Messerstecherei in Münchner Hostel: Haftbefehl gegen 22-Jährigen

Polizei-Absperrung

Ein Mann getötet - Grund war ein banaler Streit

(23.4.2019) Bei einem Streit in einem Münchner Hostel wurde am Ostermontag ein 61-jähriger Mann durch Messerstiche getötet. Ein weiterer Mann schwebt in Lebensgefahr. Die Staatsanwaltschaft hat einen Untersuchungshaftbefehl gegen den 22-jährigen Täter beantragt. Der Grund für die Eskalation ist scheinbar banal. Bei einer Pressekonferenz wurden Details zum Tathergang erläutert…

Die Pressekonferenz der Polizei und Staatsanwaltschaft im Re-Live-Video

61-jähriger Helfer verstarb im Krankenhaus

Bei einer Pressekonferenz der Polizei trugen Pressesprecher Marcus de Gloria Martins, Josef Wimmer, Leiter der Münchner Mordkommission und Anne Leiding, Oberstaatsanwältin, die bisherigen Erkenntnisse zum Tathergang vor:

Um 22:20 Uhr sei ein verbaler Konflikt zwischen einem 22-jährigen Franzosen und einem 31-jährigen Berliner entbrannt, die sich ein Mehrbettzimmer in einem Hostel an der Arnulfstraße teilten. Der 22-Jährige habe den Berliner mit einem Messer attackiert, woraufhin ihm ein 61-Jähriger weiterer Zimmergenosse aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf zur Hilfe eilte und ebenfalls verletzt wurde.

Die beiden Verwundeten seien daraufhin in die Lobby geflüchtet und dort aufgrund ihrer schweren Verletzungen zusammengebrochen. Der Beschuldigte folgte ihnen in die Lobby, als bereits die Polizei eintraf und den mutmaßlichen Täter festnahm.

Die Polizisten leisteten den Verwundeten umgehend erste Hilfe. Diese wurden anschließend von Rettungskräften in Münchner Krankenhäuser gebracht. Der 61-Jährige verstarb im Krankenhaus, der Zustand des 31-Jährigen ist nach wie vor kritisch.

Grund des Konflikts ist nun bekannt

Der Beschuldigte wurde noch in der Nacht von der Polizei vernommen. Der Grund des Konflikts sei ein Streit darüber gewesen, wer seine Sachen im gemeinsamen Zimmer wo hinlegen darf. Ersten Ermittlungen zufolge hätten die drei Beteiligten keine Vorbeziehung gehabt, lediglich seien der Franzose und der Berliner bereits einmal zuvor im gleichen Zimmer untergebracht worden. Die drei Männer sind laut Polizei keine Touristen gewesen.

Josef Wimmer, Leiter der Münchner Mordkommission, fasste zusammen: „Es sind keine anderen Motivlagen erkennbar – es handelte sich schlicht und banal um einen eskalierten Streit.“

Auch nach einer Begutachtung durch einen psychologischen Sachverständigen gebe es laut Oberstaatsanwältin Anne Leiding keine Anhaltspunkte auf eine gehobene oder verminderte Schuldfähigkeit.

„Wir gehen von einem vollendeten Mord aus – er hat den Helfer getötet um auf die andere Person einwirken zu können – (…) und von einem versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung,“ so Leiding zur vorläufigen rechtlichen Einordnung. Die Staatsanwaltschaft hat Untersuchungshaftbefehl beantragt.

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