Halten künftig ICEs am Münchner Flughafen?

ICE-Züge am Münchner Hauptbahnhof, Foto: Deutsche Bahn AG / Uwe Miethe
Foto: Deutsche Bahn AG / Uwe Miethe

Fernverkehrszüge statt Inlandsflüge: Das sind die Ideen

(30.8.2019) Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart macht sich für einen ICE-Halt am Flughafen München stark. Die Fernverkehrszüge sollen dabei helfen, Zubringerflüge aus dem Inland nach München zu vermeiden.

Flughafen-Betreiber wünschen sich schon lange ICE-Halt

Seit der Eröffnung der Neufahrner Kurve im vergangenen Dezember halten neben den S-Bahnen aus München auch Regionalzüge aus Ostbayern am Münchner Flughafen. Geht es nach Verkehrsminister Hans Reichhart, ist damit noch lange nicht Schluss.

Künftig sollen auch ICEs direkt zum Airport im Erdinger Moos fahren. "Wir reden gerade alle davon, dass wir möglichst auf Inlandsflüge verzichten wollen. Wenn wir das gewährleisten wollen, dann brauchen wir auch einen Fernverkehrshalt", sagte er am Freitag im Bayerischen Rundfunk. Zuerst hatte der "Münchner Merkur" darüber berichtet gehabt.

Vorbild für Reichhart ist demnach der Airport in Frankfurt am Main, wo die Schnellzüge im Tiefbahnhof des Flughafens direkt an die Terminals angebunden sind. Bei der Flughafen München Gesellschaft (FMG) rennt der Minister mit seinem Vorschlag dem Bericht zufolge offene Türen ein. Die Flughafenbetreiber wünschten sich schon lange einen Fernbahnanschluss, erklärte deren Sprecher Ingo Anspach. "Wir hätten für einen solchen ICE-Bahnhof und die dazugehörige Trasse durchaus Platz. Das ist damals, beim Bau des Flughafens, schon als Option berücksichtigt worden." Ob und wann die ICE-Trasse gebaut werden soll, ist derzeit freilich noch offen - ebenso wie der genaue Streckenverlauf.

In der Klimaschutzdebatte stehen insbesondere die Zubringerflüge an die großen Luftdrehkreuze wie München in der Kritik. Der Geschäftsführer der Klimaschutzorganisation Atmosfair, Dietrich Brockhagen, sagte der Deutschen Presse-Agentur im Juni, bei innerdeutschen Flügen, die durchschnittlich auf der Hälfte der Strecke höher als 9000 Meter steigen, komme zu den CO2-Emissionen ein stärkerer Treibhauseffekt hinzu. "Ab 9000 Metern Höhe bilden sich Kondensstreifen, und durch die von den Triebwerken ausgestoßenen Stickoxide wird Ozon aufgebaut - das wirkt viel stärker als das Kohlendioxid allein", erklärte er.

Die innerbayerische Flugstrecke Nürnberg-München hatte Grünen-Chef Eike Hallitzky im Februar als eine "ökologische und ökonomische Absurdität" kritisiert. Auch die Landtags-SPD forderte eine weitgehende Verlagerung der Kurzstreckenflüge von und nach München auf die Bahn.

Am Nürnberger Flughafen waren im vergangenen Jahr den Angaben nach 44 Prozent der Flüge Zubringerflüge zu internationalen Drehkreuzen.

(muenchen.de / dpa)

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