Aufgaben des Mathe-Abis überprüft: So urteilt das Kultusministerium

Hinweis auf eine Abiturprüfung an einer Schule, Foto: dpa / Felix Kästle / Archiv
Foto: dpa / Felix Kästle / Archiv

Nach Online-Petition - Ergebnisse der Expertenuntersuchung

(16.5.2019) War das Mathematik-Abi 2019 zu schwer? Eine entsprechende Online-Petition wurde bisher über 70.000 mal unterzeichnet. Zentrale Forderungen darin waren die Überprüfung der Aufgaben bzw. eine Anpassung der Benotung. Der Bayerische Kultusminister Michael Piazolo veröffentlichte nun die Ergebnisse der Experten-Untersuchung...

Aufgaben waren laut Kultusministerium angemessen

Das Bayerische Kultusministerium erklärte heute, dass die Hinweise zur diesjährigen schriftlichen Abiturprüfung im Fach Mathematik sorgfältig geprüft wurden. "Auf Basis der derzeit verfügbaren Fakten" sei untersucht worden, "ob die Aufgaben insgesamt deutlich schwerer waren als in den Vorjahren." Das Ergebnis dürfte den angehenden Abiturienten nicht gefallen: 

Die Expertenkommission des Kultusministeriums kam zu dem Schluss, dass die Aufgaben „anspruchsvoll aber insgesamt angemessen“ gewesen seien, so Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Er riet den Schülern, sich auf die anstehenden Kolloquien zu konzentrieren.

Folgende erste Einschätzungen ergänzten die Begründung: Im Rahmen des mehrstufigen Kontrollverfahrens im Vorfeld der Prüfung seien keine Mängel oder Auffälligkeiten festgestellt worden. Zudem hätten die Experten die Aufgaben als "fachlich einwandfrei, lehrplankonform und hinsichtlich des Schwierigkeitsgrads als anspruchsvoll, aber insgesamt angemessen eingeschätzt."

Kein veränderter Notenschlüssel

Welche Auswirkungen hat das Ergebnis auf die Notengebung? Laut Kultusministerium deute eine Stichprobenauswertung der Erstkorrektur darauf hin, dass der Notendurchschnitt etwas schlechter als in den vergangenen Jahren ausfallen könnte.

Die Prüfungsergebnisse werden am 31.5. bekannt gegeben. Schüler, die mit ihrer Note nicht zufrieden oder gar durchgefallen sind, haben - wie in den vergangenen Jahren - noch die Möglichkeit, eine mündliche Zusatzprüfung zu absolvieren. Die Gesamtabiturdurchschnitte in Bayern liegen seit vielen Jahren in der Spitzengruppe der Bundesländer. Piazolo ist trotz der Proteste optimistisch: "Ich bin zuversichtlich, dass unsere Schülerinnen und Schüler auch dieses Jahr wieder gute Abiturdurchschnitte erreichen werden."

Die Gründe für die Schülerproteste

Wegen einer angeblich zu schweren Abiturprüfung im Fach Mathematik waren in Bayern Zehntausende Schüler auf die Barrikaden gegangen. In einer an das Kultusministerium gerichteten Online-Petition hieß es: „Wir Abiturienten bitten darum, den Notenschlüssel des Mathematik Abiturs in Bayern 2019 zu senken und dem Schwierigkeitsgrad anzupassen.“

Begründet wurde dies mit Aufgabenstellungen, die vorher kaum einer gesehen habe, dies betreffe vor allem Geometrie und Stochastik. Unterstützung für die Schüler kam auch vom Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) und der SPD-Opposition im Landtag. Nach Ansicht des BLLV hatten die Schüler zu wenig Zeit bei der Bewältigung der Prüfungen in Mathematik. Zudem habe es in einem Teil der Prüfung sehr viel - teils auch unnötigen - Text gegeben.

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