Nach LKW-Unfall an Corneliusstraße: Debatte über Sicherheitsmaßnahmen

An dieser Kreuzung geschah der Radlunfall., Foto: Michael Hofmann
Foto: Michael Hofmann

Durchfahrverbote für LKW - das steht im Dringlichkeitsantrag

(23.5.2019) Nach dem Unfalltod eines elfjährigen Fahrradfahrers, der an der Cornelius-/Erhardtstraße von einem rechtsabbiegenden LKW erfasst wurde, setzt sich die Stadtratsfraktion Die Grünen/Rosa Liste nun für eine Sicherheitsoffensive an gefährlichen Kreuzungen ein. In einem Dringlichkeitsantrag fordern sie in kritischen Fällen auch Durchfahrverbote. Auch ÖDP und Die Linke beantragen konkrete Maßnahmen...

Mögliche Konsequenzen für LKW ohne Abbiege-Assistent

Mahnwache für den verstorbenen 11-jährigen Radler., Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Mehrere hundert Menschen hielten am Dienstag eine Mahnwache am Unfallort an der Cornelius-/ Erhardtstraße ab (Foto). Am Montagnachmittag war es dort zum tragischen Unfalltod eines 11-jährigen Schülers gekommen, der auf dem Radweg von einem nach rechts abbiegenden Lkw überfahren wurde. Ziemlich genau ein Jahr zuvor war in Moosach eine Neunjährige auf ähnliche Weise ums Leben gekommen.

Nun setzt sich die Fraktion Die Grünen/Rosa Liste dafür ein, für LKW ohne Abbiege-Assistent an allen Kreuzungen mit Gefährdungspotential ein Durchfahrverbot zu verhängen. Im Dringlichkeitsantrag heißt es: „Nichtstun ist keine Option“.

Geht es nach den Grünen/Rosa Liste, soll die Stadt zudem „die Forderung des Bürgerbegehrens Radentscheid aufgreifen und Kreuzungen baulich so gestalten, dass freie Sichtbeziehungen für und auf den Radverkehr gegeben sind und Kraftfahrzeuge möglichst nur langsam abbiegen können.“

Offensive soll der EU-Entscheidung vorgreifen

Mahnwache für den verstorbenen 11-jährigen Radler., Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Die Grünen begründeten den Dringlichkeitsantrag mit dem „unzureichenden Zeitplan, mit dem Bundesregierung und EU den Abbiege-Assistenten einführen wollen“. Die EU habe die verpflichtende Einführung des Abbiege-Assistenten für neue LKW auf 2024 terminiert.

Da bauliche Maßnahmen und eine völlige Marktdurchdringung lange dauern, wäre mit einer Verbesserung der Verkehrssicherheit laut Stadtrat Sebastian Weisenburger deshalb erst in ferner Zukunft zu rechnen. Er argumentiert: "Der Stadtrat steht vor der Entscheidung, diese hinhaltende Behandlung eines lebensbedrohlichen Problems zu akzeptieren oder selbst die Offensive zu ergreifen – auch wenn die rechtlichen Voraussetzungen vielleicht noch nicht bis ins Letzte geklärt sind."

Auch ÖDP und Die Linke fordern Markierungen und Schutzstreifen

Auch die Fraktionen ÖDP und Die Linke haben heute Anträge zu Sofortmaßnahmen gestellt. Unter dem Titel "Tod an der Corneliusbrücke: München macht seine Kreuzungen fahrradsicher" fordern sie an gefährdeten Kreuzungen Markierungen mit deutlich sichtbaren und ausreichend breiten roten Fahrradschutzstreifen. Dazu zählen sie auch die betroffene Unfallstelle Corneliusstraße Ecke Erhardtstraße. Zudem sollen Radschulwege prioritär auf Sicherheitsprobleme geprüft und gegebenenfalls umgebaut werden.

Die Anträge der Fraktionen werden voraussichtlich in der Sitzung der Stadtrats-Vollversammlung vom 26.6.2019 behandelt.

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