zum März 2016 soll das Projekt im Süden des Münchner Stadtgebiets abgeschlossen sein. Während der Weihnachtszeit werden vom 22.12.2015 bis zum 2.1.2016 keine Kabel ausgelegt und auch keine Messungen durchgeführt.

In diesem Gebiet werden Messungen durchgeführt

Karte der Seismik-Messungen der SWM, Foto: SWM
Foto: SWM

SWM als Schrittmacher bei der Energiewende

Stephan Schwarz, SWM Geschäftsführer Versorgung und Technik, sieht das Unternehmen in einer Schrittmacherrolle in Sachen Energiewende. Denn die SWM setzen diese nicht nur im Strom-, sondern auch im Wärmebereich um. „Die jetzt beginnenden Seismikmessungen sind nach dem kürzlich erfolgten Bohrstart für die Geothermieanlage Freiham der zweite Schritt bei der Realisierung unserer Fernwärme-Vision. Mit der 3D-Seismik werden wir ein detailliertes Bild des Untergrunds erhalten und können so die Standorte für die nächsten Geothermieanlagen herausarbeiten“, so Schwarz. Für eventuell auftretende Lärmbelästigungen durch die Vibrofahrzeuge oder Unannehmlichkeiten durch die Geophonauslage bitten die SWM vorab um Verständnis, wollen die Beeinträchtigungen für Anwohner und Autofahrer jedoch so gering wie möglich halten.

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