Tunnelprojekt im Englischen Garten wird vom Bund gefördert

Kleinhesseloher See Englischer Garten, Foto: Michael Neißendorfer
Foto: Michael Neißendorfer Direkt neben dem Kleinhesseloher See führt der Isarring mitten durch den Englischen Garten - künftig unter der Erde?

Wiedervereinigung des Englischen Gartens wird immer wahrscheinlicher

(3.3.2017) Der geplante Tunnel unter dem Englischen Garten rückt einer Realisierung immer näher. Der Bund übernimmt die finanzielle Förderung der Planungskosten für das Projekt. Noch vor der Sommerpause könnte der Stadtrat nun die nächsten Schritte in Richtung einer Wiedervereinigung des Englischen Gartens einleiten.

Bundesprogramm fördert die Planungskosten für den Tunnel

Visualisierung des Tunnels im Englischen Garten, Foto: Jürgen Dudowits / sunpatrol, München
Foto: Jürgen Dudowits / sunpatrol, München Visualisierung: So könnte der Tunnel durch den Englischen Garten aussehen

Seit den 1960er Jahren teilt der Mittlere Ring den Englischen Garten in einen Süd- und einen Nordteil. Lediglich eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke sowie eine Unterführung ermöglichen bislang einen Übergang. Die Bürgerinitiative "Ein Englischer Garten" verfolgt bereits seit längerem das Ziel, den Isarring an dieser Stelle in einen Tunnel zu verlegen und so den 375 Hektar großen Park wieder zu vereinen. Die Landeshauptstadt hat diese Überlegungen inzwischen aufgegriffen. Im vorigen Jahr sicherte bereits der Freistaat Bayern finanzielle Unterstützung zu - jetzt hat das Tunnelprojekt für den Englischen Garten einen weiteren großen Schritt vorwärts gemacht. In Kooperation mit der Bürgerinitiative erhält die Stadtverwaltung der Landeshauptstadt München den Zuschlag für das Bundesförderprogramm "Nationale Projekte des Städtebaus 2017" und damit eine finanzielle Förderung für die Planungskosten in Höhe von 2,67 Millionen Euro.

Oberbürgermeister Dieter Reiter zeigt sich erfreut: „Das sind gute Nachrichten für das Tunnelprojekt Englischer Garten. Die Begründung der Jury, unter Vorsitz des Parlamentarischen Staatssekretärs Florian Pronold, unterstreicht, dass das Projekt weit über die Stadtgrenzen von Bedeutung ist. Die Wiederherstellung eines der weltweit angesehensten innerstädtischen Landschaftsparks schließt alte Wunden und trägt zu mehr Lebensqualität für die Menschen in unserer Stadt bei.“

Stadtbaurätin Professorin Dr.(I) Elisabeth Merk sieht das Anliegen der Münchner Bürger damit ebenfalls auf einem guten Weg zur Realisierung und fügt hinzu: "Mit dem Tunnel gibt es dafür, wie das Beispiel Petuelpark eindrücklich zeigt, eine Lösung, die auch verkehrlich funktioniert und die wir deshalb verwirklichen wollen." Bürgermeister Josef Schmid ergänzt: "Ich freue mich, dass sich nach der Förderzusage des Freistaats nun auch der Bund an den Kosten beteiligt. Die Wiedervereinigung des Englischen Gartens rückt immer näher. Es wächst zusammen, was zusammengehört."

Das sind die nächsten Schritte für das Tunnelprojekt

Der Biedersteiner Tunnel am Mittleren Ring Isarring in Schwabing, Foto: muenchen.de/Mark Read
Foto: muenchen.de/Mark Read Aktuelle Situation: Der Isarring auf Höhe des Biedersteiner Tunnels

Das Tunnelprojekt zur Wiederherstellung der ursprünglichen Parklandschaft sieht eine Tieferlegung des mit heute zirka 110.000 Kfz pro Tag sehr stark belasteten Mittleren Rings vom südlichen Portal des Biedersteiner Tunnels bis zur Brücke über den Eisbach auf einer Gesamtlänge von zirka einem Kilometer vor. Davon verlaufen knapp 400 Meter im Tunnel. Noch vor der Sommerpause könnte der Stadtrat auf Grundlage der vom Referat für Stadtplanung und Bauordnung im Rahmen des Handlungsprogramms Mittlerer Ring ermittelten Grundlagen das Baureferat mit der Vor-, Entwurfs- und Genehmigungsplanung für das Tunnelprojekt beauftragen.

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