Kranich in Münchner Klinik erfolgreich operiert

Klunkerkranich Heintje wird operiert, Foto: dpa
Foto: dpa

Ungewöhnlicher Patient in der Kleintierklinik der LMU

(15.12.2017) Operation geglückt, Patient wohlauf! Klingt nach medizinischem Alltag, doch in diesem Fall war der Patient ein ungewöhnlicher: Ärzte der Münchner LMU holten zwei Schrauben aus dem Magen eines seltenen Kranichs.

Zwei Schrauben wurden aus dem Magen entfernt

In einer komplizierten Operation haben Tierärzte in München einem wertvollen Kranich zwei Schrauben aus dem Magen entfernt. Dafür wurde dem Vogel ein Schlauch ungefähr einen Meter weit in den Hals geschoben, berichtete am Freitag Andrea Hegener vom Förderverein der Medizinischen Kleintierklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).

Vermutlich hatte der Kranich einfach nur zu viel Appetit und verwechselte das glänzende Metall mit seiner Leibspeise „frischer Frosch“. Ein Irrtum, der bei einem gefiederten Feinschmecker durchaus fatal enden kann. Vogelspezialist Dr. Eric Diener: „Alles was in der Sonne glänzt – wie zum Beispiel feuchte Steinchen oder auch die feuchte Haut eines Frosches – löst den Schnappreflex aus. So könnte es passiert sein“.

Der südafrikanische Klunkerkranich mit dem Namen Heintje war eigentlich wegen einer Infektion in die Vogelklinik der LMU gekommen. Bei einer Röntgenaufnahme entdeckten die Tierärzte dann jedoch zwei Schrauben in seinem Magen. Im schlimmsten Fall könnten solche Fremdkörper zu einem Darmverschluss führen, hieß es. Doch zum Glück gelang den Ärzten die erfolgreiche Operation - die jedoch alles andere als einfach war.

Da die Vogelklinik keinen endoskopischen Schlauch hatte, der lang genug für den Kranich-Hals war, wurde Heintje in der Medizinischen Kleintierklinik operiert. Nach der Betäubung schob Oberärztin Bianka Schulz - eigentlich auf Hunde und Katzen spezialisiert - den Schlauch in den zartrosafarbenen Hals des Vogels. Mit einer von außen steuerbaren, winzigen Zange konnten die Schrauben schließlich aus dem Magen des Tiers entfernt werden. Am Ende war Heintje wieder wohlauf und konnte gesund die Heimfahrt antreten.

(dpa / muenchen.de)

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