Hilfe für Allergiker: Neuer Info-Service zu Pollen startet

Pollen vom Hasel, Foto: dpa/Wolfgang Kumm/Archiv
Foto: dpa/Wolfgang Kumm/Archiv

Elektronisches Netzwerk informiert ab jetzt über Pollenflug

(23.5.2019) Sind gerade eher Hasel- oder Birkenpollen unterwegs? Für Allergiker gibt es seit Mittwoch ein neues elektronisches Informationsnetzwerk, das über den aktuellen Pollenflug in Bayern informiert. Auch zwei Münchner Institutionen haben das Netzwerk mitentwickelt.

Mess-Station auch in München - weltweit einzigartiger Service

Birke, Weide, Esche: Pollenallergiker und Asthmatiker in Bayern bekommen ab jetzt bessere Informationen über Pollenflug. Denn das weltweit erste elektronische Polleninformationsnetzwerk (ePIN) ist in Betrieb. Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sprach von einer "neuen Ära, denn nur wer weiß, welche Pollen wann und wo fliegen, kann wichtige Vorsorgemaßnahmen ergreifen und auch seine Medikamente zielgenau einnehmen."

Hier geht zum Polleninformationsnetzwerk

Das System kann genaue Echtzeitdaten zum Pollenflug in Bayern liefern. Für München verzeichnete die Datenbank beispielsweise am 21.5. erhöhtes Vorkommen von Eschenpollen, am 22.5. lagen Birkenpollen in der Luft. Das neue Messsystem verfügt über acht Standorte in ganz Bayern.

Der Pollenmonitor in München soll auf dem Dach der Klinik Thalkirchner Straße stehen, derzeit wird vorübergehend der Standort „Biederstein“ des Zentrums für Allergie und Umwelt der Technischen Universität München und Helmholtz Zentrum genutzt.

Alle drei Stunden wertet ein Computer die dort gefundenen Pollen aus und ermöglicht so präzise Vorhersagen für den gesamten Freistaat. Ein Jahr lang wurden das neue System getestet und die besten Standorte ermittelt. Allergiker können die Informationen nun auf der Webseite des Gesundheitsministeriums einsehen.

Momentan sind viele Gräserpollen in der Luft

Jeder zweite der zwei Millionen Allergiker im Freistaat reagiert nach Angaben des Ministeriums auf Pollen. Daher sind die zwei Millionen Euro, die in das Netzwerk investiert wurden, aus Humls Sicht gut angelegtes Geld. An dem Projekt waren auch das Zentrum für Allergie und Umwelt der Technischen Universität München und das Helmholtz Zentrum München sowie internationale Experten beteiligt.

Hilfreich ist der neue Dienst für alle, bei denen eine Allergie diagnostiziert wurde. „Wer an Heuschnupfen-Symptomen wie juckenden Augen, triefender Nase oder Husten leidet, sollte beim Arzt klären lassen, ob es sich um eine echte Allergie handelt“, riet Huml. Im Mai und Juni seien viele Gräserpollen in der Luft, im Hochsommer folgen Kräuterpollen.

(dpa/muenchen.de)

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