Nach Vergewaltigung in Obergiesing: Polizei findet Wolfsmaske

Das Münchner Polizeipräsidium in der Ettstraße, Foto: muenchen.de/Michael Hofmann
Foto: muenchen.de/Michael Hofmann

Wolfsmaske des mutmaßlichen Vergewaltigers aufgetaucht

(4.7.2019) Eine Woche nach der Festnahme des mutmaßlichen Vergewaltigers eines elfjährigen Mädchens ist die Münchner Polizei einen wichtigen Schritt weitergekommen: Die Ermittler haben die Wolfsmaske gefunden, die der Verdächtige bei der Tat getragen haben soll. Der mutmaßliche Täter habe der Polizei selbst den Tipp gegeben, hieß es. Gegen den 43-jährigen Münchner liegt ein Haftbefehl vor.

Noch keine Äußerung zu Tatvorwürfen

Nach der Vergewaltigung einer Elfjährigen in München haben die Ermittler die Wolfsmaske gefunden, die der Verdächtige bei der Tat getragen haben soll. Der 43-Jährige habe über seinen Anwalt erklärt, die Maske in einen Abfallcontainer in der Nähe seines Wohnortes gelegt zu haben, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I, Anne Leiding, am Donnerstag.

Am Dienstag leerten Polizisten den Container aus und fanden die Maske zwischen dem Müll. Die Maske sehe aber etwas anders aus als das von der Polizei zunächst veröffentlichte Bild, sagte Leiding. Zu den Vorwürfen habe sich der mutmaßliche Täter aber noch nicht geäußert.

Der Mann soll in der vergangenen Woche das elfjährige Mädchen im Stadtteil Obergiesing in ein Gebüsch gezerrt und vergewaltigt haben. Die Polizei nahm den Deutschen am vergangenen Donnerstag an seinem Arbeitsplatz im Landkreis München fest. Dabei versuchte er noch zu fliehen, wurde aber von den Polizeibeamten gestellt.

Er kam in die geschlossene Abteilung einer psychiatrischen Klinik. Der Tatverdächtige ist wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern vorbestraft. Das elfjährige Opfer und seine Familie werden weiter von einem Kriseninterventionsteam betreut, hieß es von der Staatsanwaltschaft.

Sonderkommission wertet weiter Spuren aus

Einen Tag nach seiner Festnahme wurde der 43-Jährige, am Freitag, den 28.6. dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser hat einen Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen erlassen. Nach wie vor wertet die Sonderkommission Spuren aus.

Nach dem schrecklichen Vorfall waren bei der Münchner Polizei zahlreiche Zeugenhinweise eingegangen. Auf einer Pressekonferenz Ende letzter Woche gaben die Ermittler weitere Details zum mutmaßlichen Täter bekannt. Im Vorstrafenregister des 43-jährigen Münchners befinden sich 8 weitere Eintragungen, er war im Jahr 2010 auch bereits wegen sexuellen Missbrauchs und Verbreitung pornografischer Daten verurteilt worden. Seit November 2018 lebte der Tatverdächtige in einer therapeutischen Wohngemeinschaft in Großhadern.

Die Polizei war aufgrund von DNA-Spuren auf ihn gestoßen, die am Körper des Mädchens gefunden wurden. Ein Abgleich in der Datenbank ergab einen Treffer mit dem Tatverdächtigen. Hinzu kamen Videoauswertungen aus der S-Bahn, die zeigten, dass der Mann nach dem Aussteigen am S-Bahnhof Fasangarten dem Mädchen im Abstand von etwa 20 Metern bis zu einer Parkanlage gefolgt war.

Die Pressekonferenz vom 27.6. im Re-Live

Der Tathergang in einer Grünanlage

Die Tat hatte sich am 25.6. gegen 16:30 Uhr ereignet. Das 11-jährige Mädchen war auf dem Weg vom S-Bahnhof Fasangarten Richtung Wikingerstraße. In einer Grünanlage näherte sich der Tatverdächtige von hinten, zog ihr die Jacke über das Gesicht und verging sich an ihr. Dabei trug er eine auffällige Wolfsmaske, die nun gefunden wurde.

Die Polizei richtete eine aus 25 Mitgliedern bestehende Sonderkommission ein, an der auch Mitglieder der Kriminalpolizei beteiligt sind. Da sich in Tatortnähe eine Grund- und Mittelschule befindet, wurde die Polizeipräsenz dort verstärkt - auch in den Grünanlagen rund um den Tatort.

Eltern sollen ihre Kinder sensibilisieren

Der Bayerische Elternverband warnte zuletzt vor Panik und ruft zu mehr Zivilcourage auf. "Kinder dürfen jetzt keine Angst bekommen", sagte die stellvertretende Landesvorsitzende Angela Wanke-Schopf. Eltern könnten ihren Kindern sagen: "Schaut genau hin. Geht nicht in Parks, wenn dort niemand ist", riet Wanke-Schopf. "Aber Kinder sollten nicht in Panik verfallen. Viele Eltern haben wahnsinnige Angst, weil es am helllichten Tag passierte."

(muenchen.de/dpa)

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