Konzept für gebührenfreie und -reduzierte Kitas vorgestellt

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Wie sich die Kita-Gebühren ändern sollen

(4.10.2018) Eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf - das ist das Ziel einer Beschlussvorlage des Referats für Bildung und Sport, die heute vorgestellt wurde. Der Kita-Besuch soll gebührenfrei beziehungsweise deutlich billiger werden. Die Eckpunkte des geplanten Konzepts.

Umfassende Entlastung Münchner Familien geplant

Die heute von Oberbürgermeister Dieter Reiter, Bürgermeisterin Christine Strobl und Stadtschulrätin Beatrix Zurek vorgestellte Gebührenordnung soll zum 1.9.2019 in Kraft treten. Zunächst befasst sich aber der Bildungsausschuss des Münchner Stadtrats am 11.10. mit der Beschlussvorlage.

Ziel der neuen Gebührenordnung ist eine umfassende Entlastung von Münchner Familien. Rund 54.000 Kinder im Alter von null bis zehn Jahren würden profitieren - 24.000 von ihnen könnten beitragsfrei eine Kita-Einrichtung besuchen, 30.000 zu einer reduzierten Gebühr. Die neue Regelung soll den niedrigschwelligen Zugang zur Kindertagesbetreuung für alle Bildungs- und Einkommensgruppen garantieren. Die Landeshauptstadt rechnet mit Mehrausgaben von rund 45,5 Millionen Euro im Jahr.

Das sind die Eckpunkte der geplanten Gebührenstruktur

Bislang gilt ab einem Jahreseinkommen von 15.000 Euro eine vollständige Beitragsbefreiung für Eltern. Diese Grenze wird künftig auf 50.000 Euro angehoben. Danach geht es gestaffelt in 10.000-Euro-Schritten weiter: Es gibt fünf Einkommensstufen mit im Vergleich zu heute deutlich abgesenkten Gebühren. Auch werden Krippen- und Kindergartengebühren künftig vereinheitlicht.

Die reguläre Gebühr für den Besuch einer Kindertageseinrichtung ist erst ab einem Brutto-Jahreseinkommen von 80.000 Euro fällig - bislang waren es 60.000. Das dritte Kindergartenjahr ist für alle Einkommensstufen bei einer täglichen Buchungszeit bis inklusive 6 Stunden vollkommen gebührenfrei - da der staatliche Zuschuss von 100 Euro im Monat die Gebühr im neuen Modell völlig abdeckt.

Oberbürgermeister Dieter Reiter: „München hat hohe Lebenshaltungskosten - das spüren gerade Familien. Mein oberstes Ziel ist es, Familien mit geringen und mittleren Einkommen zu entlasten. Die beitragsfreie und gebührenreduzierte Kinderbetreuung ist dafür ein wichtiger Baustein.“

Bürgermeisterin Christine Strobl: „Ich freue mich, wenn mehr Familien Zugang haben zu einer pädagogisch hochwertigen Kinderbetreuung. Das ist ein wichtiger Beitrag zu Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit und ermöglicht Kindern aus verschiedensten Lebensumständen, teilzuhaben an Bildung und sinnstiftender Gemeinschaft.“

Stadtschulrätin Beatrix Zurek: „Der Ausbau der Kinderbetreuung in München schreitet zügig voran. Wir konnten die Zahl der Krippenplätze von 4.366 im Jahr 2000 auf 21.648 Plätze im Jahr 2018 steigern. Auch bei einer gebührenfreien und gebührenreduzierten Kinderbetreuung wird die Landeshauptstadt München den Ausbau qualitativ hochwertiger Betreuungsplätze stetig vorantreiben.“

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