S-Bahnstammstrecke nach Wassereinbruch wieder frei

Zwei S-Bahnen treffen sich am Ostbahnhof, Foto: Deutsche Bahn / Uwe Miethe
Foto: Deutsche Bahn / Uwe Miethe

Züge fahren seit heute früh wieder

(7.8.2019) Gute Nachrichten für Fahrgäste der S-Bahn: Die Züge auf der Stammstrecke fahren seit heute früh wieder. Vereinzelt kommt es aber noch zu Behinderungen. Ein Gutachter untersucht den Wasserschaden im Gleisbereich zwischen Hackerbrücke und Hauptbahnhof. Die bisherigen Erkenntnisse...

Eintritt von Grundwasser kann ausgeschlossen werden

Am frühen Mittwochmorgen wurde die S-Bahn-Sperrung aufgehoben und die Stammstrecke wieder freigegeben. Pünktlich zum Berufsverkehr fuhren die meisten S-Bahnen wieder im gewohnten Takt. Bis auf den Ausfall des 10-Minuten-Takts auf den Linien S3 und S8 fahren die S-Bahnen stabil, wie die Bahn mitteilt.

Ein überfluteter Tunnelabschnitt hatte am Dienstag den Münchner S-Bahn-Verkehr in der Innenstadt lahmgelegt. Hunderttausende Menschen waren betroffen, neben Pendlern auch viele Touristen. Wegen des Wassereinbruchs am Dienstag stand das Wasser zwischen Hackerbrücke und Hauptbahnhof auf einer Strecke von 150 Metern bis zu 50 Zentimeter hoch. Mit Hilfe der Feuerwehr konnte das Wasser gestern Abend beseitigt werden, wobei mehrere leistungsfähige Pumpen eingesetzt werden mussten. Im Anschluss wurde der Gleisbereich samt der Leit- und Sicherungstechnik intensiv auf Schäden untersucht. Wie es zu dem Wassereinbruch kam, ist weiterhin unklar.

DB Netz, der Infrastrukturbetreiber der DB, wird einen externen Gutachter zu Rate ziehen. Nach aktuellem Stand kann ausgeschlossen werden, dass Grundwasser in den Gleisbereich eingetreten ist. In der Stammstrecke ist im Bereich zwischen Hackerbrücke und Hauptbahnhof (tief) ein Pumpensystem eingebaut, das anspringt, sobald der Grundwasserpegel steigt. Dieses System hat funktioniert, heißt es von Seiten der Bahn.

„Die Menge an Wasser, die gestern in den Gleisbereich eintrat, muss eine andere Ursache haben“, sagt Markus Hurnaus, stellvertretender Leiter der Produktionsdurchführung München der DB Netz AG. „Wir bitten um Verständnis, dass wir nun zunächst die Ergebnisse des externen Gutachters abwarten müssen. Über die Ursache zu spekulieren, ergibt wenig Sinn.“

Aktuelle Infos der Bahn: So fahren die S-Bahnen

Bitte beachten Sie die Ansagen und Anzeigen am Bahnsteig bezüglich Gleisabweichungen.

Die aktuelle Betriebslage bei der Münchner S-Bahn

Ausgetretenes Wasser ist offenbar kein Schmutzwasser

S-Bahn-Reisende bekamen die Folgen mit voller Wucht zu spüren: Trotz Ferien füllte sich etwa die unterirdische Station im Hauptbahnhof im Feierabendverkehr. Die Rolltreppen zu den S-Bahn-Gleisen waren mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Personal in leuchtendgelben Warnwesten versuchte, teils aufgebrachten Leuten die Lage zu erklären.

Neben Berufspendlern waren auch Touristen betroffen, wie beispielsweise Samantha Miller, die bepackt mit zwei großen Koffern und zwei kleinen Kindern eigentlich auf dem Weg in ein Hotel war: "Ich kann das nicht verstehen. Jetzt muss ich ein Taxi nehmen", sagte die US-Amerikanerin. Boris Wehberg wollte schlicht nach Hause: "Jetzt nehme ich eine Kombi aus U-Bahn und Bus mit zwei Mal Umsteigen."

Das ausgetretene Wasser wurde von der Feuerwehr laut Sprecher in die Kanalisation geleitet. Es sei offensichtlich kein Schmutzwasser. Die Bahn ließ nach eigenen Angaben aus Sicherheitsgründen keine Fotografen in den Tunnel. Bilder aus dem Inneren stellte der Konzern bis zum Abend nicht zu Verfügung. Die Bahn-Sprecherin begründete dies mit den laufenden Arbeiten in dem "Gefahrenbereich".

(muenchen.de/dpa)

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