Nahverkehrs-Offensive: Münchner Rathaus stellt Milliarden-Projekte vor

Alexander Reissl, OB Dieter Reiter, Bürgermeister Josef Schmid und Manuel Pretzl bei der PK zur Nahverkehrs-Offensive, Foto: muenchen.de/Mark Read
Foto: muenchen.de/Mark Read

(11.1.2018) Die Rathaus-Kooperation aus SPD und CSU hat heute ihre Nahverkehrs-Offensive für München vorgestellt. Rund 5,5 Milliarden Euro sollen in zahlreiche Neubaustrecken und Projekte fließen, die den Öffentlichen Nahverkehr in München mittelfristig noch leistungsfähiger machen sollen. Wir stellen die geplanten U-Bahn- und Tramstrecken vor.

Stadtrats-Kooperation investiert rund 5,5 Milliarden Euro in Nahverkehr

München wächst weiterhin – und damit wachsen auch die Fahrgastzahlen im öffentlichen Nahverkehr. Um den Schienenverkehr angesichts dieser Herausforderungen noch leistungsfähiger zu machen, befasst sich der Stadtrat in den kommenden Monaten mit wegweisenden Entscheidungen über neue U-Bahn- und Tramstrecken. Den aktuellen Stand der Planungen zu den Projekten stellten Vertreter der Rathaus-Kooperation aus SPD und CSU heute vor. Neben Oberbürgermeister Dieter Reiter, Bürgermeister Josef Schmid sowie den Fraktionsvorsitzenden Alexander Reissl und Manuel Pretzl waren auch Vertreter der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) anwesend.

Rund 5,5 Milliarden Euro umfasst das Investitionsvolumen für die zahlreichen Projekte. Kein Wunder, dass Oberbürgermeister Reiter von einer "historisch einmaligen Ausbau-Offensive für den Öffentlichen Nahverkehr" spricht. Der OB: "Der gesamte Ausbau wird fast 40 Kilometer neue Strecken schaffen und das Schienennetz um rund 20 Prozent erweitern. Wir sind damit auf dem besten Weg, die Mobilität in unserer Stadt in die Zukunft zu führen und nachhaltig zu gestalten ganz im Sinne der Bürgerinnen und Bürger."

Bürgermeister Josef Schmid fügt hinzu: "Das gemeinsame Maßnahmenpaket gibt der Mobilität in München den notwendigen Impuls für einen modernen ÖPNV-Ausbau." Nach und nach sollen die Projekte in den kommenden Jahrzehnten umgesetzt werden.

(im Bild oben von links: SPD-Fraktionsvorsitzender Alexander Reissl, Oberbürgermeister Dieter Reiter, Bürgermeister Josef Schmid, CSU-Fraktionsvorsitzender Manuel Pretzl)

Das sind die Projekte der Nahverkehrs-Offensive

Übersicht mit geplanten Neubau-Projekten für den Münchner Nahverkehr

U-Bahn-Entlastungsspange U9

Bereits im Januar befasst sich der Stadtrat mit der U-Bahn-Entlastungsspange U9. Diese Neubaustrecke soll eine direkte Verbindung zwischen Poccistraße/Implerstraße, der Theresienwiese, dem Hauptbahnhof, dem Pinakothekenviertel und der Münchner Freiheit schaffen. Das Projekt hängt eng mit der 2. S-Bahnstammstrecke zusammen, da beispielsweise am Hauptbahnhof Übergänge geschaffen werden müssen. Nach dem Grundsatzbeschluss durch den Stadtrat und den nötigen weiteren Planungen wird mit einer reinen Bauzeit von etwa 10 Jahren gerechnet.

Tram-Nordtangente

Visualisierung: So könnte die Tram durch den Englischen Garten aussehen, Foto: SWM/MVG
Foto: SWM/MVG

Ebenfalls im Januar steht die Tram-Nordtangente durch den Englischen Garten auf der Tagesordnung. Die Planung durch die SWM ist hier bereits weit fortgeschritten. Nach dem Grundsatzbeschluss durch den Stadtrat könnte im zweiten Halbjahr 2019 der Trassierungsbeschluss folgen und damit das für den Baubeginn nötige Planfeststellungsverfahren anlaufen. Die Strecke soll mehrere Stadtteile miteinander verbinden – Laim, Nymphenburg, Schwabing und Bogenhausen. Der neu zu bauende Teil beginnt am Elisabethplatz und führt über Giselastraße und den Englischen Garten bis zur Tivolistraße.

Tram-Westtangente

Visualisierung der Tram-Westtangente in der Fürstenrieder Straße, Foto: SWM / MVG
Foto: SWM / MVG

Im Frühjahr kommt der Trassierungsbeschluss für die Tram-Westtangente auf die Tagesordnung. Mitte 2018 wollen die SWM den Antrag auf Planfeststellung bei der Regierung von Oberbayern stellen. Mit insgesamt rund drei Jahren Bauzeit wäre es möglich, die enorm wichtige Strecke bis 2026 fertigzustellen. Die Tram-Westtangente führt zu weiten Teilen durch die Fürstenriederstraße und verbindet auf etwa 9 Kilometern mehrere Stadtteile miteinander. Sie soll am Laimer Bahnhof durch die neue Umweltverbundröhre fahren.

Verlängerung von U4 und U5

Ein Projekt, das sich in der Planung befindet, ist die Verlängerung der U4 vom Arabellapark bis nach Englschalking. So entsteht eine Verknüpfung mit der S-Bahnlinie S8. Die Möglichkeit einer weiteren Verlängerung in Richtung Messe wird dabei offengehalten.

Die U5 wird bereits vom Laimer Platz nach Pasing verlängert – doch darüber hinaus ist nun eine weitere Verlängerung ins Neubaugebiet Freiham in der Planung. Vorgesehen sind vier Haltestellen zwischen Pasing und Freiham Zentrum, zum Beispiel am Westkreuz. Nach ersten Schätzungen könnte diese Strecke zwischen 2035 und 2040 in Betrieb gehen. Da das neue Stadtviertel aber schon früher fertiggestellt sein wird, wollen die SWM es mit Expressbussen erschließen und so Verknüpfungen zum übrigen Nahverkehr schaffen.

U26 und Tram 23 im Münchner Norden

Im Münchner Norden stehen zwei wichtige Projekte auf der Planungsliste. Mit der U26 soll eine Querverbindung zwischen den Haltestellen Am Hart und Kieferngarten und damit zwischen der U2 und der U6 geschaffen werden. Das Projekt ist von der neuen U-Bahnspange U9 (siehe oben) abhängig und kann erst im Anschluss an diese gebaut werden. In der Zwischenzeit schlagen die SWM vor, diese Achse durch Expressbusse zu bedienen. Bereits seit längerem laufen die Vorplanungen für die Norderweiterung der Tramlinie 23, die derzeit in Schwabing Nord endet. Sie soll durch das Neubaugebiet Bayernkaserne mindestens bis zur Heidemannstraße verlängert werden. Für 2019 wird ein Trassierungsbeschluss angestrebt.

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