München profitiert ab jetzt von Intelligenten Lichtmasten

Intelligente Lichtmasten können deutlich mehr als nur leuchten. Was genau, erläutern Münchens IT-Referent Thomas Bönig und Wolfgang Glock, Smart City Stabsstellenleiter im IT-Referat, im Interview.

Feierliche Einweihung der ersten Exemplare

(6.7.2018) Lichtmasten, die nicht nur die Nacht erhellen, sondern gleichzeitig für Daten-Messungen in der Umgebung genutzt werden können? Solche Exemplare stehen in Neuaubing-Westkreuz. Sie sind eine der Innovationen, die von der Landeshauptstadt München im Rahmen des EU-Projekts „Smarter Together“ erprobt werden. Nun wurden sie offiziell vorgestellt. Was dahinter steckt und wie auch die Bürger davon profitieren...

Datenerhebung durch spezielle Sensoren

Intelligente Lichtmasten, Projekt Straßenlampen, Foto: LHM Dominik Parzinger
Foto: LHM Dominik Parzinger

Temperatur, Luftfeuchte, Wind, Verkehr – all das können die Intelligenten Lichtmasten messen. Bei einem Sommerfest samt Tech-Workshop, einer Lichtshow mit „Light Painting“ und einem entspannten Get-together, stellte Münchens IT-Referent Thomas Bönig sie der Öffentlichkeit vor und betonte, dass „München bereits jetzt ein Vorreiter und Vorbild für erlebbare Digitalisierung sei“.

Dabei konnten sich interessierte Bürger, Tech-Fans, Experten und Projekt-Beteiligte austauschen und neue Ideen spinnen – denn die Bürgerbeteiligung ist ein zentrales Anliegen des Projekts.

Mit den 60 Exemplaren, die im Projektgebiet Neuaubing-Westkreuz stehen und die von außen fast wie herkömmliche Lichtmasten aussehen, testet die Stadt eine innovative Technik der Datenerfassung im Rahmen des EU-Projekts „Smarter together“. Die durch spezielle Sensoren gewonnen Daten aus der Umgebung sollen in einer zentralen Datenbank verarbeitet und auch den Bürgern zugänglich gemacht werden. Zudem profitieren die Bürger künftig im Projektgebiet auch vom kostenlosen M-WLAN, mit dem die Masten ausgestattet sind.

Wie kann man Stadt-Prozesse digital optimieren?

Vorstellung der Intelligenten Lichtmasten: IT-Referent Thomas Bönig, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich
Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

Das Projekt soll zur intelligenten und vernetzten Stadt der Zukunft beitragen. Die Landeshauptstadt München hatte im Oktober 2017 einen EU-weiten Innovationswettbewerb für Startups und Entwickler-Teams ausgerufen. Das Münchner Startup Hawa Dawa GmbH und das finnische Unternehmen Vaisala GmbH sind die beiden Sieger des Wettbewerbs.

Smarter Together will mit den Lichtmasten Modelle für die digitale Optimierung von Stadt-Prozessen und neue Services entwickeln, die künftig Städten in ganz Europa dienen könnten. Denn, wie Thomas Bönig bei der Einweihung aus Goethes Faust rezitierte: "Im Anfang war die Tat."

Ein zweiter Open Call läuft aktuell bis 10.8.2018. Diesmal gesucht: sensorbasierte Lösungen zu den Themen Verkehrsdatenerfassung, Parkraummanagement und Sicherheit sowie Gamification. Infos zur Bewerbung

Smarter Together München

Vorstellung der Intelligenten Lichtmasten: M-WLAN, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich
Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

Im EU-Projekt "Smarter Together" sollen mithilfe neuester Technologie und intelligent genutzter Daten Antworten auf die Zukunftsfragen der Stadtentwicklung gefunden werden. Ziel ist es, damit langfristig die Lebensqualität und Nachhaltigkeit in Europas Städten zu erhöhen. IT-Technologien, Mobilität, Energie sowie Bürgerbeteiligung sind die zentralen Bereiche des Projektes, für das die EU-Kommission 2015 als "Leuchtturm-Städte" München zusammen mit Lyon und Wien ausgewählt hat, um bis 2021 Smart City Lösungen zu entwickeln und zu erproben. In München ist dafür Neuaubing-Westkreuz/Freiham das Projektgebiet. Neben den Intelligenten Lichtmasten gehen 2018 auch der Batteriespeicher Freiham, die München SmartCity App und E-Mobilitätsstationen mit Quartiersboxen in Betrieb. Weitere Informationen unter www.smarter-together.de

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