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Das Deutsche Museum bekommt eine Fassade aus dem 3D-Drucker

Entwurf für die Fassade am Deutschen Museum, Foto: Architekten Schmidt-Schicketanz und Partner GmbH
Foto: Architekten Schmidt-Schicketanz und Partner GmbH

Stadtgestaltungskommission gibt Grünes Licht

(24.1.2019) Eine Fassade aus dem 3D-Drucker? Das könnte im Deutschen Museum bald wahr werden. Die Stadtgestaltungskommission hat über den neuen Interimseingang beraten und nun einstimmig für das Projekt votiert. Im Rahmen der Generalsanierung wird der Eingang des Hauses ab 2020 verlegt – das Museum stellte vergangene Woche seine innovative Vision für das Tor zur Zukunft an der Corneliusbrücke vor.

Multifunktionale Fassade aus recycelbarem Material

Es ist der größte Umbau in der Geschichte des Deutschen Museums – die Generalsanierung ist bereits in vollem Gange und soll bis 2025 abgeschlossen sein. Schon jetzt plant das Deutsche Museum die Gestaltung des Interimseingangs - samt einer innovativen Fassade aus dem 3D-Drucker. Diese soll eine Fläche von 600 bis 700 Quadratmetern und etwa 45 Meter Länge sowie 15 Meter Höhe haben.

Im Oktober 2020 wird der erste Abschnitt fertig und mit 19 neuen Dauerausstellungen auf der Museumsinsel eröffnen. Die Besucher sollen dann bis zum Abschluss der Modernisierung über die Corneliusbrücke in die Ausstellungen gelangen. Das Tor zur Zukunft soll ein einzigartiges Leuchtturm-Projekt sein. „Als Generaldirektor des Deutschen Museums bin ich natürlich begeistert von neuen Technologien – und diese hat es wirklich in sich“, sagt Wolfgang M. Heckl.

Es handelt sich um eine multifunktionale und lichtdurchlässige Fassade aus recycelbarem Material, die von 3F Studio entworfen und geplant wird. Das Münchner Start-up-Unternehmen hat sich auf 3D gedruckte Architektur und Gestaltung spezialisiert und ist aus dem Projekt Fluid Morphology der Technischen Universität München (TUM) entstanden. Die verantwortliche Planung für das Gebäude liegt beim Münchner Büro SSP Architekten Schmidt-Schicketanz und Partner GmbH.

Auf was Ihr Euch noch ab 2020 freuen dürft

Wellenförmiges Design fügt sich in Umgebung ein

Bei den Fassadenelementen aus dem 3D-Drucker sorgen Zellen im Inneren für die Stabilität und schaffen gleichzeitig luftgefüllte Hohlräume für eine optimale Dämmung und Belüftung. Wölbungen spenden im Sommer Schatten. „Der 3D-Druck hat mich persönlich immer sehr fasziniert. Auch deshalb, weil man damit völlig neue, überraschende Formen und Teile herstellen kann“, sagt der Generaldirektor.

Da das geplante Tor zur Zukunft direkt an der Isar liegt, greift der Entwurf die welligen Formen der Wasseroberflächen auf. „Ein gestalterisches Highlight, das sich hervorragend in die Umgebung einfügt“, so Heckl.

„Mit der ersten 3D-gedruckten Fassade der Erde könnten wir neueste Technologien weithin sichtbar machen“, erklärt Heckl und ergänzt: „Vorausgesetzt, wir bekommen die Genehmigung und finden dann Sponsoren, um das Projekt zu finanzieren.“

Neuer Fußgängersteg und die Gestaltung des Inneren

Und was verbirgt sich hinter der Fassade? Im Inneren erstreckt sich der provisorische Eingangsbau über drei Geschosse, die an die westliche Fassade des Zentrums Neue Technologien angeschlossen werden. Ebenerdig betritt man durch Eingänge im Norden und im Süden das Foyer mit Kassen und Zugängen zu den Ausstellungen. Im ersten Obergeschoss befinden sich Toiletten, Technik- und Serviceräume. Eine Ebene höher ist die Leitzentrale untergebracht. Außerdem gibt es hier einen weiteren Zugang ins Museum.

Weil das Eingangsprovisorium die gesamte Breite der Uferstraße einnimmt, wird zudem ein über vier Meter breiter Fußgängersteg über dem Fluss daran angebaut. „Damit könnten die Münchner und ihre Gäste hier zum ersten Mal ungehindert die komplette Museumsinsel von der Cornelius- bis zur Ludwigsbrücke durchqueren und im Prinzip mitten in der Isar bis zur Praterinsel spazieren“, erläutert Heckl.
 

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