Die längste Mondfinsternis des Jahrhunderts

Zahlreiche Menschen beobachten am Olympiaberg die Mondfinsternis mit dem rötlichen Vollmond, Foto: picture alliance/Matthias Balk/dpa
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Mondfinsternis und ein besonders naher Mars

(28.7.2018) Zwei besondere astronomische Konstellationen fielen am späten Freitagabend zu einem ganz besonderen Himmelsereignis zusammen: die längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts und ein riesiger, der Erde besonders naher Mars. Viele Menschen schauten fasziniert zu - auch in München.

Wo die Münchner in den Himmel schauten

Die längste Mondfinsternis des Jahrhunderts, der Mars besonders groß und nah - und eine sehr warme Sommernacht: Bei Temperaturen bis zu 30 Grad haben am Freitagabend unzählige Menschen in Deutschland mit bloßem Auge, Fernglas oder Teleskop das extrem seltene Himmelsschauspiel verfolgt. In München beobachten viele Himmelsgucker beispielsweise vom Olympiaberg (Foto, von der Theresienwiese oder von Brücken das Naturschauspiel. Viele Sternwarten, Planetarien, astronomische Vereine und Forschungsinstitute luden zum Beobachten des Schauspiels ein. In München gab es in der Volkshochschule, der Volkssternwarte, im ESO Supernova und im Deutschen Museum eine "Lange Nacht der Mondfinsternis" mit Teleskopbeobachtungen und Vorträgen. In der Münchner Volkshochschule im Einstein 28 kommentierte Kultprofessor Harald Lesch die Bilder zur Mondfinsternis live.

Zur etwa 103 Minuten langen totalen Mondfinsternis gesellte sich ein besonders heller und großer Mars. Eine ähnliche Mars-Stellung war zuletzt vor 15 Jahren zu sehen. «Für die derzeit lebenden Menschen ist das ein einmaliges Ereignis», sagt der Chef der Vereinigung der Sternfreunde in Heppenheim, Sven Melchert.

Deswegen leuchtet der Mond rot

Im Süden, Westen und Norden war die Sicht auf die beiden rötlich leuchtenden Himmelskörper vielerorts recht gut. Der Deutsche Wetterdienst meldete für diese Regionen vereinzelt Wolken. Weniger Glück hatten weite Teile Brandenburgs, Sachsen-Anhalts, Sachsens und Thüringens. Dort blickten viele auf Gewitterwolken statt auf einen sternenklaren Abendhimmel. Über Berlin hingen einige Wolken. Auch am Alpenrand war das Himmelsspektakel nicht überall zu sehen.

Zu einer Mondfinsternis kommt es nur bei Vollmond - wenn Sonne, Erde und Mond auf einer Linie liegen. Der Mond taucht völlig in den Schatten ein, den die von der Sonne angestrahlte Erde in den Weltraum wirft. Einen besonders guten Blick darauf hatte Astronaut Alexander Gerst, der derzeit auf der Raumstation ISS ist. Auch die ISS war am späten Abend für kurze Zeit neben Mond und Mars am Himmel erkennbar. Der Mars gilt ohnehin als Roter Planet. Aber warum leuchtet auch der Mond rot? Die kurzwelligen blauen Lichtwellen der Sonnenstrahlen werden Experten zufolge vollständig in der Erdatmosphäre gestreut. Das langwellige rote Licht wird dagegen gebrochen und in Richtung Mond gelenkt.

Gerst twitterte am Abend ein Foto beim Kurznachrichtendienst Twitter und schrieb dazu: «Gerade ein Foto der #Mondfinsternis von der Internationalen Raumstation aus gemacht. Schwierig einzufangen. Der leichte Blaustich kommt von der Atmosphäre, kurz bevor der Mond darin «untergetaucht» ist.»

(dpa/muenchen.de)

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