Mann im Streit auf Oktoberfest tödlich verletzt

Polizei-Absperrung

42-jähriger Münchner in Untersuchungshaft

(1.10.2018) Nach dem tödlichen Streit auf dem Münchner Oktoberfest ist Haftbefehl gegen einen 42-Jährigen Münchner erlassen worden. Es werde wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt, teilte die Polizei am Sonntag mit. Wiesnchef Josef Schmid drückte den Angehörigen des Opfers sein Mitgefühl aus.

Ergebnis der Obduktion steht fest

Der Beschuldigte war am Samstag in Begleitung seines Anwalts bei der Polizei erschienen. Er hatte eingeräumt, an der Auseinandersetzung in der Nacht zum Samstag beteiligt gewesen zu sein. Bei dem Opfer handelt es sich laut Polizei um einen 58-jährigen Deutschen aus dem Münchner Umland. Er starb an einer Hirnblutung, so das Ergebnis der Obduktion.

Wiesnchef Josef Schmid sagte bei der Pressekonferenz zur Wiesn-Halbzeitbilanz, es schmerze, dass ein Todesopfer zu beklagen sei. Den Angehörigen drückte er sein Mitgefühl aus. „Das ist nicht die Wiesn, die wir haben wollen.“ Oberbürgermeister Dieter Reiter äußerte im Rahmen des Standkonrzerts die Hoffnung, dass die zweite Wiesnwoche friedlich bleibe und alle „wieder gesund nach Hause kommen.“ Beim Standkonzert gab es eine Gedenkminute für den Verstorbenen. 

Verdächtiger macht zunächst keine weiteren Angaben

Der verdächtige Münchner machte auf Anraten seines Anwaltes keine weiteren Angaben. Das Motiv für den Streit war zunächst unklar. Möglicherweise ging es um die weibliche Begleitung des 42-Jährigen, wie ein Sprecher der Kriminalpolizei am Sonntag sagte.

Die beiden deutschen Männer, die sich nach den bisherigen Kenntnissen nicht kannten, waren im Außenbereich des Augustiner-Festzeltes aneinandergeraten. Der 42-Jährige schlug seinen Kontrahenten laut Polizei mit einem „wuchtigen Schlag gegen den Kopf“ nieder. Das Opfer sei daraufhin zu Boden gegangen, habe sich noch einmal kurz aufgerappelt und sei dann bewusstlos geworden.

Zwei Ärzte leisten erste Hilfe

Zwei Ärzte, die sich privat auf dem Oktoberfest aufhielten, leisteten sofort Erste Hilfe und versuchten den Mann zu reanimieren. Er starb jedoch wenig später in einem Krankenhaus. Der Täter war unterdessen in der Menschenmenge verschwunden.

Der Polizei zufolge gab es davor einen gewaltsamen Todesfall auf dem Oktoberfest 1991. Dabei war ein 20 Jahre alter Mann bei einer Messerstecherei getötet worden. Ein weiterer tödlicher Zwischenfall ereignete sich 1995, als ein Standlbesitzer und ein Oktoberfestbesucher in Streit gerieten. Der Verkäufer schubste seinen Kontrahenten, der daraufhin stürzte und mit dem Kopf auf das Pflaster fiel. Der Mann starb wenig später in einer Klinik.

(dpa/muenchen.de)

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