75. Todestag der Geschwister Scholl

75. Todestag der Geschwister Scholl - Kranzniederlegung, Foto: Michael Nagy/Presseamt München
Foto: Michael Nagy/Presseamt München

Hinrichtung der Geschwister Scholl jährte sich zum 75. Mal

(23.2.2018) Gestern jährte sich die Hinrichtung der Geschwister Hans und Sophie Scholl zum 75. Mal. Mit Flugblättern, die sie an der LMU verteilten, riefen die Mitglieder der Bewegung "Weiße Rose" zum Widerstand gegen das Nazi-Regime auf. An ihrem 75. Todestag gedachte auch die Stadt München den Widerstandskämpfern.

OB Dieter Reiter legte am Todestag einen Kranz nieder

75. Todestag der Geschwister Scholl - Kranzniederlegung, Foto: Michael Nagy/Presseamt München
Foto: Michael Nagy/Presseamt München

Zum Gedenken an die Mitglieder der "Weißen Rose" legte Oberbürgermeister Dieter Reiter am 22.2. einen Kranz an dem Grab von Hans und Sophie Scholl und Christoph Probst nieder. Auch Alexander Schmorell ist auf dem Friedhof am Perlacher Forst begraben.

Der Münchner Oberbürgermeister wirkte bewegt und betonte die Bedeutung von zivilem Widerstand. Heute sei es wichtiger denn je, dass sich die Zivilgesellschaft an den Widerstand der Weißen Rose erinnere. Auch Dr. Hildegard Kronawitter, die Vorsitzende der Weißen-Rose-Stiftung, sprach ein paar Worte.
 

Flugblätter riefen zum Widerstand gegen die Nazis auf

"Freiheit" schrieb Sophie Scholl auf die Rückseite ihrer Anklageschrift. Das Wort stand auch auf den Flugblättern, die sie mit ihrem Bruder Hans Scholl und anderen Mitstreitern der Widerstandsbewegung "Weiße Rose" gegen das Regime von Adolf Hitler verteilt hatte. Die beiden Studenten wurden dafür zum Tode verurteilt und am 22.2.1943 von den Nationalsozialisten ermordet.

Zuerst musste Sophie ihren Kopf unter das Fallbeil im Gefängnis München-Stadelheim legen, dann ihr älterer Bruder. "Es lebe die Freiheit!", rief Hans Scholl kurz vor der Hinrichtung. Ein Satz, der in die Geschichte einging.

Nur vier Tage zuvor war das Schicksal der beiden Widerstandskämpfer besiegelt worden. Am 18.2.1943 verteilten Hans und Sophie Scholl aus einem Koffer heraus Flugblätter über den Lichthof der Münchner Universität. Es war der sechste Aufruf der "Weißen Rose": "Im Namen des ganzen deutschen Volkes fordern wir vom Staat Adolf Hitlers die persönliche Freiheit, das kostbarste Gut der Deutschen zurück", hieß es darin.

Hausmeister Jakob Schmid lieferte die Geschwister der Gestapo aus. Noch am selben Tag wurden Sophie und Hans Scholl verhaftet - damals 21 und 24 Jahre alt. Auch Mitstreiter Christoph Probst wurde daraufhin in Haft genommen und am gleichen Tag wie die Geschwister hingerichtet. Später im Jahr töteten die Nazis auch die "Weiße Rose"-Mitglieder Alexander Schmorell, Willi Graf und Professor Kurt Huber. Letzter war der Verfasser des schicksalhaften sechsten Flugblatts.

LMU erinnert an die Bewegung "Weiße Rose"

DenkStätte Weiße Rose, Foto: Ludwig-Maximilians-Universität München
Foto: Ludwig-Maximilians-Universität München

Bis zu der Festnahme und Verurteilung der Geschwister Scholl hatte die Gestapo keine Spur zu jener geheimnisvollen Widerstandsbewegung, die nachts Flugblätter in München verteilte und Anti-Hitler-Parolen an Hauswände schrieb. Die "Weiße Rose" hatte ihre Aktivitäten nach der verheerenden Schlacht von Stalingrad mit Hunderttausenden toten Soldaten verstärkt. Mit den Aktionen versuchten sie eine Welle des Widerstands gegen das NS-Regime auszulösen. "Wir schweigen nicht, wir sind Euer böses Gewissen, die Weiße Rose lässt Euch keine Ruhe", heißt es im vierten Flugblatt. Und: "Bitte vervielfältigen und weitersenden!"

An der LMU erinnern heute unter anderem eine Bodenplatte vor dem Haupteingang und die DenkStätte Weiße Rose an die Widerstandskämpfer.

(muenchen.de / dpa)

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