"Bitterbös und treffsicher" - Josef Hader bekam Dieter-Hildebrandt-Preis von OB Reiter

Verleihung des Dieter-Hildebrandt-Preises an Josef Hader, Foto: Michael Nagy / LHM
Foto: Michael Nagy / LHM Der Kabarettist, Schauspieler und Regisseur Josef Hader (Mitte) mit Oberbürgermeister Dieter Reiter (l.) und Kabarettist Georg Schramm (r.).)

Auszeichnung für einen wahren Menschenkenner

(29.6.2017) Hildebrandt hätte den Österreicher Josef Hader am liebten eingebürgert, erklärte Oberbürgermeister Dieter Reiter gestern. In den Kammerspielen zeichnete er den Kabarettisten, Schauspieler und Regisseur mit dem Dieter-Hildebrandt-Preis der Stadt München aus. Hader ist ein gern gesehener und regelmäßiger Gast auf Münchens Kabarettbühnen. Was die Jury und OB Reiter über das Ausnahmetalent sagen...

Drei Jahrzente voller satirischer Weisheiten

Verleihung des Dieter-Hildebrandt-Preises an Josef Hader, Foto: Michael Nagy / LHM
Foto: Michael Nagy / LHM Josef Hader bei der Preisverleihung

Schon im Februar hatte der Münchner Kulturausschuss auf Empfehlung der Jury beschlossen, dass der Dieter-Hildebrandt-Preis heuer an Josef Hader gehen soll. Oberbürgermeister Dieter Reiter überreichte ihm den Preis im Rahmen einer geschlossenen Feier und lobte seinen Humor als „bitterbös und ungemein treffsicher.“ Und erklärte weiter: „Dieter Hildebrandt hätte den Österreicher Hader am liebsten eingebürgert, ‚solche Leute würden uns gut zu Gesicht und zu Ohr stehen‘, hat Hildebrandt selbst einmal gesagt.“ Die Auszeichnung sei laut Reiter zumindest der subtile Versuch einer Vereinnahmung.

Und in der Jurybergündung heißt es: "Satire heißt, den Menschen ernst zu nehmen. Denn nur, wenn in greller Überbelichtung auch ein wahrer Kern getroffen wird, entfaltet sie ihre ganze Kraft. Der große Menschenkenner Josef Hader beschert uns seit drei Jahrzehnten Weisheiten für die Ewigkeit, etwa: 'Das Leben verliert dadurch, dass man es kennenlernt.'"

Große Erfolge mit "Wilde Maus" und "Hader spielt Hader"

Dreiviertelblut spielen bei der Verleihung des Dieter-Hildebrandt-Preises an Josef Hader, Foto: Michael Nagy / LHM
Foto: Michael Nagy / LHM Bei der Verleihung spielte die Band Dreiviertelblut.

Im März kam Haders Film „Wilde Maus“ in die deutschen Kinos und begeistert die Fans mit gewohnt schwarzem Humor. Sein Regiedebüt hatte auf der Berlinale Premiere. Selbstredend spielt er auch selbst die Hauptrolle.

Derzeit ist Josef Hader mit seinem Programm „Hader spielt Hader“ auf Tour. In München ist er damit am 1.7. in den Kammerspielen und am 2.12. und 3.12.2017 im Audimax der LMU zu sehen.

Bereits 1990 erhält Hader den „Deutschen Kleinkunstpreis“ und tingelt Mitte der neunziger Jahre mit seinem Soloprogramm „Privat“ durch den deutschsprachigen Raum. Spätestens seit der Verfilmung seines Theaterstücks „Indien“ ist Hader auch eine Kinokultfigur. Die Figur des Privatdetektivs Simon Brenner in der Wolf-Haas-Verfilmung „Komm süßer Tod“ wird zu seiner Paraderolle, die er noch 2015 im Krimi „Das ewige Leben“ spielt.

Zweite Verleihung des Dieter-Hildebrandt-Preises

Der mit 10.000 Euro dotierte Dieter-Hildebrandt-Preis wird jährlich für anspruchsvolles politisches Kabarett vergeben. Der Preis, der heuer das zweite Mal verliehen wurde, erinnert an den im November 2013 verstorbenen Kabarettisten Dieter Hildebrandt. Letztes Jahr wurde damit der Kabarettist Claus von Wagner ausgezeichnet.

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