Gasteig-Zwischenquartier: Stadtrat stimmt für "Sendlinger Lösung"

Visualisierung: Zwischennutzung des Gasteig in Sendling, Foto: Clemens Bachmann Architekten
Foto: Clemens Bachmann Architekten

Kulturzentrum soll fünf Jahre in Sendling bleiben

(25.1.2018) Wenn der Gasteig umfassend saniert wird, wird das Kulturzentrum vorübergehend nach Sendling umziehen. Das hat der Münchner Stadtrat am Mittwoch beschlossen. Die Interimszeit auf dem Gelände des ehemaligen Heizkraftwerks Süd soll voraussichtlich fünf Jahre betragen. Was geplant ist...

Ausweichstandort findet hohe Zustimmung bei Verantwortlichen

Visualisierung: Zwischennutzung des Gasteig in Sendling, Foto: Clemens Bachmann Architekten
Foto: Clemens Bachmann Architekten

Die Pläne für den Umzug wurden im Dezember vorgestellt und stießen auf große Zustimmung. Bürgermeister Josef Schmid zeigte sich als Aufsichtsratsvorsitzender der Gasteig München GmbH begeistert und bezeichnete den Vorschlag als "großen Wurf": "Gemeinsam haben wir ein hervorragendes Konzept erarbeitet, das sowohl die Interessen der Kulturstadt München als auch der Mieter vor Ort zusammenbringt. Ich freue mich deshalb, dass der Stadtrat nun den Startschuss für das Interimsquartier gegeben hat."

Gasteig-Geschäftsführer Max Wagner war ebenfalls erfreut: "Der Standort in Sendling ist viel mehr als ein Ausweichquartier. Die Münchnerinnen und Münchner können dort die Lebendigkeit und einzigartige Vielfalt des Gasteig weiterhin in zentraler Lage genießen. Gemeinsam mit den bisherigen Mietern auf dem Gelände gibt das eine neue Mischung, die viele Menschen begeistern wird."

Sechsstöckige Gebäude und ein Konzertsaal aus Holz geplant

Visualisierung: Zwischennutzung des Gasteig in Sendling, Foto: Clemens Bachmann Architekten
Foto: Clemens Bachmann Architekten

Das Areal an der Hans-Preißinger-Straße, auf dem der Gasteig für wenige Jahre sein Quartier aufschlagen soll, bietet genügend Platz sowohl für das Kulturzentrum als auch für die bisherigen Mieter. Dazu muss das Areal jedoch stark nachverdichtet werden, so das Ergebnis einer vom Büro Clemens Bachmann Architekten durchgeführten Studie. "Wir können tatsächlich beide Nutzungen unterbringen", so Architekt Clemens Bachmann. "Ein Großteil der Mieter könnte so auf dem Areal bleiben."

Der Stadtrat hat für die Um- und Neubauten und die gesamte fünfjährige Interimszeit 90,4 Millionen Euro genehmigt. Die Gasteig-Institutionen sollen in neuen Interimsbauten unterkommen. Ein neuer Konzertsaal, der in Holzmodulbauweise entsteht, wird gemeinsam mit der bestehenden ehemaligen Trafo-Halle der Stadtwerke (Foto) der Mittelpunkt des Geländes. Die Philharmonie aus Holz soll 1.800 Plätze haben und rund 30 Millionen Euro kosten. Nach dem Rückzug der Philharmonie in den generalsanierten Gasteig soll sie dann weiter veräußert werden.

"Das ist eine klare Entscheidung für Kultur und Bildung", sagte Gasteig-Geschäftsführer Max Wagner. "Die Generalsanierung wird unser Haus zu einem der modernsten und attraktivsten Kulturzentren Europas machen. Ich bin sehr dankbar für das Vertrauen, das uns die Stadt mit diesem eindeutigen Votum entgegenbringt."

Die auf bis zu 450 Millionen Euro geschätzte Generalsanierung des Gasteig soll Ende 2020 beginnen. Es wird eine der größten Kulturbaustellen Europas werden. Der laufende Architekturwettbewerb soll im Mai 2018 von einer Jury entschieden werden. Dem Projekt der Sanierung hatte die Vollversammlung des Münchner Stadtrats im April 2017 zugestimmt.

 

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