Kunstaktion "Never Again" am Königsplatz

Der Künstler Walter Kuhn und seine Helfer "pflanzten" für "Never again" auf den Freiflächen 3.000 Mohnblumen aus Kunstseide., Foto: Ingrid Gardill
Foto: Ingrid Gardill

Mohnblumen aus Kunstseide bereits verteilt

(3.12.2018) Die Kunstaktion „Never Again“ am Königsplatz ist vorbei - und es sind bereits alle Blumen weg: Der Künstler Walter Kuhn und seine Helfer hatten zur Erinnerung an die Schrecken des Ersten Weltkriegs auf den Freiflächen 3.000 Mohnblumen aus Kunstseide "gepflanzt". Zum Abschluss der Aktion wurden die Blumen verteilt - bereits am Montagmittag waren alle vergeben.

Eventuell legt der Künstler 2019 eine Sonderedition auf: Wie Ihr vielleicht doch noch an eine Mohnblume kommt, erfahrt Ihr hier

Künstler zufrieden über Verlauf der Kunstaktion

Der Künstler Walter Kuhn und seine Helfer "pflanzten" für "Never again" auf den Freiflächen 3.000 Mohnblumen aus Kunstseide., Foto: Walter Kuhn
Foto: Walter Kuhn

„Das Kunstwerk hat sein Ziel erreicht“, freut sich der Künstler und Initiator Walter Kuhn.

Inzwischen fand die Aktion „Never again“ sogar weltweit Beachtung. Kuhns dringender Wunsch: Wenn künftig Bilder zur teils unrühmlichen Vergangenheit des Münchner Königsplatzes – wie die Aufmärsche der Nazis – gezeigt werden, sollte man nicht vergessen, auch das eindrückliche Friedensmahnmal zu erwähnen. „Es wäre schön, wenn die Mohnblumen-Aktion im Gedächtnis des Ortes verankert bliebe.“

„Wir sind froh, dass Wind und Wetter günstig waren und die meisten Blumen überlebt haben“ meint der Künstler zufrieden.

Aktion erinnerte an die Schrecken des Ersten Weltkriegs

Der Künstler Walter Kuhn., Foto: Ingrid Gardill
Foto: Ingrid Gardill

Walter Kuhn (Foto) erinnerte mit dieser Installation an die Schrecken des Ersten Weltkriegs, der am 11.11.1918 endete. Exakt 100 Jahre später fand am Königsplatz die Vernissage für die Kunstaktion statt. "Ursprünglich gelten die 'Red Poppies' als Symbol für die gefallenen Soldaten des British Empire. Aber diese Blumen wuchsen als erste Pflanzen nicht nur auf den frischen Grabhügeln englischer Soldaten sondern auch auf allen anderen Gräbern dieser Schlachtfelder", so Kuhn in seiner Eröffnungsrede. Und weiter: "Wenn diese Aktion nun gerade auf dem Münchner Königsplatz stattfindet, dann machen wir damit gleichzeitig einen Sprung in die Zeit des Nationalsozialismus."

Das Projekt diente als Aufforderung zum Frieden und Protest gegen die Schrecken der heutigen Kriege.

Vor der Glyptothek wurde zudem ein Raum, bestehend aus mehreren verkleideten Baucontainern, aufgestellt. An dessen Außenwänden in großen Lettern der Aufruf „Nie wieder“ in den Sprachen der am Ersten Weltkrieg beteiligten Parteien zu lesen ist. Im Inneren waren Lesungen von Texten aus dem Zeitraum 1914 bis 2018 zu hören und zu sehen.

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