Bekommt München eine weitere Surferwelle am Eisbach?

Surfer am Eisbach
Die bekannteste "Surferwelle" am Eisbach, direkt an der Prinzregentenstraße, zieht täglich hunderte Touristen und Einheimische an.

Surfbare Welle mit Stromerzeugung im Englisch Garten möglich

(4.7.2019) Eine weitere Surferwelle für München? Könnte es bald geben, wenn es nach den Studenten der Hochschule München geht. Im Norden des Englischen Gartens, am Tucherpark, wollen sie den Eisbach für ein Wasserkraftwerk und eine neue Surferwelle nutzen. Nun wurde das spannende „Projekt.Welle“ präsentiert…

Eine „grüne Welle“ für den Tucherpark

Surferin auf dem Eisbach beim Surf&Style, Foto: Hitman Sharon / Shutterstock.com
Foto: Hitman Sharon / Shutterstock.com

Am Tucherpark rauscht der Eisbach mit richtig viel Kraft entlang – 25.000 Liter pro Sekunde fließen über eine zwei Meter hohe Schwelle. Warum also nicht das Wasserkraftpotential für eine weitere Surferwelle und zur Energiegewinnung verwenden? Eine Projektgruppe der Hochschule München (HM) stellte diese Vision Anfang der Woche vor.

Die Gruppe entwickelte ein Konzept, das den Eisbach als Kraftwerk und Welle nutzen soll. Mit einer neuen Surferwelle würde München zur beliebten Welle an der Prinzregentenstraße einen weiteren Hotspot für Einheimische und Touristen gewinnen. Sie soll zehn Meter breit sein und das Wasser durch steuerbare Schlauchwehre aufstauen. Die Welle wäre zudem vollständig abschaltbar. Der Projektplan sieht vor, dass Surfer dort je nach Witterung von April bis November surfen könnten. Unter Wasser soll zudem ein Tuch gespannt werden, das wie eine Art Auffangbecken für die Surfer fungieren soll.

Die Projektgruppe wird betreut von Robert Meier-Staude, Maschinenbauingenieur, Professor an der Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen der Hochschule München und selbst leidenschaftlicher Surfer.

ANZEIGE
Surf- und Sportartikel gesucht?
Die Münchner Sportgeschäfte auf einen Blick
Hier entlang

Der Eisbach als Wasserkraftwerk

Visualisierung Surferwelle und Wasserkraftwerk, Foto: Robert Meier-Staude, 7/2015
Foto: Robert Meier-Staude, 7/2015 Visualisierung: Kombination von surfbarer Welle und Stromgewinnung (Strömung von rechts nach links)

Für das Kraftwerk kämen sogenannte „Wasserkraftschnecken“ (siehe Visualisierung) zum Einsatz, die man ohne großen baulichen Aufwand ins Wasser einsetzen könnte. Im Gegensatz zu Turbinen müssten weder das betonierte Flussbett aufgerissen noch anliegende Bäume gefällt werden. Die Schnecken seien zudem fischfreundlich. Eine geplante Fischtreppe könnten die Tiere zum Aufstieg nutzen.

Das Wasserkraftwerk soll laut Projektplan rund 300 kW Strom erzeugen – das entspricht dem Verbrauch von etwa 1500 Haushalten. Auch das angrenzende Hilton Hotel könnte teilweise mit Energie versorgt werden.

Kraftwerk und Welle sollen zudem auch als Lernort genutzt werden, bei dem Zuschauer die Arbeit der Schnecken durch ein Glashaus beobachten können.
Die Baukosten für das Pilotprojekt sollen etwa drei Millionen Euro betragen, die die Green City AG als Kooperationspartner übernehmen würde. Für Betriebskosten hat das Projektteam 80 000 Euro veranschlagt.

Projekt hat bereits Unterstützer im Rathaus

Zwar wurde das Projekt nun der Öffentlichkeit vorgestellt. Doch ob und wann die zweite Eisbach-Surfwelle umgesetzt wird, steht derzeit noch nicht fest. Die SPD-Stadtratsfraktion kündigte jedoch bereits ihre Unterstützung an. "Ein neuer, gut abgesicherter Spot wäre eine echte Bereicherung. Die SPD im Rathaus wird auf die Initiatoren der Idee zugehen, wir wollen die Umsetzbarkeit klären und das Projekt unterstützen", heißt es in einer Pressemitteilung der Fraktion.

Video: Die Surfer an der bisherigen Eisbach-Welle in Aktion

Mehr Aktuelles aus München

Top