MVV schafft die Bahnsteigkarte ab

Ticketautomat der MVG, Foto: MVV/Markus Kleimair
Foto: MVV/Markus Kleimair

Zum 1.8. hat die Bahnsteigkarte ausgedient

(5.7.2019) Die umstrittene Bahnsteigkarte des MVV wird zum 1.8. ersatzlos abgeschafft. Das wurde in der Gesellschafterversammlung heute beschlossen, die damit einem Wunsch von OB Dieter Reiter nachkommt. Wer jemanden zum Bahnsteig begleitet oder dort abholt, muss aber trotzdem etwas beachten.

Bahnsteigkarte war schon länger umstritten

Vielen Fahrgästen in S-Bahn oder U-Bahn war womöglich gar nicht bewusst, dass sie eine Bahnsteigkarte zum Preis von 40 Cent lösen müssen, wenn sie ohne anderes Ticket den Bahnsteig betreten. Nicht nur deshalb war die Bahnsteigkarte umstritten. Oberbürgermeister Dieter Reiter hatte die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) beauftragt, gemeinsam mit der S-Bahn und dem MVV einen Vorschlag zu ihrer Abschaffung vorzulegen.

Dies ist nun geschehen und die Gesellschafterversammlung hat zugestimmt: Ab dem 1.8.2019 ist die Bahnsteigkarte Geschichte. Sie wird in den kommenden Wochen sukzessive aus allen Automaten entfernt. Dieser Schritt freut auch den OB: "Die Abschaffung ist für mich die richtige Konsequenz, sie passt einfach nicht in ein modernes und kundenfreundliches Tarifsystem. Kaum jemand wusste doch, dass auch dann ein Ticket gelöst werden musste, wenn man nur auf den Bahnsteig ging, um jemanden zu verabschieden oder abzuholen", so Dieter Reiter. Oft hätten ihn Beschwerden von Leuten erreicht, die ein Bußgeld zahlen mussten, obwohl sie selbst gar nicht mit der U-Bahn gefahren seien.

Sperrenkontrollen wird es weiterhin geben

Wichtig zu wissen ist jedoch, dass es auch in Zukunft einen fahrscheinpflichtigen Bereich in den Tunnelbahnhöfen geben wird. Dieser wird benötigt, um zum Beispiel Sperrenkontrollen durchzuführen, bei denen der gesamte Bereich abgesperrt wird und jeder Fahrgast nach seinem Ticket gefragt wird. Wer während einer solchen Kontrolle künftig jemanden zum Bahnsteig begleiten oder ihn dort abholen will, bekommt vor Ort einen kostenlosen Zugangsschein ausgehändigt, der 30 Minuten gültig ist. Auf die Kontrollen wird rechtzeitig am jeweiligen Bahnhof hingewiesen.

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