Stadtwerke München errichten neue Geothermieanlage

Tiefenschnitt mit den geplanten Geothermie-Bohrungen am HKW Süd, Foto: SWM
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Start der Geothermie-Bohrungen am Heizkraftwerk Süd

(28.4.2018) Die laut den Stadtwerken München bislang größte Geothermieanlage Deutschlands entsteht derzeit am Heizkraftwerk Süd in Thalkirchen. Ab 2020 soll sie mit einer Leistung von 50 Megawatt Ökowärme für 80.000 Münchner liefern. Jetzt haben die Arbeiten an den sechs Bohrlöchern begonnen.

Bohrung bis in drei Kilomenter Tiefe

Helge-Uve Braun, Technischer Geschäftsführer der SWM, und Josef Daldrup, Vorstandsvorsitzender der Daldrup & Söhne AG zum Beginn der Geothermie-Bohrungen am Heizkraftwerk Süd , Foto: SWM
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Es ist eine Baustelle, auf der Rund um die Uhr gearbeitet wird. In Tiefen von bis zu 2.800 bis 3.100 Metern wird mit einem mit Industriediamanten bestückten Bohrkopf gebohrt. Insgesamt werden es sechs Bohrungen. Das Besondere hierbei ist auch, dass die Stadtwerke München (SWM) zum ersten Mal mitten in München bohren. Helge-Uve Braun, Technischer Geschäftsführer der SWM sagt, man habe deshalb ein spezielles Lärmvermeidungskonzept entwickelt: "Die Auswirkungen auf die Umgebung sollen so auf ein Minimum reduziert werden. Das Konzept beinhaltet u. a. laufende Messungen, um Lärmquellen sofort auffinden und steuern zu können, Lärmschutzwände, eine besonders leise Bohranlage und eine angepasste Baustellenlogistik. So erfolgen die lärmintensiven Liefer- und Abladevorgänge fast ausschließlich tagsüber."

Und Josef Daldrup, der Vorstandsvorsitzende der Daldrup & Söhne AG, die hierbei als Projektpartner der Stadtwerke München tätig ist, sagt zum Projekt: "Die Geothermiebohrungen für die SWM haben insbesondere aufgrund des Umfangs im innerstädtischen Bereich Leuchtturmcharakter für die Nutzung der Geothermie als erneuerbare Energiequelle in Deutschland und Europa."

Die Bohrarbeiten sollen bis Ende 2019 abgeschlossen sein. Anschließend wird die Heizzentrale errichtet werden, wo die Technik untergebracht wird. Darauf erfolgen dann Langzeitpumpversuche sowie die Feinjustierung der Anlage, die 2020 endgültig ans Netz gehen soll.

SWM Wärme und Strom aus Tiefengeothermie

In Riem nutzen die SWM die Tiefengeothermie zur Wärmeversorgung bereits seit 2004 in der Messestadt und der Messe. 2013 ging das Geothermie-Heizkraftwerk (Strom und Wärme) in Sauerlach in Betrieb, 2016 die Geothermieanlage (Wärme) in Freiham. Zudem wurden 2016 von der SWM zwei weitere Geothermie-Kraftwerke (Strom) in Dürnhaar und in Kirchstockach erworben.

"Wir bauen die erneuerbaren Energien ganzheitlich aus - also im Strom- wie auch im Wärmebereich", sagt Braun. "Und im Wärmebereich wird die meiste Energie verbraucht. Unser Ziel ist es, bis 2040 München zur ersten deutschen Großstadt zu machen, in der die Fernwärme zu 100 Prozent aus regenerativen Energien gewonnen wird. Den wesentlichen Beitrag wird dabei die Geothermie liefern."

Bild oben: Tiefenschnitt mit den geplanten Geothermie-Bohrungen am HKW Süd

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